Waldbrände in Russland Als würde ganz Baden-Württemberg in Flammen stehen

Nicht nur am Mittelmeer sorgen Waldbrände für katastrophale Zustände: Im Osten Russlands kämpfen mehr als 4000 Menschen gegen das Feuer. Und in den USA weitet sich das »Dixie Fire« weiter aus.
Ein Feuerwehrmann beobachtet die Brände im Osten Russlands

Ein Feuerwehrmann beobachtet die Brände im Osten Russlands

Foto: Ivan Nikiforov / AP

Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Russland ist die Zahl der Einsatzkräfte verstärkt worden. In der besonders betroffenen Region Jakutien (Republik Sacha) im Osten des Landes seien 500 weitere Helfer hinzugekommen, teilten die Behörden mit. Mehr als 4000 Menschen sind damit vor Ort, um etwa zu verhindern, dass ganze Dörfer abbrennen. Im Einsatz seien auch mehrere Löschflugzeuge. Zwar können immer wieder einzelne Feuer gelöscht werden, insgesamt sei die Situation aber sehr schwierig, hieß es.

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Landesweit zählte die Forstschutzbehörde 242 Brände auf einer Gesamtfläche von rund 3,7 Millionen Hektar – etwas mehr als am Vortag. Das entspricht etwa der Fläche Baden-Württembergs. Ganze Dörfer und Städte versinken im Rauch. Der Qualm zieht mittlerweile bis weit in den Süden Russlands an die Grenze zur Mongolei, wie die Behörden der Republik Chakassien mitteilten.

Seit Monaten gibt es im flächenmäßig größten Land der Erde Wald- und Flächenbrände. Zehn Regionen haben bereits den Notstand ausgerufen. Die meisten Feuer entstehen den Behörden zufolge durch Gewitter oder weil Menschen trotz Warnhinweisen Lagerfeuer anzünden. Bewohner der betroffenen Regionen sollten sich wegen des Rauchs möglichst wenig im Freien aufhalten und Schutzmasken tragen, hieß es.

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Historische Feuer in den USA

Auch in den USA stellt die Hitze die Bevölkerung weiterhin vor große Probleme: Das in Nordkalifornien wütende »Dixie Fire« hat sich zum zweitgrößten Waldbrand in der Geschichte des US-Bundesstaats ausgeweitet. Wie die Behörden mitteilen, hat das riesige Feuer bis Sonntagmorgen 187.562 Hektar Land vernichtet – eine Fläche, die größer ist als Los Angeles. Damit hat das »Dixie Fire« das »Mendocino Complex Fire« von 2018 als zweitgrößter Brand in der Geschichte Kaliforniens abgelöst.

Das seit Mitte Juli wütende »Dixie Fire« ist derzeit der größte aktive Waldbrand in den USA und einer von elf größeren Bränden allein in Kalifornien. Erst gut ein Fünftel des Feuers konnte nach Angaben der Feuerwehr bislang unter Kontrolle gebracht werden.

Tausende Menschen sind in den USA bereits vor den Flammen geflohen

Tausende Menschen sind in den USA bereits vor den Flammen geflohen

Foto: FRED GREAVES / REUTERS

Tausende Menschen flohen bereits vor den Flammen. Mehr als 400 Gebäude wurden zerstört. Die historische Goldgräberstadt Greenville ist komplett abgebrannt.

»Es war, als käme man aus einem Kriegsgebiet«, berichtete Tami Kugler, die aus Greenville geflohen war und nun in einer Notunterkunft in einem Zelt lebte, der Nachrichtenagentur AFP. »Meine Nachbarschaft ist weg«, sagte sie. Um sie herum saßen zahlreiche erschöpfte Familien, die Autos voll mit den Habseligkeiten, die sie vor dem Feuer retten konnten.

Die Polizei suchte am Samstag immer noch nach drei Vermissten. Zwei zuvor als vermisst gemeldete Personen seien mittlerweile gefunden worden. Immer wieder treffen die Einsatzkräfte Einwohner an, die sich der Evakuierungsanordnung widersetzen.

bam/AFP/dpa
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