Rotlichtalarm in Vancouver Wurden vermisste Prostituierte Opfer eines Serienmörders?

Im westkanadischen Vancouver treibt möglicherweise seit Jahren ein Serienmörder sein Unwesen. Zwar hat die Polizei bislang keine Leiche gefunden. Doch die Beamten gehen davon aus, dass die 45 Frauen, die zurzeit als vermisst gelten, ermordet wurden.


Trauer um die vermisste Mutter: Innerhalb der letzten drei Jahre verschwanden in Vancouver 22 Frauen
AFP

Trauer um die vermisste Mutter: Innerhalb der letzten drei Jahre verschwanden in Vancouver 22 Frauen

Vancouver - Alle Opfer seien Prostituierte, meistens indianischer Abstammung und drogensüchtig, aus dem Rotlichtviertel Eastside. Deshalb nahm die Polizei jahrelang die Vermisstenmeldungen, die bis 1984 zurück gehen, offenbar nicht besonders ernst. Inzwischen hat sie jedoch eine Sonderkommission gebildet, die dem mutmaßlichen "Jack the Ripper von Vancouver" auf die Spur kommen soll. Die Stadt zwischen Pazifik und hohen Bergen gilt als eine mit der höchsten Lebensqualität in der Welt.

Ob es sich um einen oder um mehrere Täter handele, ist allerdings noch unklar. Klar ist aber: Das Verschwinden der Frauen verläuft nach einem Muster. Die Leichen sind verschwunden, der Tatort unbekannt, Abschiedsbriefe fehlen. Kurzum: Es gibt überhaupt keine Spuren. Weil aber so viele Frauen innerhalb der vergangenen Jahre verschwunden waren, geht die Polizei nach anfänglichen Zweifeln doch von einem Serienmörder aus. 1999 waren noch 23 Frauen als vermisst gemeldet. Inzwischen sind es 45. Die Regierung der Provinz British Columbia setzte umgerechnet fast 140.000 Mark Belohnung für Hinweise auf den Täter aus.

Von dem mutmaßlichen Täter gibt es nur eine vage Beschreibung. Eine Prostituierte war kürzlich mit Mühe und Not einem Freier entkommen, der sie in seinem Auto erwürgen wollte. Nach den Aussagen der Frau hat er dabei wiederholt gesagt, er werde sie "umbringen wie all die anderen Nutten".

Die Bewohner der Downtown Eastside vermuten einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge, dass Prostituierte mit Drogenversprechen auf die Schiffe im Vancouvers Hafen gelockt und als Sklavinnen missbraucht werden. Ihre Leichen würden dann im Meer versenkt.



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