+++ "Sandy"-Liveticker +++ Widersacher lobt Obamas Krisenmanagement

"Sandy" bringt den US-Wahlkampf fast zum Erliegen, Präsident Obama und Herausforderer Romney haben Auftritte abgesagt. Der Sturm hat die US-Küste schwer getroffen - er wird nur langsam schwächer. Verfolgen Sie die Nachrichten im Liveticker.

AP

[16.00 Uhr] Leere Ränge

Auch auf die besten Witze wird an diesem Abend nur Schweigen folgen. Hurrikan "Sandy" hinderte Fans der "Late Show" daran, ihr Idol David Letterman live zu erleben. Der König der Late-Talker trotzte allen Warnungen und erschien am Montag zur Aufzeichnung im New Yorker Studio des Senders CBS. Um überhaupt einen Adressaten für seine Witze zu finden, musste Letterman mit den Studiomusikern um Bandleader Paul Shaffer vorliebnehmen, wie die Nachrichtenseite "The Hollywood Reporter" berichtete.

[15.50 Uhr] Raus aus der "toten Zone"

Lower Manhattan, im Katastrophengebiet: Es regnet sturzbachartig, wegen des Stromausfalls sind auch alle Ampeln ausgefallen. Auf den Straßen liegen umgekippte Bäume, Äste, Teile von Baugerüsten, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Florian Harms. Viele Menschen wissen noch gar nicht, was genau passiert ist, weil sie kein Fernsehen oder Radio nutzen können und auch das Handynetz zusammengebrochen ist.

Hunderte Menschen stehen an den Straßenrändern und versuchen, eines der wenigen Taxis anzuhalten, um aus der "toten Zone" hinauszufahren. "Sind auch alle Brücken geschlossen?", ruft eine junge Frau einem langsam vorbeifahrenden Autofahrer zu. Im Finanzviertel von Lower Manhattan sichern gepanzerte Polizeitrucks ein Gebäude der Zentralbank.

[15.38 Uhr] Schulen ab Mittwoch wieder geöffnet

SPIEGEL-Reporter Markus Grill berichtet, dass die Schulen in Washington morgen wieder öffnen werden. Es herrscht Erleichterung, dass "Sandy" die US-Hauptstadt nicht so hart getroffen hat wie befürchtet.

[15.30 Uhr] 150.000 Haushalte in Washington ohne Strom

In Washington herrscht die Ruhe nach dem Sturm, berichtet SPIEGEL-ONLINE- Reporter Sebastian Fischer. Die Hauptstädter sind froh, dass es sie schwächer getroffen hat als erwartet. Zwar sind noch immer gut 150.000 Haushalte in der Region ohne Strom, doch die Zahl lag in der Nacht auch schon bei etwa 220.000. Der Potomac River ist stark angestiegen in den letzten Stunden, doch innerstädtisch bisher kaum über das Ufer getreten.

[15.12 Uhr] U-Bahn in Washington soll bald wieder fahren

Nach dem Durchzug von Wirbelsturm "Sandy" sollen in der US-Hauptstadt die öffentlichen Verkehrsmittel bald wieder fahren. Mittwochmorgen soll alles wieder normal laufen, teilten die Verkehrsbetriebe mit. U-Bahnen und Busse hatten Montagmorgen den Dienst eingestellt.

[15.10 Uhr] Einkaufen im Luxus-Hotel

Weil Läden und Behörden geschlossen sind, kommt es in Midtown Manhattan zu bemerkenswerten Szenen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Florian Harms. Menschen, die zu Hause nicht genug Essen oder Wasser gebunkert haben, versuchen, in Luxus-Hotels zu gelangen, um dort in den Shops einzukaufen - so sitzen bereits Hunderte in der Lobby des Hyatt Hotels, viele auf dem Fußboden. Die Sicherheitsleute lassen daher inzwischen niemanden mehr ins Hotel, der kein Zimmer gebucht hat. Es kommt zu Rangeleien, Menschen rufen: "Lasst mich rein, ich will doch nur ein paar Flaschen Wasser kaufen!"

