Riss in Fukushima Block 2 Färbemittel soll weitere Reaktor-Lecks anzeigen

Aus dem havarierten AKW Fukushima gelangt weiter Radioaktivität in die Umwelt. Das Leck in Block 2 konnten die Einsatzkräfte bisher nicht stopfen. Nun wollen sie dem Verlauf des radioaktiven Wassers mit einem Färbemittel auf die Spur kommen.


Tokio - 20 Zentimeter lang ist der Riss, durch den hoch radioaktives Wasser austritt - und vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer fließt: Mit Hochdruck arbeiten die Einsatzkräfte im Unglücks-AKW daran, das Leck in einer Wand von Reaktor 2 zu schließen. Erste Versuche, den Abfluss verseuchten Wassers mit Hilfe chemischer Bindemittel zu stoppen, haben bislang keinen Erfolg gebracht.

AKW-Betreiber Tepco will nun Barrieren errichten, um eine weitere Verseuchung des Meeres zu verhindern. Zudem wurde weißes Färbemittel in das Wasser geleitet, um dessen genauen Verlauf auf dem Gelände nachvollziehen zu können - und eventuell vorhandene, weitere Lecks aufzuspüren. Da das gefärbte Wasser nicht bei den Abflussausgängen anlangte, werde befürchtet, dass die radioaktive Brühe aus Gesteinsschichten unterhalb von Rohren durchsickere, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji unter Berufung auf Tepco.

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AKW Fukushima: Leck in Reaktorblock 2
Am Wochenende war bekannt geworden, dass Arbeiter einen 20 Zentimeter langen Spalt in einem Kabelschacht des Turbinengebäudes von Reaktor 2 entdeckt hatten. Das Wasser ist hochradioaktiv und damit sehr gefährlich: Eine Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde sei dort gemessen worden, meldete der Fernsehsender NHK unter Berufung auf Tepco. Das könnte nach Ansicht der Atomaufsicht erklären, warum die radioaktive Belastung im Seegebiet rund um das Kraftwerk auf das 4000fache der erlaubten Werte angestiegen ist. Es könnte Monate dauern, das Leck zu schließen, warnte die Regierung.

Laut der Nachrichtenagentur Kyodo wurde am Montag auch außerhalb der 30-Kilometer-Sicherheitszone um das Kraftwerk Radioaktivität oberhalb der erlaubten Grenzwerte gemessen. Genauere Informationen hierzu wurden bisher nicht bekannt.

Lieferstopp für Pilze

In der Provinz um das Unglücks-AKW herum fanden die Einsatzkräfte auch in Shiitake-Pilzen radioaktive Substanzen. Wie japanische Zeitungen am Montag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichteten, wurde in Pilzen in der nordöstlichen Stadt Iwaki Jod 131 gefunden, dessen Konzentration um das 1,55-Fache über dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Bei Cäsium war es das 1,78-Fache. Die Provinzregierung wies 23 Pilzbauern in der Stadt an, keine der Pilze mehr auszuliefern.

Wegen der ungelösten Atomkrise in Fukushima zweifelt die japanische Regierung mittlerweile an den eigenen Klimaschutzzielen. Es könne sein, dass das Ziel einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 25 Prozent im Vergleich zum Stand von 1990 überdacht werden muss, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag. Noch aber gebe es keine Pläne, das Klimaschutzziel zu korrigieren.

Es gebe keinen Zweifel daran, dass sich die Katastrophe in Fukushima auf verschiedene Sektoren des Landes stark auswirken werde, sagte Edano. Atomenergie trägt in Japan bisher 30 Prozent zur Stromversorgung bei.

