Riesending-Schacht Einsatzkräfte bereiten Rettung des verunglückten Höhlenforschers vor

Unter Hochdruck arbeiten die Einsatzkräfte in der Riesending-Höhle daran, den Weg durch den Schacht für den schwer verletzten Höhlenforscher zu sichern. Sein Zustand gilt nach einer schlimmen Kopfverletzung als stabil.

DPA

Berchtesgaden - Im Fall des verunglückten Höhlenforschers arbeiten Mitarbeiter der Bergwacht daran, den Weg durch die Riesending-Schachthöhle mit Seilzügen zu sichern. "Für eine Rettung brauchen wir mehr Infrastruktur, für die das Material gebracht und eingebaut werden muss", teilte ein Sprecher der Bergwacht Bayern mit. Außerdem seien die Retter bemüht, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Allerdings erschwert der Wetterumschwung die Rettungsarbeiten. Eine dichte Wolke verhindere Hubschrauberflüge zum Höhleneingang, teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes mit. Es gebe aber noch Alternativen. So sei der Transport mit der Materialseilbahn oder mit Tragtieren denkbar, sollte der Nebel weiter Sichtflüge unmöglich machen.

Unterdessen kümmert sich ein Ärzteteam in der Riesending-Schachthöhle um den verletzten Höhlenspezialisten Johann Westhauser. Seit Sonntag sitzt er in einem Schacht in rund tausend Metern Tiefe fest. Er hatte bei seiner Tour durch die tiefste und längste Höhle Deutschlands einen Steinschlag abbekommen und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Sein Zustand sei weiterhin stabil, hieß es nun von der Bergwacht. Am Mittwochabend hatte ein erster Mediziner den Verletzten erreicht, in der Nacht zum Donnerstag folgte ein weiterer Arzt. Sie diagnostizierten, dass Westhauser transportfähig sei - aber nur, wenn er zuvor behandelte werde.

Der Weg in die Freiheit ist kein Spaziergang, für den Aufstieg aus der tiefsten Höhle Deutschlands benötigen selbst erfahrene Kletterer rund zwölf Stunden. Die Route führt durch verwinkelte Schächte, es ist nass, eng und glitschig. Manche Passagen sind nur mithilfe von Kletterseilen passierbar.

Insgesamt sind derzeit sieben internationale Rettungsteams in der Höhle unterwegs. Die Einsatzkräfte kommunizieren über ein eigens installiertes Funksystem mit den Helfern am Unglücksort in der Tiefe.

SPIEGEL ONLINE

gam/dpa

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JaguarCat 13.06.2014
1. Tolle Sache!
Tolle Sache, wie sich hier Menschen in einer schweren Lage gegenseitig helfen! Tolle Teamarbeit! Und das jetzt installierte Funksystem, die zahllosen Seilführungen und Biwak-Plätze werden der künftigen Erforschung der Höhle zugute kommen! Jag
Kritik 13.06.2014
2.
Zitat von JaguarCatTolle Sache, wie sich hier Menschen in einer schweren Lage gegenseitig helfen! Tolle Teamarbeit! Und das jetzt installierte Funksystem, die zahllosen Seilführungen und Biwak-Plätze werden der künftigen Erforschung der Höhle zugute kommen! Jag
Genau, das wird die Menschheit ins 22. Jahrhundert katapultieren Vergesst den Mars, krabbelt in die Höhlen dieser Welt.
uzsjgb 13.06.2014
3.
Zitat von KritikGenau, das wird die Menschheit ins 22. Jahrhundert katapultieren Vergesst den Mars, krabbelt in die Höhlen dieser Welt.
Ich hoffe Sie sind dann auch so konsequent und verzichten auf die Errungenschaften von Forschungen. Wie können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren einen Computer zu nutzen?
Greyjoy 13.06.2014
4.
Zitat von KritikGenau, das wird die Menschheit ins 22. Jahrhundert katapultieren Vergesst den Mars, krabbelt in die Höhlen dieser Welt.
Was tun Sie denn so um die Menschheit ins 22. Jahrundert zu katapuliteren?
calabrop 13.06.2014
5. Kosten
mich würde mal interessieren, was hier an Kosten so aufläuft und wer diese Kosten trägt. Ein 7stelliger Betrag wird hier schnell erreicht sein. Ich hoffe mal, dass der Höhlenforscher gut versichert ist und die Kosten nicht von der Allgemeinheit getragen werden müssen ...
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