[14.38 Uhr] Astronauten beobachten "Sandy" aus dem All

Die Besatzung der Raumstation ISS konnte dem Wirbelsturm aus dem Weltall folgen. Astronautin Sunita Williams, deren Familie in New England lebt, sagte, sie habe den Wirbel aus Tausenden Kilometern Entfernung erkennen können.

[14.26 Uhr] "Sandy" zieht weiter gen Norden

Nach den verheerenden Sturmschäden an der Ostküste der USA zieht "Sandy" weiter in Richtung Norden. Dabei schwäche sich der Sturm nur langsam ab. Es gebe nach wie vor Windgeschwindigkeiten von knapp hundert Kilometern pro Stunde, berichtete ein Meteorologe des TV-Senders CNN. In den Höhenlagen der Appalachen falle Schnee.

[14.22 Uhr] Weitere Wahlkampftermine abgesagt

"Sandy" hat den US-Wahlkampf genau eine Woche vor der Wahl nahezu zum Erliegen gebracht. Präsident Barack Obama sagte nach Montag auch am Dienstag alle Auftritte ab und blieb im Weißen Haus, um das Krisenmanagement zu koordinieren. Obamas republikanischer Herausforderer Mitt Romney wollte zumindest einen Termin im umkämpften Ohio wahrnehmen. Sein Team betonte aber, dass es dabei vor allem um Hilfe für die Sturmopfer gehen sollte. Beide Präsidentschaftskandidaten bemühten sich, nicht den Eindruck zu erwecken, dass sie politische Auseinandersetzungen über das Wohlergehen der betroffenen Menschen stellten.

[14.09 Uhr] Politischer Widersacher lobt Obamas Kriseneinsatz

Der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hat US-Präsident Barack Obama nach dem katastrophalen Wirbelsturm ausdrücklich für sein Krisenmanagement gelobt. "Ich will dem Präsidenten persönlich für all seine Hilfe danken, während wir uns von dem Sturm erholen", schrieb Christie im Kurznachrichtendienst Twitter mit Blick auf seinen politischen Widersacher.

Christie gilt als einer der wichtigsten Fürsprecher von Obamas Herausforderer im Präsidentschaftswahlkampf, Mitt Romney. Auch in Fernsehinterviews bekräftigte der Republikaner am Dienstag sein Lob: "Der Präsident hat ausgezeichnet gehandelt", sagte er. Obama hat als Regierungschef die Oberaufsicht über die nationalen Rettungsbehörden.

[13.53 Uhr] Atommeiler Salem 1 in New Jersey abgeschaltet

Der Atommeiler Salem 1 am Delaware River im US-Bundesstaat New Jersey ist wegen des schweren Wirbelsturms abgeschaltet worden. Wie der Betreiberkonzern PSEG mitteilte, waren zuvor vier der sechs Wasserkreislaufpumpen ausgefallen. Der Nachbarreaktor in Hancocks Bridge arbeite normal. Die US-Atomaufsichtsbehörde NRC hatte zuvor bekannt gegeben, dass im Atomkraftwerk Oyster Creek, ebenfalls in New Jersey, Flutwellen und heftiger Regen den Pegel im Kühlwasser-Reservoir des Meilers hätten ansteigen lassen. Dadurch sei ein Alarmsignal ausgelöst worden.

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Wirbelsturm: "Sandy" sorgt für Chaos
[13.38 Uhr] Frankreich bietet Hilfe an

Die Regierung in Paris hat den USA wegen der Zerstörungen durch den Wirbelsturm "Sandy" jede erdenkliche Hilfe angeboten. Die Menschen würden "besonders schwierige Stunden" durchleben, sagte Außenminister Laurent Fabius. Er rief zugleich alle Franzosen in den USA zu höchster Vorsicht auf; sie sollten die Anweisungen der Behörden befolgen.

