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METROPOLEN Rückkehr der Eurotrashs

aus DER SPIEGEL 2/2003

Lange hatte sie keinen bestimmten Ort, die reiche, unbeschwerte Jeunesse dorée Europas, sie verlief sich in St. Moritz oder Biarritz, in Paris oder London. Seit kurzem zieht es viele von ihnen wieder in dieselbe Stadt: Die europäische Upperclass-Jugend versammelt sich - so zahlreich wie zuletzt in den Achtzigern - in New York. Da es sich um so genannte No-office-to-go-Twens handelt, also um Menschen, die ausschlafen können, werden die Euro-Cliquen erst nach dem Abendessen aktiv. Verschiedene New Yorker Clubs leben inzwischen von den »Eurotrashs«, folglich ist die früher abfällig gemeinte Bezeichnung heute ein Lob. In der US-Werbung schmückt man sich mit flotten Europäern, jetzt fand auch die »New York Times« den Einmarsch der jungen Euros ins New Yorker Clubleben eine ausführliche Reportage wert. Dort wurden zwar die Adelstitel, die so mancher Jungreiche mit sich trägt, als »eher dubios« bezeichnet, aber insgesamt klingt Respekt durch für qualitätsorientierte Europäer, die für eine Flasche Wodka 350 Dollar zahlen. Laut »New York Times« ist beim scheinteuren Aufzug manches Jungeuropäers auch Hochstapelei am Werk: Man könne sich in Neapel für wenig Geld so einkleiden, dass man besser aussehe als ein Amerikaner, der sich bei »Gucci« fast ruiniert habe.

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