Royals Prinzen Philip und Charles rivalisieren weiter

"Sophiegate" stürzte im April die britische Monarchie in eine tiefe Krise. Die von Prinz Charles angestrebten Reformen wurden nun von dessen Vater Prinz Philip torpediert. Und Premierminister Tony Blair ist sauer.


Prinz Philip
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London - Nach Presseberichten hat Prinz Philip, 80, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., 75, eine tief greifende Reform der Monarchie als Lektion aus der "Sophiegate"-Affäre verhindert. Wie der "Guardian" und die "Times" berichten, setzte er sich damit gegen den Thronfolger Prinz Charles, 52, und dessen Schwester Anne, 50, durch. Die Regierung von Premierminister Tony Blair ist den Angaben zufolge "wütend" über Philips Intervention.

Lord Luce, ein ranghoher Berater der Queen, erstellt zurzeit in ihrem Auftrag einen Bericht, der klären soll, ob Mitglieder des Königshauses geschäftliche Interessen wahrnehmen dürfen. Elizabeth hatte den Bericht in Auftrag gegeben, nachdem die Monarchie im April in eine Krise geraten war.

Sophie Wessex, 36, die Frau von Prinz Edward, 37, war auf einen als Scheich verkleideten Reporter der Zeitung "News of the World" hereingefallen, der sich als potenzieller Kunde ihrer PR-Agentur ausgegeben hatte.

Der Reporter nahm seine Gespräche mit Sophie heimlich auf und brachte sie durch die Veröffentlichung in arge Verlegenheit. Sophie hatte demnach Premierminister Blair als "unwissend" bezeichnet, seine Frau Cherie als "noch schlimmer", den Regierungshaushalt als "Null-Nummer" und Oppositionsführer William Hague als "sprechende Puppe". Ihr Geschäftspartner Murray Harkin, 37, gab zu, regelmäßig Kokain zu nehmen, und bot dem "Scheich" an, Sexpartys mit jungen Asiaten zu organisieren.

Prinz Charles
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Prinz Charles

Zeitungsberichten zufolge forderte Prinz Charles daraufhin, dass Edward und Sophie ihre Unternehmen aufgeben müssten, wenn sie weiter als offizielle Mitglieder des Königshauses auftreten wollten. Auch die Regierung soll das als die sauberste Lösung betrachten. Doch Prinz Philip hat sich nun nach Informationen des "Guardian" mit seiner gegenteiligen Meinung durchgesetzt.

Der Bericht von Lord Luce fordere nun lediglich größere Diskretion und rate den Mitgliedern der Königsfamilie, mit ihren Kunden nicht mehr über andere Royals oder Politiker herzuziehen. Die Zeitung zitierte eine Quelle mit den Worten: "Sie müssen es vor allem vermeiden, sich von getürkten Scheichs hereinlegen zu lassen, und sie sollten nicht unbedingt mit Leuten zusammenarbeiten, die für ihre bevorzugten Kunden Schwulenpartys veranstalten."



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