[13.33 Uhr] Versicherer können "Sandy"-Schaden wohl verkraften

Hurrikan "Sandy" wird nach ersten Expertenschätzungen die großen Versicherer weniger stark treffen als zunächst befürchtet. Die Allianz hob am späten Montagabend trotz vieler Horror-Szenarien im Vorfeld des Wirbelsturms ihre Gewinnprognose für dieses Jahr sogar an. Den Aktionären wird nun ein operativer Gewinn von mehr als neun Milliarden Euro versprochen - einen normalen Verlauf in den restlichen Monaten vorausgesetzt. Es wäre der höchste Profit seit Ausbruch der Finanzkrise.

Angesichts der noch unsicheren "Sandy"-Lasten ist das ein ungewöhnlicher Schritt für den sonst sehr vorsichtigen Dax-Konzern. "Sandy" werde vermutlich eher die Dimension von "Irene" aus dem vergangenen Jahr erreichen und nicht die von "Ike", dem nach "Katrina" zweitteuersten Hurrikan der vergangenen Jahrzehnte, sagte JP-Morgan-Versicherungsexperte Michael Huttner.

[13.23 Uhr] Menschen in Manhattan wagen sich ins Freie

8 Uhr, Manhattan: Immer mehr Menschen wagen sich wieder ins Freie, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Florian Harms. Zu Fuss oder im Auto kommt man voran, aber sonst steht noch alles still: Die U-Bahn, Busstationen, Tunnel und Brücken sind gesperrt. Die meisten Läden bleiben heute ebenso geschlossen wie Schulen, Gerichte, Broadway-Theater und die Börse. Kein Wunder: Allein in Manhattan haben mehr als 230.000 Haushalte keinen Strom.

[13.20 Uhr] Kreuzfahrtpassagiere sitzen fest

"Sandy" hält Kreuzfahrtpassagiere aus Deutschland länger in New York fest als geplant. Wie ein Sprecher des Kreuzfahrtunternehmens AIDA Cruises sagte, warteten dort noch etwa 70 Passagiere auf einen Rückflug in die Heimat. Die Mehrzahl der rund 2000 Reisegäste, die am Wochenende das Schiff "AIDAluna" verlassen hätten, sei jedoch noch rechtzeitig aus New York weggekommen.

[13.17 Uhr] Verkehr in Washington bleibt lahmgelegt

Nach ersten Erkenntnissen hielt sich der Schaden in der Region um Washington im Vergleich zum 350 Kilometer nordöstlich gelegenen New York in Grenzen. Dennoch blieben auch am Dienstag U-Bahnen, Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel außer Betrieb. Die Bundesbehörden, die Stadtverwaltung sowie die meisten Schulen blieben geschlossen.

[13.15 Uhr] Der größte "Sturm-Idiot"

Mit seinem Jet-Ski ist ein Mann am Montagabend im New Yorker Hafen herumgefahren - die Medien tauften in "'Sandys' größten Idioten". "Der Typ muss völlig irre sein", sagte eine Reporterin des Senders NBC. Etwa eine Stunde bevor der Sturm auf Land traf, kreiste der Mann vergnügt durch die hohen Wellen. "Der Typ ist verrückt. Einfach nur verrückt", sagte eine Sprecherin der Stadt.

[12.59 Uhr] Allein in Manhattan

Ein Gang durch Manhattan. "Normalerweise pulsiert hier das Leben - heute bin ich morgens um 7 fast der einzige Mensch auf der Madison Avenue", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Roland Nelles. Die Schäden: Es gibt hier einige entwurzelte Bäume, an der 54 Straße sind an einem Hochhaus Fensterscheiben eingedrückt, die Scherben liegen auf der Straße. Alle Geschäfte und Cafés sind geschlossen. Ein Mann steht verzweifelt vor einer geschlossenen Apotheke: "Ich brauche dringend Medikamente", ruft er.

[12.45 Uhr] Yale Club verzichtet auf Dresscode

Der altehrwürdige Yale Club von New York hat das Undenkbare getan - und zeitweilig seine strikte Kleiderordnung gelockert. Clubmitglieder, die Schutz vor dem Sturm und seinen Folgen suchen, dürfen die Räume gegenüber vom Grand Central in Manhattan betreten, egal wie sie gekleidet sind.

