Rückblick Der Postraub von 1963

Frankfurt/Main - Am 8. August 1963 ereignete sich in Großbritannien eines der spektakulärsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts: Mehrere maskierte Männer überfielen am frühen Morgen den Nachtzug von Glasgow nach London, den sie mit Hilfe eines falschen Signals in Buckinghamshire zum Halten gebracht hatten. Die Lokführer des regulären Postzugs wurden überwältigt. Vier Postangestellte, die mit der Bewachung des Geldes beauftragt waren, wurden gefesselt, während der restliche Zug abgekoppelt wurde. Die Posträuber zwangen Lokführer Jack Mills, den Waggon mit dem Geld auf eine Brücke zu fahren. Unterhalb der Brücke warteten drei Lastwagen, die in kürzester Zeit mit den erbeuteten Postsäcken beladen wurden.

Die Beute

Bei dem Coup, der nur eine Viertelstunde gedauert haben soll, erbeutete die 15-köpfige Bande insgesamt 2,63 Millionen Pfund. Durch Schläge mit einer Eisenstange wurde der 57-jährige Zugführer schwer verletzt. Er erholte sich nie richtig von seinen Verletzungen und verstarb 1970.

Die Täter

Scotland Yard leitete sofort die Fahndung ein. Ein Großteil der Posträuber ging nach kurzer Zeit ins Netz. Der Drahtzieher der Bande, der damals 34-jährige Ronald Biggs, konnte erst 1964 verhaftet werden. Er wurde zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm gelang aber eine spektakuläre Flucht aus einem Gefängnis im Süden Londons, nachdem er 15 Monate seiner Haftstrafe verbüßt hatte. Die Posträuber, unter denen zwei Anwälte, ein Rennwagenfahrer, ein Florist, ein Nachtclubbesitzer und ein Friseur waren, erhielten Haftstrafen zwischen 18 und 30 Jahren. Fünf Mitglieder der Bande starben in den letzten Jahrzehnten. Einige wurden nach der Verbüßung ihrer Haftstrafe wieder straffällig. Die Ermittler waren fest davon überzeugt, dass noch zwei weitere Komplizen an dem Coup beteiligt waren, aber die Verdächtigten konnten aus Mangel an Beweisen nie dingfest gemacht werden.

Mehr als 30 Jahre nach seiner Flucht kehrte Biggs nach Großbritannien zurück. Ebenfalls mit an Bord des Flugzeugs war Biggs' ehemaliger Komplize bei dem Überfall, Bruce Reynolds. Er wurde 1968 gefasst und verbüßte zehn Jahre einer 25-jährigen Haftstrafe.

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