Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz Flammen wüten noch immer im Nationalpark Sächsische Schweiz

Das Feuer hat sich auf 250 Hektar ausgeweitet: Seit mehr als zwei Tagen brennt der Wald in der Sächsischen Schweiz. Zerklüftetes Gelände und Totholz erschweren die Löscharbeiten.
Der Wald brennt im Nationalpark Sächsische Schweiz (Aufnahme von Dienstag)

Der Wald brennt im Nationalpark Sächsische Schweiz (Aufnahme von Dienstag)

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Der Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz ist noch nicht unter Kontrolle. In zwei von fünf Brandgebieten sei die Lage nach wie vor angespannt, sagte der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz. »Das Gebiet ist zerklüftet und nicht leicht zu erreichen«. Zudem erschwere Totholz die Brandbekämpfung.

In der Nacht hätten 148 Einsatzkräfte verhindert, dass sich der Brand noch mehr ausweitet. Das Feuer hat sich bereits auf 250 Hektar ausgebreitet, wie auch der MDR berichtet.  Am Morgen sollte ein Polizeihubschrauber einen Aufklärungsflug unternehmen.

Die Feuerwehrleute können am Mittwoch auch auf Niederschläge hoffen. Wie der Deutsche Wetterdienstes in Leipzig mitteilte, zieht am Vormittag Regen vom Vogtland langsam ostwärts und erreicht am Mittag das Erzgebirge und später auch die Sächsische Schweiz. Es lasse sich aber nicht sagen, wie ergiebig der Regen ausfalle, sagte der Meteorologe vom Dienst in Leipzig. Die Temperaturen steigen auf 21 bis 23 Grad, im Bergland 17 bis 20 Grad.

Bis zum Dienstagabend hatten fünf Hubschrauber, darunter drei von der Bundeswehr, und Hunderte Feuerwehrleute das Feuer bekämpft. In einigen Gebieten ist die Wasserzufuhr problematisch – es müssen lange Schlauchleitungen aus der Elbe und der Kirnitzsch gelegt werden. Zudem wird das Löschwasser mit Tankfahrzeugen in das Gebiet gebracht.

Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. In Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz gilt seit Dienstag Katastrophenalarm. Touristen sollen das Gebiet meiden. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge dürfen bis auf Weiteres die Wälder nicht mehr betreten werden. Wohngebiete waren zunächst nicht bedroht.

In Brandenburg brennt es noch auf mindestens 500 Hektar

Der Waldbrand im Süden Brandenburgs ist ebenfalls noch nicht unter Kontrolle, die Lage hat sich aber etwas entspannt. »Über Nacht ist das Feuer wegen der Kühle etwas zurückgegangen«, sagte Thomas Trodler vom Führungsstab der Feuerwehr im Elbe-Elster-Kreis. Aber: »Es ist am Morgen mit auffrischendem Wind zu rechnen. Dann werden die Feuer wieder auflodern«, sagte Trodler.

Noch immer sei eine Fläche von rund 850 Hektar betroffen, ein heißer Brand mit Flammen und Rauchentwicklung tobe allerdings nur noch auf einer Fläche von rund 500 Hektar. Insgesamt sechs Hubschrauber der Bundeswehr hatten seit Dienstag den Brand aus der Luft bekämpft, 440 Feuerwehrleute waren am Boden im Einsatz. »Bis Mitternacht ist einer der Hubschrauber Einsätze geflogen«, erläuterte Trodler.

Besonders problematisch seien nach wie vor die Einsätze in zwei Abschnitten, in denen Munition im Boden vermutet wird. »Hier können die Feuerwehrleute aus Sicherheitsgründen nur von den Wegen aus den Brand bekämpfen«. Zudem arbeitet ein Bergepanzer der Bundeswehr Schneisen in den Wald, auf denen dann andere Einsatzfahrzeuge sicher unterwegs sind.

Der Landesfeuerwehrverband bezeichnete das Feuer als größten Waldbrand in diesem Jahr in Brandenburg. Experten gehen davon aus, dass das Löschen aller Glutnester noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern könnte.

kha/dpa
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