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Gestorben Robert Mundell, 88

aus DER SPIEGEL 15/2021
Foto: ? Heino Kalis / Reuters / REUTERS

Er war ein Kanadier, der Italien liebte und in den Sechzigerjahren die geistigen Grundlagen für den Euro legte. Der Ökonom lehrte unter anderem an den Universitäten in Stanford, Bologna und Chicago. Bis zuletzt hatte er einen Lehrstuhl an der Columbia University inne. Früh erforschte er, ob und wie Politik die Wirtschaft steuern kann. In einer Welt, so Mundell, in der sich Kapital frei bewegt und die Wechselkurse flexibel sind, verliere die nationale Fiskalpolitik an Einfluss. Mit seinen Thesen, die aktueller denn je sind, eckte er bei Dogmatikern unterschiedlicher Lager an. 1999, im Jahr der Euroeinführung, erhielt der Ökonom den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Da war seine Theorie der optimalen Währungsräume, die als Basis für den Euro gilt, schon 38 Jahre alt. Bereits 1965 plädierte Mundell für einen europäischen Währungsraum. Später kritisierte er die Schuldenpolitik von Ländern wie seiner Wahlheimat Italien. Ihm gehörte ein Palazzo in der Nähe von Siena. Am 4. April verstarb Robert Mundell.

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