Sambia Der alte Präsident als Vorbild im Kampf gegen Aids

Sambia kämpft wie die meisten südafrikanischen Länder mit einem großen Problem: Aids. Nur wenige Sambier sind sich aber bewusst, dass ein regelmäßiger Aidstest wichtig für sie ist. Jetzt ist der Gründungsvater und erste Präsident der Republik, Kenneth Kaunda, mit gutem Beispiel vorangegangen.


Sambias Gründungsvater Kaunda: Ein Aidstest als symbolischer Akt
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Sambias Gründungsvater Kaunda: Ein Aidstest als symbolischer Akt

Lusaka - Als jetzt im Zentrum der Hauptstadt Lusaka ein Aidstest-Center eröffnet wurde, ließ sich Kaunda nicht lange bitten. Der 77-jährige Gründungsvater der südafrikanischen Republik war der erste Sambier, der sich dem Test unterzog, berichtet die BBC. Kaundas Engagement gegen Aids hat eine ganz persönliche Note: 1986 starb sein Sohn an der Krankheit. Kaunda war von 1964 bis 1991 Sambias Präsident.

Die Betreiber der Klinik hoffen, dass so den Sambiern die Angst vor dem Test genommen wird. Bisher haben sich angeblich erst 160.000 von den über zehn Millionen Einwohnern auf HIV testen lassen. Dabei ist der Aidstest gerade für das Bewusstsein der Menschen so wichtig: Die Erfahrungen der Gesellschaft für Familiengesundheit, die die Klinik betreibt, zeigen, dass Menschen nach dem Test auch ihre Einstellung und ihr Verhalten gegenüber der Krankheit ändern.

Das Aidszentrum in Lusaka bietet dabei nicht nur den halbstündigen Test an. Die Betreiber wollen die Bevölkerung in erster Linie auch beraten und informieren. In Sambia gibt es schon mehrere solche Zentren. Allerdings werden bisher noch konkrete Maßnahmen der Regierung vermisst. Vielleicht ist der symbolische Akt des ersten Präsidenten ja auch ein Weckruf für seine Erben.



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