Säuretanker-Unfall "Der Petroleumhafen ist biologisch tot"

Die Havarie des Chemietankers "ENA 2" hat eine Umweltkatastrophe im Hamburger Hafen angerichtet. Es ist viel mehr Säure ausgelaufen als zunächst angenommen - der Petroleumhafen sei "biologisch tot", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Bei Hochwasser soll das Schiff nun gehoben werden.


Unfallstelle im Hamburger Petroleumhafen: "Da gibt es keine Fische mehr"
AP

Unfallstelle im Hamburger Petroleumhafen: "Da gibt es keine Fische mehr"

Hamburg - Aus dem Tanker ist nach Angaben der Norddeutschen Affinerie, der das Schiff gehört, mehr als die Hälfte der geladenen 500.000 Liter Schwefelsäure in die Elbe geflossen. "Der Petroleumhafen ist biologisch tot, da gibt es keine Fische mehr", sagte Feuerwehrsprecher Peter Braun heute zu SPIEGEL ONLINE. Der Bereich, in dem die Säure Schaden anrichte, sei aber glücklicherweise begrenzt, sagte Braun.

Morgen Abend gegen 18 Uhr, wenn im Petroleumhafen Hochwasser ist, wollen die Helfer das Schiff heben und umdrehen. Dazu wird der Tanker "wie in einer Hängematte" zwischen zwei Schwimmkränen gehoben. Die restliche Schwefelsäure soll dann abgepumpt werden.

Der Tanker war am Montag mit einem Containerschiff kollidiert und gekentert. Der Kapitän der "ENA 2" war zum Zeitpunkt des Unfalls betrunken. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2,1 Promille Alkohol im Blut. Werner Marnette, Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Affinerie, hatte eingeräumt, es sei bekannt gewesen, dass der Mann ein Alkoholproblem habe. Im Dezember 2003 sei der betrunkene Mann bereits dem Werkschutz aufgefallen und des Geländes verwiesen worden. Der Arbeitgeber des Mannes, eine Hamburger Chartergesellschaft, habe eine schriftliche Abmahnung wegen des Vorfalls bekommen.



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