[12.21 Uhr] Website der "Huffington Post" lahmgelegt

"Sandy" hat die Website der US-Onlinezeitung "Huffington Post" vom Netz abgeschnitten. "Wir haben technische Probleme nach einem Stromausfall. Wir arbeiten daran, die Seite wieder online zu stellen. Der Newsroom beobachtet 'Sandy' weiter", twitterte die Redaktion.

[12.05 Uhr] Jogger ziehen ihre Runden

Kurz nach 7 Uhr Ortszeit, Midtown Manhattan: Es regnet heftig, aber das öffentliche Leben verläuft wieder weitgehend normal, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Florian Harms. Der Autoverkehr nimmt zu, vor den noch verrammelten Eingangspforten der Grand Central Station warten bereits die ersten Angestellten der Bahnhofsläden. Jogger ziehen im Regen ihre Runden, wie um dem Wetter zu beweisen: Uns New Yorker kriegt so ein Sturm nicht klein. "Das haben wir überstanden, Gott sei Dank", sagt Carolin, 32-jährige Angestellte eines Hotels.

Brooklyn Bridge in New York: Jogger und Spaziergänger trotzen dem Sturm
AFP

Brooklyn Bridge in New York: Jogger und Spaziergänger trotzen dem Sturm

[12.03 Uhr] "Sandy" wird schwächer

Der Wirbelsturm "Sandy" hat an Stärke nachgelassen. Auf seinem Weg ins Landesinnere hatten die Windböen noch Geschwindigkeiten von 105 Stundenkilometern, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) mitteilte. Laut nationaler Wetterbehörde befand sich das Auge des Sturms um 10 Uhr MEZ 145 Kilometer westlich der Stadt Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania.

[11.50 Uhr] Philadelphias Bürgermeister ist erleichtert

Der Bürgermeister von Philadelphia ist zufrieden mit den Rettungsarbeiten in seiner Stadt. "Wir haben es überstanden", sagte Michael Nutter CNN. Die Notfallpläne seien gut umgesetzt worden.

[11.33 Uhr] Positive Nachrichten aus New York - teilweise

In den ersten Teilen der US-Metropole entspannt sich die Lage: Die Wassermassen wichen teilweise zurück. In dem weniger vom Unwetter geschädigten Stadtteil Harlem, wo in der Nacht das Wasser des Hudson River in Ufernähe knietief stand, blieb eine dünne Schlammschicht auf den Wegen zurück. Anders als in den tiefer gelegenen südlichen Teilen der Insel Manhattan hatten die Menschen im nordwestlichen Teil Strom. Auch die Handynetze funktionierten dort.

[11.02 Uhr] New York erwacht

Es ist 6 Uhr in New York, die Stadt erwacht nach der Katastrophennacht. Noch ist es dunkel, der Wind hat sich gelegt. Nur wenige Autos und Fußgänger sind unterwegs, Feuerwehrwagen heulen durch Manhattans Straßenschluchten, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Florian Harms. Die lokalen TV-Sender zeigen pausenlos das Desaster, das "Sandy" angerichtet hat: Landesweit 16 Tote, überschwemmte Stadtviertel, brennende Häuser im Stadtteil Queens, U-Bahn-Stationen stehen knietief unter Wasser, wie Streichhölzer umgeknickte Bäume. Viele der evakuierten Menschen sind in die fast 80 Notunterkünfte geflohen. Schulen und Flughäfen bleiben noch geschlossen, aber Bürgermeister Bloomberg ermuntert die New Yorker: Wer kann, möge heute wieder zur Arbeit geben.

[10.59 Uhr] Größter Schaden für Con Edison

"Sandy" hat den schwersten Schaden in der Geschichte von Con Edison angerichtet, wie ein Sprecher des Energieunternehmens mitteilte.