hut/dpa

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vostei 04.04.2011
1. Eigentlich
eine gute Idee, aber man hätte das schon längst tun können. Es sind vier Reaktoren, drei Kerne die gekühlt werden und vier Abklingbecken - sie müssten also schön der Reihe nach mit unterschiedlichen Farben arbeiten, um herauszubekommen, woher genau die Strahlemännekens im Wasser kommen. Dadurch, dass sie die Brühe in weiter entfernten Teilen der eigtl. nicht dafür gedachten Drainage haben und der Mischmasch auch eine Weile braucht, dort hinzukommen, wird das ein Geduldsspiel, um exakte Rückschlüsse zu erlangen. Daher - früher wäre besser gewesen.
warum_nur 04.04.2011
2. Strahlenleck, Risse
Ich habe keine Vorstellung zu diesen Rissen in diesem Fundament, worüber aber behauptet wird, dass dieser etwa 20 cm lang sein soll, wie auch immer? Nun hat man aus irgend welche Gründen, diese Leck mit Beton oder dem Material Kunstoff Polymer nicht schliesen können. Warum versucht man es nicht mit PU-Schaum? Zum Beispiel im Baugewerbe wird dieser Schaum sehr oft benutzt, welcher so vielseiteige Einsatzmöglichkeiten in alle Branchen hat (z. b. Fenstermontage). Im ausgesprühten Zusatand quillt diese Masse um das 5 fache an (wie Hefe) und härtet in diesem Volumen dann völlig aus. Somit verschliest dieser Schaum durch seinen Eigendruck jede noch so kleinste Ritze, und Wasser wird absorbiert. Zu einer provessionellen Perfektion könnte man die Rissstelle dann oberflächlich anschliesend noch komplett mit einer Silikon bestreichen. Das Ganze hat den Vorteil, das PU-Schaum flexibel ist, kein starres festes Material, das sich zu einem gewissen Grad immer Anpasst, was bei festen Materialien, wie Beton wieder zu feinsten Haarrissen später kommen kann, durch leichte Erschütterungen oder Temperaturunterschiede. Schade nur, das man bei solchen Vorschlägen nie eine Resonanz dazu bekommt.
kabelfritze 04.04.2011
3. Au weia
---Zitat--- Es gebe keinen Zweifel daran, dass sich die Katastrophe in Fukushima auf verschiedene Sektoren des Landes stark auswirken werde, sagte Edano. ---Zitatende--- Das heißt übersetzt nichts anderes als: Japan wird großflächig verstrahlt werden. Das dürfen sich die Beschwichtiger hier zu Lande jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen. Man darf gespannt sein auf die kommenden Diskussionen, wenn Exil- Japaner "in unser Sozialsystem einwandern" und ihre Krebserkrankungen behandeln lassen müssen.
Harald Lennartson 04.04.2011
4. Was läuft eigentlich mit dem Wasser raus ...
... aus dem Reaktor 2 und ergießt sich frisch-fröhlich in die Weltmeere? Werden wir in Kürze ganz neue Meeresspezies bewundern können (Mist, wir kennen ja noch nicht mal alle vorhandenen)? Und, liebe Atomanhänger, wie wollt ihr das wieder sauber machen, das Meer? Da kommt schließlich ein bedeutender Anteil unserer Nahrung her ...
warum_nur 04.04.2011
5. Strahlenleck, Risse
Ich habe keine Vorstellung zu diesem Riss in diesem Fundament, worüber aber behauptet wird, dass dieser etwa 20 cm lang sein soll, wie auch immer? Nun hat man aus irgend welche Gründen, diese Leck mit Beton oder dem Material Kunstoff Polymer nicht schliesen können. Warum versucht man es nicht mit PU-Schaum? Zum Beispiel im Baugewerbe wird dieser Schaum sehr oft benutzt, welcher so vielseiteige Einsatzmöglichkeiten in alle Branchen hat (z. b. Fenstermontage). Im ausgesprühten Zusatand quillt diese Masse um das 5 fache an (wie Hefe) und härtet in diesem Volumen dann völlig aus. Somit verschliest dieser Schaum durch seinen Eigendruck jede noch so kleinste Ritze, und Wasser wird absorbiert. Zu einer provessionellen Perfektion könnte man die Rissstelle dann oberflächlich anschliesend noch komplett mit einer Silikon bestreichen. Das Ganze hat den Vorteil, das PU-Schaum flexibel ist, kein starres festes Material, das sich zu einem gewissen Grad immer Anpasst, was bei festen Materialien, wie Beton wieder zu feinsten Haarrissen später kommen kann, durch leichte Erschütterungen oder Temperaturunterschiede. Schade nur, das man bei solchen Vorschlägen nie dazu eine Resonanz bekommt.
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