Olympia-Eklat Ruderverband gibt Drygalla Rückendeckung

Der Deutsche Ruderverband steht voll hinter Nadja Drygalla - das teilte Verbandschef Kaidel nach einem Spitzentreffen in Hannover mit. Drygalla war wegen ihrer Beziehung zu einem ehemaligen NPD-Mitglied von den Olympischen Spielen abgereist.
Ruderin Drygalla bei den Olympischen Spielen: Viel Wirbel um ihre Beziehung

Ruderin Drygalla bei den Olympischen Spielen: Viel Wirbel um ihre Beziehung

Foto: DARREN WHITESIDE/ Reuters

Hannover - Nadja Drygalla hat eine Zukunft beim Deutschen Ruderverband (DRV) und darf auf die Aufnahme in die Sportförderung der Bundeswehr hoffen. Das ist das Ergebnis einer Aussprache zwischen der 23-Jährigen, ihrem Anwalt Rainer Cherkeh, DRV-Präsident Siegfried Kaidel, Sportdirektor Mario Woldt, DRV-Justiziar Stefan Felsner und Hans Sennewald, dem Präsidenten des Landesruderverbands Mecklenburg-Vorpommern.

Drygalla war bei den Olympischen Spielen wegen ihrer Beziehung zu dem früheren NPD-Landtagskandidaten Michael Fischer vorzeitig aus dem deutschen Quartier abgereist. Sie selbst distanzierte sich ausdrücklich von der rechten Szene.

"In freundschaftlicher, konstruktiver Atmosphäre hat Siegfried Kaidel bekräftigt, dass der Verband voll hinter seiner Athletin steht", heißt es nun in einer Erklärung des DRV.

Drygalla war bis zum September 2011 Mitglied der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Dann wurde ihre Beziehung mit Fischer im Innenministerium bekannt, Drygalla schied aus dem Polizeidienst aus - auf eigenen Wunsch, wie es offiziell hieß. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erfuhr nach eigenen Angaben erst während der Olympischen Spiele von der Beziehung. Nach einem Gespräch mit Michael Vesper, Chef de Mission, entschloss sich die Athletin zur Abreise.

Drygalla hofft nun auf eine Aufnahme in das Sportförderprogramm der Bundeswehr. Der DOSB hat seine Stellungnahme zur Aufnahme der Ruderin eingereicht. Damit liegen alle Materialien vor, die für eine Prüfung des vom DRV gestellten Antrags benötigt werden. Das Verteidigungsministerium schließt nicht aus, dass Drygalla schon bald Sportsoldatin werden könnte.

"Es ist ja gegen sie ermittelt worden, viele haben versucht, in ihrem Umfeld etwas zu finden. Sie selber hängt keinem rechtsextremen Gedankengut nach. Von daher liegt gegen sie nichts vor", sagte Vesper.

hut/dpa/sid
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