[10.41 Uhr] Lady Gaga ist stolz auf ihre Oma

"Dieses Wasser, das Downtown flutet, während meine Freunde im Dunkeln sitzen, macht mich traurig", schrieb Lady Gaga auf Twitter und Facebook. "Ich liebe dich, New York. Ich vermisse dich, Mama, Papa, (Schwester) Natali und alle meine Freunde. Ich wäre gern bei euch im Regen." Es sei ein starkes Statement für New York, dass keiner ihrer Freunde oder Angehörigen die Stadt verlassen habe - sogar ihre blinde Oma sei in New Jersey geblieben.

[10.30 Uhr] Dammbruch in New Jersey

Im Norden des US-Bundesstaats New Jersey ist ein Damm gebrochen. Drei Städte wurden überflutet: Moonachie, Little Ferry und Carlstadt. 75 Prozent von Little Ferry stünden unter Wasser, zitiert CNN den dortigen Polizeichef Ralph Verdi. "Unsere Stadt steckt in echten Schwierigkeiten." Der Wasserpegel sei teilweise auf bis zu 1,80 Meter gestiegen.

[10.15 Uhr] "Unwetter werden häufiger und heftiger"

An extreme Unwetter wie den Sturm "Sandy" werden sich die Bürger nach Ansicht des deutschen Umweltbundesamt-Präsidenten Jochen Flasbarth gewöhnen müssen. "Extreme Wetterereignisse werden häufiger & heftiger", twitterte Flasbarth und fügte an: "Hurikkan Sandy ist kein 'Beweis' für den Klimawandel, aber er liegt im Prognosekorridor."

[10.09 Uhr] Rock and Roll Hall of Fame beschädigt

Durch Wind und Wasser ist die Rock-and-Roll-Ruhmeshalle in Cleveland (Ohio) beschädigt worden, wie der Sender CNN berichtet. Das Museum ehrt berühmte Musiker und Produzenten.

[09.19 Uhr] Zahl der Opfer steigt

Bis zum frühen Dienstagmorgen sind in den USA und Kanada 16 Menschen getötet worden. Die Todesopfer wurden aus New Jersey, New York, Maryland, North Carolina, West Virginia, Pennsylvania und Connecticut gemeldet.

[09.10 Uhr] Brände in Queens breiten sich aus

Mehr als 50 Häuser in Breezy Point sind zerstört, etwa 200 Mitarbeiter der Feuerwehr sind in einem überschwemmten Bezirk des New Yorker Stadtteils Queens im Einsatz. Zwei Menschen wurden bei dem Feuer leicht verletzt. Der Sender NBC hat ein Video der Brände veröffentlicht.

Brände in Queens: Die Feuerwehr ist mit circa 200 Mitarbeitern im Einsatz
AP

Brände in Queens: Die Feuerwehr ist mit circa 200 Mitarbeitern im Einsatz

[08.42 Uhr] "Sandy" kostet bis zu 20 Milliarden Dollar

"Sandy" hat bei seinem Aufprall auf die US-Ostküste der USA laut einer ersten Expertenschätzung Schäden von bis zu 20 Milliarden US-Dollar angerichtet. Die Versicherungsbranche dürfte davon fünf bis zehn Milliarden Dollar zu tragen haben, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat mit. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen die Experten auf zehn bis 20 Milliarden Dollar.

[08.35 Uhr] Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben am Dienstagmorgen leicht im Minus notiert, Experten erklärten die Abschläge auch mit Auswirkungen des schweren Sturms. Ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete im frühen Handel 108,96 US-Dollar. Das waren 48 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 32 Cent auf 85,22 Dollar.

Wegen "Sandy" haben mehrere US-Ölraffinerien ihre Produktion eingestellt. Dies führt dazu, dass die ohnehin hohen amerikanischen Lagerbestände an Rohöl weiter wachsen - was Druck auf die Ölpreise ausübt. Ein entgegengesetzter Effekt ergibt sich bei Ölprodukten wie Benzin. Dort ziehen die Preise wegen der geschlossenen Weiterverarbeitungsanlagen an.

