Säumiger Schuldner Weltbank verweigert Burmas Junta Kredite

Die Not nach der Unwetterkatastrophe könnte kaum größer sein, dennoch will die Weltbank dem burmesischen Militärregime keine finanzielle Hilfe mehr gewähren. Der Grund: Die Junta habe seit nunmehr zehn Jahren die Kredite nicht bedient.

Rangun - "Die Weltbank ist nicht in der Position", sagte der Geschäftsführende Direktor des Instituts, Juan Jose Daboub, "dem von einem Zyklon verwüsteten Burma finanzielle Hilfe zu gewähren." Das Land habe seit 1998 seine Verbindlichkeiten nicht bedient und es widerspreche der grundsätzlichen Haltung der Bank, säumigen Schuldnern neue Gelder zu bewilligen.

Am Dienstag hat in Burma, knapp drei Wochen nach dem verheerenden Zyklon, eine dreitägige Staatstrauer für Zehntausende Todesopfer begonnen. Im ganzen Land sollen Flaggen auf Halbmast gesetzt werden.

Besonders schlecht ist nach wie vor die Lage im tief liegenden Irrawaddy-Delta, in dem die Menschen von Krankheiten und Hunger bedroht sind. Nach Uno-Schätzungen geht die Zahl derer, die dringend Hilfe benötigen, in die Millionen. Nach offiziellen Angaben starben bei dem Unwetter 78.000 Menschen. Zusätzlich würden 56.000 Menschen vermisst.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon will die Region am Mittwoch besuchen. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen, John Holmes, will am heutigen Dienstag mit Vertretern der Militärregierung zusammentreffen, um eine Verbesserung der Hilfsleistungen zu erreichen. Von der hochrangigen Uno-Mission erhoffen sich Hilfsorganisationen einen verbesserten Zugang zu den Menschen im Katastrophengebiet.

Trotz der Not der Menschen hat die Militärregierung es ausländischen Helfern bisher nicht gestattet, in die schwer verwüsteten Gebiete vorzudringen. Am Montag hatte sich die Junta unter wachsendem internationalen Druck dann bereit erklärt, asiatische Ärzte und Experten in die Krisenregion zu lassen.

jdl/AP/AFP/Reuters

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