Riesending-Höhle Bergwacht zeigt erstmals Bilder der Rettungsaktion

Die Rettungsaktion für Höhlenforscher Johann Westhauser macht offenbar gute Fortschritte. Der Trupp mit dem Verletzten erreichte die dritte Biwak-Station. Erstmals sind auch Fotos und Videoaufnahmen der komplizierten Mission zu sehen.


Berchtesgaden - Der Transport des verletzten Höhlenforschers aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden kommt gut voran. Das Rettungsteam erreichte mit dem verunglückten Johann Westhauser bereits Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe, wie die Bergwacht mitteilte. Hier solle er Zeit zur Erholung haben.

Der Transport zu der Station habe mehr als neun Stunden gedauert, hieß es. Ursprünglich waren die Retter davon ausgegangen, dass der Weg über senkrechte, glatt geschliffene und glitschige Wände bis zu zwei Tage dauern könnte.

Im Laufe des Tages wird laut Bergwacht ein weiterer Arzt bei Westhauser ankommen. Dessen Zustand sei weiter stabil. Die Fortsetzung des Transports sei für Montagnachmittag oder -abend geplant. Dutzende Helfer sichern inzwischen den Weg nach oben weiter ab, damit die Gruppe mit dem Verletzten besser vorankommt.

An Seilzügen nach oben gehievt

Nachdem sich die Gruppe auf dem ersten, leichteren Teil der Strecke weitgehend waagerecht durch den Berg bewegt hatte, war das Teilstück bis Biwak 3 nur durch Klettern entlang der Steilwand zu erreichen. Ein österreichisches Alpinistenteam hatte diese Etappe für den Transport vorbereitet. Das Rettungsteam aus Einsatzkräften der Bergwacht sowie mehreren Ärzten musste den Verletzten in seiner Trage an Seilzügen nach oben hieven.

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Verunglückter Höhlenforscher: Rettung kommt gut voran
Der Transport Westhausers ans Tageslicht wird voraussichtlich etwa eine Woche dauern, manche halten auch eine noch längere Zeitspanne für möglich. Nach jeder Teilstrecke wechseln die Rettungskräfte und der behandelnde Arzt, insgesamt sind etwa hundert Retter im Einsatz.

Der erfahrene Höhlengänger Westhauser, der am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie arbeitet, hatte am 8. Juni durch einen Steinschlag in tausend Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seit 17.28 Uhr am vergangenen Freitag versuchen Retter, ihn aus der Höhle ins Freie zu schaffen. Zuvor musste der 52-Jährige fünf Tage lang am Unglücksort in der tiefsten und extremsten Höhle Deutschlands ausharren.

SPIEGEL ONLINE

rls/dpa

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Seite 1
only_for_test 16.06.2014
1. Und wer bezahlt das Ganze?
Hoffentlich er selbst! Der Gesetzlich Versicherte wird bei unverschuldeten Krankheiten oder Vorsorgeuntersuchungen geschröpft und für den "Höhlenforscher" werden Millionen zur Rettung ausgegeben. Da stimmt etwas am System nicht!
ferdi111 16.06.2014
2. man oh man
Die Medien sind bald schlimmer, als die Politik! Was ist eigentlich mit den Toten auf deutschen Strassen, die von verrückten möchtegern Rennfahrern getötet werden? Die sind keine einzige Zeile wert! Man oh man...jährlich werden tausende Schicksale zerstört, nur weil man einem Verrückten in die Quere kam und der hat meistens noch recht, weil es hier kein Tempolimit gibt! Der Höhlenforscher kann nichts dafür, aber die Medien haben echt eine Schraube locker!
reever_de 16.06.2014
3. Unterirdische Welten ...
Trotz des bösen Hintergrundes faszinierende Bilder aus einer völlig unbekanten Umgebung. Wir wissen kaum etwas über diese Welten unter uns, wir wissen kaum etwas über die Tiefen unserer Weltmeere, wollen aber unbedingt bemannt zum Mars fliegen. Klar, Astronauten haben das bessere Marketing: sehen ja auch viel cooler und schicker aus in ihren feschen Overalls mit bunten Aufnähern als Taucher mit ihrem Technikequipment oder Höhlenforscher in schmutzigen Anzügen ...
sturmimwasserglas 16.06.2014
4. So nicht!
Zitat von only_for_testHoffentlich er selbst! Der Gesetzlich Versicherte wird bei unverschuldeten Krankheiten oder Vorsorgeuntersuchungen geschröpft und für den "Höhlenforscher" werden Millionen zur Rettung ausgegeben. Da stimmt etwas am System nicht!
Natuerlich stellt man solche Fragen gern. Aber dann sollte man sich gleich auch fragen, wo die Grenze liegt und iwe man eine solche ueberhaupt festlegen will. Autounfall mit unklarer Ursache = selber zahlen? Auf eine wackelige Leiter gestiegen und verunfallt = selber zahlen? Nicht genug Sport getrieben = selber zahlen? Pro Tag 10 Gramm Fett zu viel gegessen = selber zahlen?
Dieter Liepold 16.06.2014
5. Aus der Aktion können alle lernen ....
Zitat von sysopBergwacht BayernDie Rettungsaktion für Höhlenforscher Johann Westhauser macht offenbar gute Fortschritte. Der Trupp mit dem Verletzten erreichte die dritte Biwak-Station. Erstmals sind auch Fotos der komplizierten Mission zu sehen. http://www.spiegel.de/panorama/riesending-schachthoehle-retter-veroeffentlichen-bilder-von-westhauser-a-975424.html
Der praktizierte Gemeinsinn, die internationale Hilfe, die nicht nach dem Kostenträger fragt, ist lobenswert: der Rettungsaktion und allen Beteiligten gebührt Respekt und Dank: besten Dank. In den letzen Tagen haben viele Kommentatoren zynische Beiträge geleitet und immer wieder den immensen Aufwand beklagt und Höhlenforschung in Zweifel gezogen, obwohl aus diesem Kreis niemand die -auch indirekt - die Rechnung zu begleichen hat. Zum überdenken: Das Salzburger Wasser kommt aus dem Untersberg: » Die Frage wurde schon x-mal beantwortet und hier auf dieser Seite gibt es ein Erklärstück, dass das Wasser aus den Hähnen in Salzburg aus dem Untersberg kommt und die Arbeit gerade von Westhauser dazu beiträgt, dass die Menschen dort Trinkwasser haben. « - Kommentar Nr. 68 - http://goo.gl/v6oVzE DRadio Wissen, 14. 06. 2014 » Warum Forscher derartige Strapazen und Gefahren auf sich nehmen, kann Lars Abromeit gut verstehen. Die Welt unter der Erde müsse erst noch kartiert werden. "Es ist einfach so, dass die Höhlen so eine große Faszination ausüben, weil man dort noch Neuland entdecken kann," erklärt Lars Abromeit den Forscherdrang. Grundlage für andere Forscher Die Vermessung der Höhlen sei eine sehr wichtige Grundlage für andere Wissenschaftler wie Mikrobiologen, die nach neuen Lebensformen suchen, oder Hydrologen, die nach Wasserwegen forschen. Sie bauten auf die Kartierungsarbeit der Höhlenforscher auf, weil sie sonst gar nicht wüssten, dass sich dort eine Höhle befindet. « http://goo.gl/VxcIur
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