[07.50 Uhr] Schlimmstes Desaster der New Yorker U-Bahn

Die New Yorker U-Bahn sei 108 Jahre alt und hätte noch niemals eine schlimmere Katastrophe erlebt, wie in der vergangenen Nacht. Das sagte Joseph J. Lhota, der Vorsitzende der Metropolitan Transportation Authority (M.T.A.). "Wir alle kümmern uns darum, das System so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen - um New York wieder in einem Normalzustand zu versetzen." Ein genauer Zeitpunkt ist nicht bekannt. Sieben U-Bahn-Schächte sind nach Angaben der Verkehrsbehörde überflutet, die meisten davon liegen demnach unter dem East River. Die Hafenbehörde hat ein Video von der Überschwemmung im Holland-Tunnel veröffentlicht.

[07.12 Uhr] Krankenhaus-Evakuierung dauert an

Noch immer arbeiten Rettungskräfte daran, die mehr als 200 Patienten des New Yorker Universitätskrankenhauses zu evakuieren - darunter 20 Babys. Der Ausfall eines Notstromaggregats hatte diesen Schritt nötig gemacht. Dutzende Krankenwagen stehen vor dem NYU Langone Medical Center, um die Patienten in umliegende Hospitäler zu bringen. Selbst E-Mails und Telefone würden nicht mehr funktionieren, zitiert die "New York Times" eine Sprecherin des Krankenhauses.

Helfer im Einsatz: Mehr als 200 Patienten werden evakuiert
AP

Helfer im Einsatz: Mehr als 200 Patienten werden evakuiert

[07.00 Uhr] Weitere Flüge annulliert

Am Frankfurter Flughafen wurden neun weitere Flüge in die USA gestrichen, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte. Außerdem würden zwölf Flüge von der US-Ostküste nach Frankfurt nicht durchgeführt. Betroffen seien die Flughäfen in New York, Washington, Boston und Philadelphia. Ob im Laufe des Tages noch weitere Annullierungen hinzukommen werden, konnte der Sprecher nicht sagen.

[06.15 Uhr] Romney will an "Sturmhilfe-Event" teilnehmen

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seine Teilnahme an einer Veranstaltung für die Opfer des Wirbelsturms "Sandy" angekündigt. Romney werde am Dienstag im besonders umkämpften Bundesstaat Ohio einem "Sturmhilfe-Event" beiwohnen, teilte sein Wahlkampfteam mit. Neben dem Politiker sollen auch der US-Autorennfahrer Richard Petty und der Country-Musiker Randy Owen auftreten.

[06.11 Uhr] Warnungen auch in Kanada

Auch Teile Kanadas bekommen Ausläufer des Sturms zu spüren. Die Menschen in Ontario, Québec und östlich gelegener Provinzen wurden von den Behörden aufgefordert, sich auf das Unwetter vorzubereiten. In Toronto wurde eine Frau nach Polizeiangaben von umherfliegenden Teilen tödlich getroffen.

Aufräumarbeiten im kanadischen Toronto: Frau von umherfliegenden Trümmern getroffen
AP/ The Canadian Press

Aufräumarbeiten im kanadischen Toronto: Frau von umherfliegenden Trümmern getroffen

[05.52 Uhr] Mehrere Brände ausgelöst

In der Stadt haben herabstürzende Stromleitungen zahlreiche Brände ausgelöst, wie Bürgermeister Bloomberg mitteilte. Zudem sei die Fassade eines viergeschossigen Hauses in Manhattan eingestürzt. Verletzt wurde niemand.

[05.43 Uhr] Mindestens 13 Tote

Die Zahl der Todesopfer hat sich auf mindestens 13 erhöht. Die Todesopfer wurden aus New Jersey, New York, West Virginia, Pennsylvania und Connecticut gemeldet. Wegen des Sturms waren in der Nacht zum Dienstag in verschiedenen Regionen mindestens 5,2 Millionen Menschen ohne Strom.

