Berlin Unbekannte warfen Brandsätze gegen Gebäude des Robert Koch-Instituts

Eine Fensterscheibe ging zu Bruch, Flammen konnten gelöscht werden: In der Nacht haben Unbekannte Brandsätze gegen ein Gebäude des Robert Koch-Instituts geworfen. Das Landeskriminalamt ermittelt.
Robert Koch-Institut in Berlin: "Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen"

Robert Koch-Institut in Berlin: "Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen"

Foto: Annette Riedl / dpa

Unbekannte haben nach Angaben der Polizei ein Gebäude des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin attackiert. Gegen die Fassade seien in der Nacht zum Sonntag Brandsätze geworfen worden, teilten die Ermittler am Morgen mit. Es sei niemand verletzt worden.

Gegen 2.40 Uhr hätten Sicherheitsmitarbeiter mehrere Personen entdeckt, die Flaschen geworfen hätten. "Dabei soll auch eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen sein. Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen", heißt es im Polizeibericht.

Die Verdächtigen seien unerkannt entkommen. "Da eine politische Motivation bei der versuchten Brandstiftung geprüft wird, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen", teilte die Polizei mit.

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Kernaufgaben: die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. Auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention ist es die zentrale Einrichtung der Bundesregierung "und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung", so steht es auf der Website des RKI . "Zu den Aufgaben gehört der generelle gesetzliche Auftrag, wissenschaftliche Erkenntnisse als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen zu erarbeiten."

In der Coronakrise ist das RKI daher die zentrale Autorität. Die Zahlen, die es zum Verlauf des Infektionsgeschehens veröffentlicht, sind allerdings häufig viel zu niedrig . Die wichtigste Zahl der Pandemie - die Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage - gibt das RKI in vielen Fällen falsch an, wie eine SPIEGEL-Datenanalyse ergeben hat. Mindestens 30 Prozent aller 7-Tage-Inzidenzen, die das Institut zwischen 31. August und 12. Oktober veröffentlicht hat, waren unvollständig und somit fehlerhaft. Bei ihnen fehlten die Daten von mindestens einem Tag komplett.

jus/dpa
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