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Bilanz der Riesending-Retter "Es war eine Mammutaufgabe"

Der gerettete Höhlenforscher Johann Westhauser ist im Krankenhaus eingetroffen, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Die Journalisten feierten spontan die Leistung der Einsatzkräfte.

Berchtesgaden - Es gab Applaus für die Retter des verunglückten Forschers Johann Westhauser: Die Einsatzkräfte haben eine erste Bilanz der aufwendigen und langen Rettung in der Riesending-Schachthöhle gezogen. Westhauser gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es bei einer Pressekonferenz in Berchtesgaden.

"In den vergangenen zwölf Tagen wurde hier am Untersberg ein Kapitel alpiner Rettungsgeschichte geschrieben", sagte Norbert Heiland, Vorsitzender der Bergwacht Bayern. "Der verunglückte Höhlenforscher ist inzwischen wohlbehalten in der Klinik eingetroffen."

Alle Retter seien aus der Höhle ausgestiegen, einige müssten noch ins Tal gebracht werden. Die Aktion sei "in ihrer Schwierigkeit und Komplexität ohne Beispiel". Hinter den Rettern lägen "lange Tage größter Sorge und Anspannung".

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Rettungsaktion geglückt: Höhlenforscher Westhauser ist in Sicherheit

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Retter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Kroatien betonten die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte. Zugleich sprachen sie ihre Hoffnung auf eine vollständige Genesung Westhausers aus. Beteiligt an der Aktion waren auch Polizei, Rotes Kreuz, Bundeswehr, der Malteser Hilfsdienst sowie die österreichische Flugpolizei.

Der 52-jährige Forscher hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in der Höhle ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Westhauser war mehr als 274 Stunden in der Höhle, ehe er am späten Vormittag an die Oberfläche gebracht wurde.

In den vergangenen Tagen seien "die Besten der Höhlenrettung aus Europa" versammelt gewesen, sagte Gesamteinsatzleiter Klemens Reindl von der Bergwacht Bayern. Ein Einsatz sei in dieser Dimension noch nicht dagewesen. "Es war eine Mammutaufgabe." Insgesamt seien 728 Personen im Einsatz gewesen, davon mehr als 200 in der Höhle.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte, man wolle Maßnahmen treffen, um das Risiko künftiger Unfälle zu minimieren und einen Risikotourismus im Riesending-Schacht zu vermeiden.

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ulz
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