[05.31 Uhr] Vom Hurrikan zum Sturm

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA hat "Sandy" vom Hurrikan zum posttropischen Wirbelsturm herabgestuft. Dieser Schritt hatte allerdings kaum praktische Bedeutung: Nicht zuletzt wegen seines riesigen Ausmaßes hat der Sturm nichts von seiner Gefährlichkeit für die 50 Millionen Menschen im Osten des Landes verloren. Seine Windgeschwindigkeiten erreichten zunächst noch immer bis zu 135 Kilometer pro Stunde.

[05.08 Uhr] Explosion bestätigt

Con Edison hat die Explosion in einem Umspannwerk am Ende der 14th Street bestätigt. Die genaue Ursache sei noch unklar, sagte John Miksad, senior vice-president. Hochwasser oder Trümmer könnten damit zu tun haben. Auf dem Video von der Explosion ist ein riesiger Lichtball mitten in New York zu sehen.

[04.55 Uhr] Schwere Überflutungen in Atlantic City

"Sandy" hat die Spielermetropole Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey schwer überflutet. Der TV-Sender CNN zeigte Bilder von Straßen, in denen das Wasser hüfthoch steht. Auch Teile der berühmten Strandpromenade waren verschluckt. Bürgermeister Lorenzo Langford hatte bereits zuvor eine Ausgangssperre bis Dienstagmorgen (Ortszeit) verfügt.

Auch Hoboken in New Jersey, Nachbarstadt von New York auf der anderen Seite des Hudson, versank im Wasser. Bürgermeisterin Dawn Zimmer sagte dem Sender CNN, die Hälfte der Stadt sei überflutet.

[04.45 Uhr] NFL reagiert auf "Sandy", New York Marathon soll stattfinden

Die nordamerikanischen Football-Profiliga NFL hat auf die Auswirkungen von "Sandy" reagiert und die Transferperiode um zwei Tage verlängert. Ursprünglich sollte die Wechselfrist am Dienstag enden, wurde nun aber auf Donnerstag verschoben. Aufgrund des Sturms hatten die New York Giants, New York Jets, Philadelphia Eagles und Baltimore Ravens am Montag ihre Spieler und Angestellten aufgefordert, daheim zu bleiben. Auch das NFL-Büro in New York blieb bis Dienstag geschlossen.

Unterdessen gaben die Veranstalter des New York-Marathons bekannt, dass der Lauf am Sonntag nach jetzigem Stand wie geplant stattfindet. "Die Zeit ist auf unserer Seite", sagte Geschäftsführerin Mary Wittenberg. Als logistische Herausforderung könnte sich jedoch die Anreise der 18.000 bis 20.000 internationalen Läufer erweisen, da die Flughäfen in New York geschlossen sind. Die Fluggesellschaft United Airlines hat bereits angekündigt, den Elite-Läufern beim Umbuchen behilflich zu sein. Zum New York-Marathon werden mehr als 45.000 Teilnehmer erwartet.

[04.22 Uhr] Con Edison dementiert

"Keine Mitarbeiter von Con Edison sind in einem Gebäude eingeschlossen", teilte das Unternehmen von wenigen Minuten via Twitter mit und dementierte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Die hatte gemeldet, dass 19 Arbeiter der Stromgesellschaft in einem Kraftwerk eingeschlossen waren.


[04.06 Uhr] Alarm bei Amerikas ältestem Kernkraftwerk

Die zweite von insgesamt vier Alarmstufen ist beim ältesten Atomkraftwerk Oyster Creek in Lacey Township der USA (Bundesstaat New Jersey) ausgerufen worden. Schon vor "Sandy" war das Kraftwerk wegen einer Routinekontrolle vom Netz genommen worden. Nach Angaben der Atomregulierungsbehörde wurde gegen 19 Uhr Ortszeit ein "ungewöhnliches Ereignis" gemeldet, als das Hochwasser eine bestimmte Höhe erreichte. Knapp zwei Stunden später wurde die Lage zum "Alarmzustand" hochgestuft, der zweitniedrigsten von vier Stufen.

