Russland Alkoholsüchtiger Braunbär geheilt

Sieben Jahre ist er alt. Fast die Hälfte seines Lebens sah der russische Braunbär "Potapytsch" nur weiße Mäuse. Dann kam er in eine mehrwöchige Entziehungskur.


Moskau - Nach der Kur gilt Meister Petz als von seiner Alkoholsucht geheilt. Dies berichtet die Moskauer Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Der Leidensweg des Bären begann vor knapp sechs Jahren, als ein Moskauer Geschäftsmann den jungen Bären kaufte und im Park seiner Villa in einem Vorort der russischen Hauptstadt unterbrachte.

Als der Mann später ins Gefängnis musste, blieb "Potapytsch" in der Obhut des Wächters zurück. In der Einsamkeit des Grundstücks begann "Onkel Myscha", wie der Wächter laut Zeitungsbericht hieß, seinen Wodka mit Potapytsch zu teilen.

Zunächst goss er dem Bären das hochprozentige Wässerchen in das Essen, ehe sich Potapytsch den Wodka direkt in das Maul kippen ließ. Bär und Wächter torkelten über das Grundstück und wurden zum Ortsgespräch. Die Leiterin der Tierabteilung einer Filmgesellschaft erfuhr vom Leid des Bären und entschloss sich, das Tier von seiner Sucht zu heilen. "Der Abschied von Onkel Myscha war herzzerreißend", sagte Tatjana Jarkina. In seinem neuen Domizil wurde der Bär langsam entwöhnt: Die Wodka-Dosis im Essen wurde kontinuierlich reduziert. "Und jetzt trinkt Potapytsch wieder Milch", berichtete Jarkina.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.