Rudolf Heß Starb ein Doppelgänger in Spandau?

Eine Gruppe englischer Verschwörungstheoretiker hat ein Buch herausgebracht, in dem behauptet wird, der 1987 in Spandau gestorbene Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß sei nicht der echte Heß gewesen, sondern ein englischer Geheimagent. Bald soll es verfilmt werden.


Rudolf Heß
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Rudolf Heß

London - Der echte Heß sei 1942 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Mit der neuen Theorie über den Tod des einstigen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß haben die drei britische Autoren Lynn Picknett, Clive Prince und Stephen Prior am Freitag in Edinburgh für Aufsehen gesorgt. Bisher sind sie bereits mit Werken wie "The Stargate Conspiracy" oder "Turin Shroud: In whose Image?" und dem Untertitel: "Die Wahrheit hinter der jahrhundertelangen Verschwörung der Verschwiegenheit" aufgefallen.

Nun behauptet das Dreigestirn, Heß habe sich nach seinem Flug nach Schottland am 10. Mai 1941 tatsächlich um Friedensverhandlungen mit Großbritannien bemüht und sei ein Jahr später, also 1942, gemeinsam mit dem Herzog von Kent bei einem Flugzeugabsturz in Wales ums Leben gekommen. Der Mann, der im August 1987 als Rudolf Heß im alliierten Kriegsverbrechergefängnis in Berlin-Spandau gestorben ist, sei in Wirklichkeit ein Doppelgänger gewesen. Dabei habe es sich um einen Agenten im Auftrag des britischen Geheimdienstes gehandelt.

Das Buch wird bereits verfilmt

In ihrem Buch "Double Standards - The Heß Cover-up" behaupten die Autoren, es gebe Beweise dafür, dass der richtige Rudolf Heß 1942 gestorben sei. Ein Sprecher der Fernsehproduktionsgesellschaft, die das Buch verfilmt, sagte am Freitag: "Es gab zwei Heß. Einer starb 1942, der andere 1987. Die Vorstellung, dass es einen Doppelgänger von Heß gab, ist ja nicht so ungewöhnlich. Schließlich hatte auch Churchill einen."

Erst im März hatte ein anderer Autor in der liberalen Zeitung "The Independent" ebenfalls behauptet, der in Spandau gestorbene Heß sei nicht der echte gewesen. Duff Hart-Davis schrieb, der britische Arzt Hugh Thomas, der Heß im britischen Militärhospital in Berlin untersucht habe, habe beim Spandauer Heß keine Zeichen jener Schussverletzungen aus dem Ersten Weltkrieg finden können, über die Rudolf Heß selbst berichtet habe und die auch durch Dokumente belegt seien. Außerdem habe der "Spandauer" Heß Alkohol getrunken und Fleisch gegessen - der "richtige" Heß hingegen sei Antialkoholiker und Vegetarier gewesen. Hart-Davis vermutet allerdings einen deutschen Doppelgänger, konnte jedoch nicht den Grund für eine solche Operation erklären.



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