Militärgelände in Russland Fünf Tote nach missglücktem Test - erhöhte Radioaktivität befürchtet

Tödlicher Unfall im Norden Russlands: Auf einem Militärgelände sind bei einem missglückten Test mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Dabei wurde offenbar auch Radioaktivität freigesetzt.

Eine der betroffenen Städte: Sewerodwinsk
ITAR-TASS/ imago images

Eine der betroffenen Städte: Sewerodwinsk


In Russland sind bei einem missglückten Test auf einem Militärgelände fünf Menschen gestorben. Zudem wurde offenbar Radioaktivität freigesetzt. Zu dem Unfall im Norden des Landes sei es nach Angaben der russischen Atombehörde Rosatom beim Probelauf eines Raketenmotors für flüssigen Treibstoff gekommen, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA.

Eine Sprecherin der in der Region liegendem Stadt Sewerodwinsk teilte in einer mittlerweile gelöschten Stellungnahme mit, dass am Donnerstag morgen erhöhte Radioaktivität gemessen worden sei. Amerikanische Experten vermuten, dass es beim Test eines neuartigen Marschflugkörpers mit Atomantrieb zu einer Explosion gekommen ist.

Neben den Toten habe es auch mehrere Verletzte gegeben. Russische Behörden hatten zuvor berichtet, zwei Menschen seien bei dem Zwischenfall getötet worden.

Anwohner sollen sich mit Jod eingedeckt haben

Nach Medienberichten haben sich Anwohner in der Umgebung des Raketentestgeländes mit Jod eingedeckt. In mehreren Apotheken der beiden Hafenstädte Archangelsk und Sewerodwinsk sei Jod, das bei radioaktiver Verstrahlung helfen kann, bereits ausverkauft.

Russlands Präsident Wladimir Putin, der mittlerweile seit 20 Jahren im Amt ist, hatte im März 2018 eine neue Generation von Marschflugkörpern angekündigt. Sie seien bereits 2017 getestet worden, hätten eine unbegrenzte Reichweite und seien unangreifbar für alle existierenden Raketenabwehrsysteme.

Ein Mitglied der US-Regierung erklärte, er werde weder bestätigen noch dementieren, dass es einen Unfall mit einem atomar angetriebenen Marschflugkörper in Russland gegeben habe. "Wir beobachten weiterhin die Vorgänge im entlegenen Norden Russlands, aber die Versicherungen Moskaus 'alles ist ganz normal' klingen für uns unglaubwürdig", sagte der Regierungsmitarbeiter, der nicht genannt werden wollte.

bam/Reuters

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