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12. Juni 2014, 11:51 Uhr

Ärzte in Riesending-Höhle

Verunglückter Forscher ist jetzt transportfähig

Der in tausend Metern Tiefe verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser kann nun geborgen werden - das ist der Befund zweier Ärzte, die den Verletzten betreuen. Zuvor muss er aber spezielle Medikamente bekommen.

Berchtesgaden - In der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden haben Ärzte mit der Versorgung des schwer verletzten Höhlenforschers Johann Westhauser begonnen. Nachdem am Mittwochabend ein erster Mediziner zu dem verunglückten Stuttgarter vorgedrungen war, erreichte in der Nacht zum Donnerstag ein weiterer Arzt den Verletzten. Das teilte ein Sprecher der Bergwacht Bayern mit.

Westhauser sei transportfähig, müsse zuvor jedoch behandelt werden, sagte der Sprecher. Dazu hätten die Ärzte spezielle Medikamente angefordert, die im Laufe des Tages bei dem Forscher eintreffen sollten. Wann und wie genau Westhauser nach oben gebracht wird, ist bislang offen.

"In der vergangenen Nacht wurde von den Ärzten die Entscheidung getroffen, den Patienten zu transportieren", teilte die Bergwacht mit. Neben den zwei Medizinern befänden sich fünf Höhlenretter bei ihm und würden ihn für den Transport per Trage an die Oberfläche bereit machen. Die Vorbereitungen der vergangenen Tage erleichterten den Rettern die Arbeit.

Seile als Aufstieghilfen installiert

Mehrere internationale Höhlenretterteams hatten zuvor fünf Biwakstationen für Ruhepausen eingerichtet sowie Seile als Aufstieghilfen im Fels installiert. Die Retter hoffen nun, dass sie jeden Tag eine der Stationen erreichen. Ob das gelingt, ist offen. "Das hängt ganz vom Zustand des Patienten ab", sagte der Bergwachtmitarbeiter.

Westhauser hatte bei einem Steinschlag in rund tausend Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Die Route nach draußen führt durch verwinkelte Schächte, es ist nass, eng und glitschig. Manche Passagen sind nur mithilfe von Kletterseilen passierbar. Für den Aufstieg aus der tiefsten Höhle Deutschlands benötigen selbst erfahrene Kletterer rund zwölf Stunden.

Insgesamt sind derzeit sieben internationale Rettungsteams in der Höhle unterwegs, an die 30 Mann. Die Einsatzleitung bleibt über ein eigens installiertes Funksystem in Kontakt mit den Helfern am Unglücksort in der Tiefe. Draußen steht außerdem der höhlenerfahrene Notarzt, Anästhesist und Neurochirurg Michael Petermeyer bereit. Sollte Westhauser noch eine Blutung im Gehirn erleiden, würde er absteigen und einen entsprechenden Eingriff vornehmen; das ist sein Spezialgebiet.

"Die Schwelle der maximalen Gefährdung ist überschritten, aber er ist noch nicht über den Berg", sagte Petermeyer am Mittwoch. "Was jetzt mehr oder minder schicksalhaft und nicht vorhersehbar ist, sind Blutungen."

rls/dpa/AFP

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