Rio de Janeiro Todesschwadron erschießt mehr als 30 Passanten

Offenbar wahllos haben in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro vier maskierte Männer aus einem fahrenden Auto auf Passanten gefeuert. Unter den Opfern sind auch Kinder. Die Täter sind noch nicht gefasst.


Rio de Janeiro - Es war das schlimmste Gemetzel in der Geschichte der brasilianischen Metropole. Eine Todesschwadron soll in der Nacht in einem Vorort der Zuckerhutstadt ein Massaker angerichtet haben, berichten heute örtliche Medien unter Berufung auf die Polizei. Zu den 30 Opfern zählen auch drei 7 bis 13 Jahre alte Kinder. Obwohl noch in der Nacht eine Suchaktion eingeleitet worden war, konnten die Täter vorerst nicht gefasst werden.

Seit Jahrzehnten treiben in Brasilien Todesschwadronen ihr Unwesen. Das bislang größte Massaker in Rio hatte sich im August 1993 ereignet. Damals metzelte eine Gruppe von maskierten Polizisten im Armenviertel Vigario Geral 21 Menschen nieder, um den Tod mehrerer Kollegen zu rächen. Das Viertel gilt als Drogenumschlagsplatz. Für weltweites Aufsehen sorgte im Juli 1993 die Ermordung von acht Straßenkindern durch eine Todesschwadron.

Der Sicherheitssekretär des Bundeslandes Rio, Marcelo Itagiba, erklärte, möglicherweise gehören der Todesschwadron von Rio ebenfalls Polizisten an. Das Blutbad sei wahrscheinlich aus Rache für die jüngste Festnahme von acht Beamten, denen zwei Morde sowie Korruption vorgeworfen werden, verübt worden.



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