China und Russland Hochwasser bedrohen Hunderttausende Menschen

Solche Überschwemmungen hat die Region seit Jahrzehnten nicht erlebt: In Russland und China mussten mehr als hunderttausend Einwohner wegen heftiger Regenfälle in Sicherheit gebracht werden. Mindestens 25 Menschen kamen ums Leben.

REUTERS

Moskau - Im Nordosten Chinas sorgen derzeit Stürme und Überschwemmungen für schwere Schäden. In den Provinzen Heilongjiang und Jilin kamen nach Angaben der staatlichen Agentur Xinhua am Freitag und Samstag 25 Menschen ums Leben. Es handle sich hier um die schwersten Hochwasser seit Jahrzehnten, hieß es.

Die Wassermassen zerstörten demnach bisher mehr als 2500 Gebäude und beschädigten mindestens 12.500 Häuser. Zahlreiche Bahnstrecken, Straßen und Brücken wurden beschädigt. Der Schaden wird mit 7,1 Milliarden Yuan (870 Millionen Euro) beziffert.

Im Osten Russlands bedrohen in der Nähe der chinesischen Grenze die schwersten Hochwasser seit 120 Jahren ganze Regionen. Wenn sich die Lage weiter verschlechtere, müssten bis zu 100.000 Menschen zusätzlich in Sicherheit gebracht werden, berichteten russische Medien.

Nach starken Regenfällen seien bereits Landstriche mit 170.000 Bewohnern evakuiert worden. Meteorologen zufolge werden die Überschwemmungen frühestens Anfang September zurückgehen.

Entlang des Amur-Flusses seien rund 5000 Häuser in mehr als 120 Orten überflutet, teilte der Zivilschutz der Agentur Itar-Tass zufolge mit. "Am Montag könnte der Amur-Pegel bei der Großstadt Chabarowsk bei 6,50 Meter stehen, das wären acht Zentimeter mehr als beim Jahrhunderthochwasser 1898", sagte Wjatscheslaw Parschin vom örtlichen Hydrometeorologischen Amt.

Rettung per Hubschrauber

Bei einem Treffen im Hochwassergebiet rund 6000 Kilometer östlich von Moskau forderten Zivilschutzminister Wladimir Putschkow und Präsidentenberater Viktor Ischajew weitere Hilfe von der Armee an. Eine riesige Transportmaschine vom Typ Iljuschin Il-76 brachte Planierraupen zum Dammbau sowie Boote und Nahrung in die Region.

Mehrzwecktransporthubschrauber vom Typ Mi-8 und Mi-26 bargen Dutzende Bewohner, die sich vor den Fluten auf Dächer gerettet hatten. Kreml-Chef Wladimir Putin kündigte eine Erhöhung der Soforthilfe von 100 Millionen Rubel (etwa 2,5 Millionen Euro) an. Der Schaden wird von den Behörden auf umgerechnet Dutzende Millionen Euro geschätzt.

Putin rief die Bürger und Rettungskräfte auf, ihre Kräfte gegen das Hochwasser zu bündeln. Noch könne keine Entwarnung gegeben werden. Glücklicherweise sei bislang aber noch niemand ums Leben gekommen. Den Medienberichten zufolge sind 400.000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche überflutet.

sto/Reuters/dpa



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