Ritualmord 66 Messerstiche und Hammerschläge

Im Ruhrgebiet ist ein 33-Jähriger offenbar Opfer eines Ritualmordes durch Satanisten geworden. Er wurde in der Wohnung der mutmaßlichen Täter neben einem Eichensarg gefunden.


Witten - Die Leiche war mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen aufgefunden worden. "Freude am Töten scheint das Motiv gewesen zu sein", sagte der Bochumer Staatsanwalt Dieter Justinsky. Bei dem Opfer handelt es sich möglicherweise um einen Mann aus Datteln, den das verdächtige Ehepaar aus Witten vergangenen Freitag in seine Wohnung eingeladen hatte. Seitdem wurde er vermisst. Das Paar ist auf der Flucht.

In der Wohnung wurden zahlreiche satanistische und rechtsradikale Symbole gefunden, darunter der Eichensarg, umgedrehte Kreuze, Totenschädelattrappen, SS-Runen und CDs von einschlägigen Bands. Auf das Fenster war der Schriftzug "When Satan lives" (Wenn Satan lebt) geschmiert worden. Fotos hinter der Scheibe zeigten die Wohnungsbesitzerin in schwarzer Kleidung und mit einem Buschmesser bewaffnet auf einem Friedhof. Am Klingelschild prangte der Aufkleber einer Gothic-Band, die für blutrünstige Texte bekannt ist.

Der 25-jährige mutmaßliche Täter sei in den vergangenen drei Jahren wegen Verwendung verfassungswidriger Symbole und unerlaubten Waffenbesitzes aufgefallen, berichtete Justinsky. Er gehöre wahrscheinlich - wie auch seine 22-jährige Frau - zur Szene der überzeugten Satanisten. Die Polizei war durch einen Abschiedsbrief der verdächtigten Frau an ihre Mutter auf den Mord aufmerksam geworden.



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