3100 Jahre alte Tasse zum Verkauf angeboten Mutmaßlicher Raubgräber wegen Unterschlagung angeklagt

Er soll ein jahrtausendealtes Bronzegefäß aus der Erde gebuddelt und zum Verkauf angeboten haben: Jetzt muss sich ein Mann aus Sachsen-Anhalt wegen Verdachts auf Unterschlagung vor Gericht verantworten.
Amtsgericht Merseburg (Sachsen-Anhalt)

Amtsgericht Merseburg (Sachsen-Anhalt)

Foto: Hendrik Schmidt / picture alliance / dpa

Ein 39-Jähriger aus Sachsen-Anhalt muss sich vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, illegal einen etwa 3100 Jahre alten Bronzeschatz ausgegraben und zum Verkauf angeboten zu haben.

Wie ein Sprecher des Amtsgerichts Merseburg mitteilte, wurde die Verhandlung für den 25. August anberaumt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Unterschlagung von Artefakten vor. Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem unrechtmäßig erworbenen Gefäß um einen archäologischen Fund von unschätzbarem Wert.

Die überdimensional große Tasse mit Verzierungen aus Bronze sei ein Opferfund, erklärte ein Sprecher des Landesmuseums für Archäologie in Halle. Die Menschen hätten damals Stücke vergraben, um damit ihren Göttern zu huldigen.

Erwischt wurde der Mann bereits vor zwei Jahren. Er hatte laut Anklage den Fund im Internet zum Kauf angeboten. Ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger sei darauf aufmerksam geworden und habe das Landesmuseum informiert. Bei der Durchsuchung der Wohnung des damals 37-Jährigen stellte die Polizei in Querfurt (Saalekreis) die Tasse und weitere Fundstücke sicher.

Raubgräber sorgen bei Archäologen immer wieder für Empörung. Sie zerstörten mit ihren Grabungen teils zusammenhängende Fundstellen und damit für die Wissenschaft unwiederbringliche Erkenntnisse, sagte der Museumssprecher.

Die weltweit bekannte, rund 3600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" sei ein Beispiel dafür. Zwei Raubgräber hatten diese als Teil eines Bronzeschatzes 1999 mit Metallsuchgeräten bei Nebra im Burgenlandkreis gefunden, aus der Erde geholt und zum Verkauf angeboten.

Erst 2002 stellte die Schweizer Polizei die Bronzescheibe in einem Hotel sicher. Sie gehört heute zum Unesco-Weltdokumentenerbe und gilt als die älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos.

ala/dpa
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