Fotostrecke

Riesending-Schacht: Die letzte Etappe

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Riesending-Schachthöhle Rettungstrupp auf letzter Etappe

In Kürze soll die Rettung des verletzten Forschers aus der Riesending-Schachthöhle abgeschlossen sein. Johann Westhausers Rückkehr an die Oberfläche wird für den späten Vormittag erwartet.

Berchtesgaden - Die letzte Etappe der dramatischen Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle zieht sich hin. Die Ankunft des Trupps mit dem verunglückten Höhlenforscher Johann Westhauser werde für 10 Uhr oder 11 Uhr erwartet, sagte ein Bergwachtsprecher am Donnerstagmorgen. Nach einer längeren Pause seien die Retter mit Westhauser gegen 5.30 Uhr wieder gestartet. "Die Mannschaft ist in Bewegung."

Auf dem Weg zur Oberfläche hatten die Retter eine 180 Meter hohe senkrechte Wand zu überwinden. Dort muss der Forscher, der seit sechs Tagen in einer Trage liegt, frei schwebend hochgezogen werden. Einige Retter sollen sich als Gegengewichte herunterlassen. Pendelzug nennt die Bergwacht das. Am späten Vormittag teilte sie mit, das 180-Meter-Stück sei geschafft. Danach stehen den Rettern noch etwa 200 Meter durch einen engen, verwinkelten Schacht bevor.

Ursprünglich war die Ankunft am Höhlenausgang von der Bergwacht für die Nacht zu Donnerstag angekündigt worden. Die nächtliche Pause hatte jedoch länger gedauert als geplant. Die Kräfte vor Ort hätten entschieden, dass ein Zwischenstopp notwendig sei. "Es war immer klar, dass Sicherheit vor Schnelligkeit geht", sagte der Sprecher.

Fotostrecke

Verletzter Forscher in Riesending-Schacht: Langsam Richtung Ausgang

Foto: AP/BRK Bergwacht Bayern

Am Ausgang der Höhle am Untersberg steht in 1800 Metern Höhe alles für die Ankunft des Patienten bereit. Ärzte warten und Hubschrauber sind da. Eine mobile notfallmedizinische Station ist eingerichtet. Sobald Westhauser ankommt, wird er untersucht. "Je nachdem, wie der Zustand ist, wird entschieden, wie der weitere Transport aussieht", sagt der Vorsitzende der Bergwacht Bayern, Norbert Heiland.

In den vergangenen Tagen waren die Retter besser vorangekommen als erwartet. Die Einsatzkräfte ließen daher das Biwak 1 für einen Zwischenstopp aus.

Westhauser hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in tausend Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seit vergangenem Freitag wird der Forscher von einem internationalen Rettungsteam aus der Höhle transportiert.

Foto: SPIEGEL ONLINE
ulz/dpa