Hausexplosion in Rohrbach Was inzwischen bekannt ist – und was noch ein Rätsel bleibt

Hausexplosion, Autounfall, Dachgeschossbrand – und überall Gasflaschen im Spiel: Die Polizei sortiert die Erkenntnisse um den Fall in Rohrbach. Vieles bleibt vorerst Spekulation, anderes klärt sich demnächst. Der Überblick.
Abgesperrtes Gelände um das explodierte Haus in Rohrbach/Ilm: Der Schutt wird geräumt, die Erkenntnisse sortiert

Abgesperrtes Gelände um das explodierte Haus in Rohrbach/Ilm: Der Schutt wird geräumt, die Erkenntnisse sortiert

Foto: -- / dpa

Der Knall im Hopfenweg war in der ganzen 5000-Seelen-Gemeinde im oberbayerischen Kreis Pfaffenhofen zu hören. Seitdem ist keine rechte Ruhe mehr eingekehrt in Rohrbach an der Ilm – auch wenn die Lokalzeitung in ihrem Liveticker  berichtet, am Sonntagvormittag sei es still gewesen. Doch seit der Explosion einer Doppelhaushälfte am Donnerstag haben sich zunächst immer nur mehr Fragen ergeben – und erst langsam finden die Ermittler einige Antworten. Der Versuch eines Überblicks.

Die Explosion und ihre Opfer

Explosionsort in Rohrbach

Explosionsort in Rohrbach

Foto: Armin Weigel / dpa

Das Haus in Rohrbach wurde laut einem Gutachter des bayerischen Landeskriminalamtes wahrscheinlich wegen einer Gasexplosion zerstört. In der Doppelhaushälfte wohnten eine dreiköpfige Familie und ein Ehepaar. Die Familie ist in Sicherheit, die drei Menschen hatten Glück und waren zum Zeitpunkt der Explosion nicht zu Hause. Sie wurden zunächst in einer Gemeindewohnung untergebracht, berichtete der »Donaukurier«. Die Leiche des Familienhundes wurde jedoch unter den Trümmern gefunden.

Im Zentrum des Falles scheinen der 55-jährige Mann und die 54-jährige Frau aus dem Erdgeschoss des Hauses zu stehen. Beide waren nach der Explosion zunächst vermisst worden. Am Freitagmittag dann entdeckten die Einsatzkräfte zwischen den Trümmern eine Frauenleiche. Bei der Toten handelt es sich um die Ehefrau, das ergab die Obduktion des Leichnams beim Institut für Rechtsmedizin in München zweifelsfrei.

Der Autounfall auf der B300

Unfallstelle bei Schrobenhausen

Unfallstelle bei Schrobenhausen

Foto: - / dpa

Kurz nach der Explosion kam es im 30 Kilometer entfernten Schrobenhausen zu einem tödlichen Unfall. Ein Auto war frontal gegen einen entgegenkommenden Lastwagen gerast. Das Fahrzeug – Berichten zufolge ein VW-Bus – war auf die Adresse des eingestürzten Hauses zugelassen. Laut »Donaukurier« befand sich in dem Auto eine Gasflasche.

Der Fahrer des Unfallwagens war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die Obduktion konnte deshalb nicht klären, ob es sich bei ihm um den 55-Jährigen handelt. Oberste Priorität habe deshalb nun der DNA-Abgleich, um die männliche Leiche zu identifizieren, sagte Polizeisprecher Karl Höpfl am Sonntag in Ingolstadt. Denn das könnte wichtige Ansatzpunkte für die weiteren Ermittlungen bringen.

Die Spur nach Sachsen

Mehrfamilienhaus in Lugau

Mehrfamilienhaus in Lugau

Foto: haertelpress / dpa

Rätselhaft ist der Brand in einer leer stehenden Wohnung im sächsischen Lugau ebenfalls am Donnerstag um die Mittagszeit. Diese gehörte dem Ehepaar aus Rohrbach. In der Dachgeschosswohnung war das Feuer ausgebrochen, dort wurden Medienberichten zufolge mehrere Kanister mit brennbarer Flüssigkeit und eine Gasflasche gefunden. Durch den Brand und die Löscharbeiten sind die darunter liegenden Wohnungen unbewohnbar. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses wurden nicht verletzt. Die Polizei in Chemnitz geht von Brandstiftung aus.

Wie hängen die Ereignisse zusammen?

Die Ermittler vermuten, dass die drei dramatischen Ereignisse zusammenhängen – auf welche Weise, ist noch unklar. »Wie es dazu gekommen ist, wie die Hintergründe sind, das müssen die weiteren Ermittlungen ergeben«, sagte Höpfl. Spekulationen über eine mögliche Beziehungstat konnte er nicht bestätigen. »Aus unserer Sicht ist das noch völlig offen.«

Aus diesem Grund will die Polizei sich auch nicht dazu äußern, wie die 54-Jährige ums Leben kam – also ob sie bei der Explosion starb oder schon vorher tot war. Denn das könnte Täterwissen sein, sollten in den Fall noch andere Personen verwickelt sein.

Wie sich das Bild des Schreckens am Freitag darstellte

Wie sich das Bild des Schreckens am Freitag darstellte

Foto: Vifogra / dpa

Wie geht es nun weiter?

Die Ermittlungen rund um die Explosion werden sich nach Einschätzung von Höpfl noch bis in die nächste Woche ziehen. Brandspezialisten hatten am Unglücksort nach Spuren gesucht und werten diese aus. Die verheerende Kraft der Explosion erschwere deren Arbeit, weil dadurch viel zerstört worden sei, sagte Höpfl. Ein Gutachter vom Landeskriminalamt soll dabei helfen, die Ursache der Explosion herauszufinden.

Stundenlang mussten Einsatzkräfte am Donnerstag und Freitag Schutt und Trümmer beiseite räumen, um die Leiche der Frau und des Familienhundes bergen zu können. Auch die angrenzende Doppelhaushälfte wurde schwer beschädigt und musste mittlerweile abgerissen werden. Die beiden Bewohner verletzten sich nur leicht.

feb/dpa
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