Die "New York Times" berichtet, dass das Wasser auf über sechs Fuß (umgerechnet rund 1,83 Meter) gestiegen sei. Demnach würde das Kraftwerk bei einer Höhe von über sieben Fuß (2,13 Meter) seine Abklingbecken für die Brennstäbe nicht mehr in gewohnter Weise kühlen können. Die Zeitung beruft sich auf Neil Sheehan, einen Sprecher der Atomregulierungsbehörde. Im Ernstfall würden die Arbeiter Schläuche nutzen, um Extra-Wasser in die Becken zu pumpen und die Brennstäbe zu kühlen.

Nach offiziellen Angaben sind alle US-Atomkraftwerke weiterhin in einem sicheren Zustand. Die Wassermassen in der Nähe von Oyster Creek in der Nähe des Atlantiks sollten innerhalb der kommenden Stunden zurückgehen. Oyster Creek ging 1969 ans Netz und liefert neun Prozent des in New Jersey verbrauchten Stroms.

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wit/aar/max/dpa/dapd/AP/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
Spiegelleserin57 30.10.2012
1. Technik...
Zitat von sysopAP"Sandy" stürzt die US-Küste ins Chaos: Mindestens 16 Menschen wurden getötet, der Sturm sorgt für Schäden in Milliardenhöhe, nach einem Dammbruch in New Jersey sind drei Kleinstädte überflutet. Verfolgen Sie die Nachrichten im Liveticker. "Sandy"-Liveticker zum Sturm: Lob für Obamas Krisenmanagement - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/sandy-liveticker-zum-sturm-damm-in-new-jersey-bricht-a-864230.html)
da sieht man wie hilflos ein hochtechnisiertes Land diesen Naturgewalten gegenübersteht. Heute morgen wurde berichtet dass vielen Stromleitungen über Land liegen. Wenn man in so einem gefährdeten Land lebt wieso werden nicht solche vergleichsweise einfachen Vorkehrungen getroffen und die Leitungen unter die Erde verlegt. Das Wort zu teuer dürfte da wohl nicht erwähnt werden. Dann kann man eben mal für einige Zeit nicht den großen Profit machen dafür investiert man in die Zukunft.
lazz121 30.10.2012
2. [10.41 Uhr] Lady Gaga ist stolz auf ihre Oma
Weltbewegende Nachrichten, muss sowas in einen Liveticker zu einer Katastrophe?
Bedie 30.10.2012
3. Sandy
Zitat von lazz121Weltbewegende Nachrichten, muss sowas in einen Liveticker zu einer Katastrophe?
Auch ein posttropischer Wirbelsturm ist sicherlich eine mittlere Katastrophe. Ich frage mich nur, warum musste dieser Sturm schon im Vorfeld zum "Beinahe-Weltuntergang" aufgebrezelt werden. Es ist Wahlkampf in den USA. Liegt es daran ?
turntablerocker 30.10.2012
4.
@spiegelleserin57 zu ihrem statement sage ich nur : "wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen" Schon vergessen , dass in der Eiffel vor drei oder vier Jahren tagelang! der Strom ausfiel, weil die Strommasten unter der Last des Schnees einstürzten ? Und nochwas : was erleben wir denn gerade beim Thema tolle Energiewende , neue Stromtrassen ? gibt es nicht hierzulande gerade heftigsten Widerstand gegen neue notwendige Stromtrassen, egal ob unter oder überirdisch ?
spon-facebook-1425926487 30.10.2012
5.
Zitat von sysopAP"Sandy" stürzt die US-Küste ins Chaos: Mindestens 16 Menschen wurden getötet, der Sturm sorgt für Schäden in Milliardenhöhe, nach einem Dammbruch in New Jersey sind drei Kleinstädte überflutet. Verfolgen Sie die Nachrichten im Liveticker. "Sandy"-Liveticker zum Sturm: Lob für Obamas Krisenmanagement - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/sandy-liveticker-zum-sturm-damm-in-new-jersey-bricht-a-864230.html)
Angesichts der explodierenden Kosten durch Naturkatastrophen bin ich irgendwie doch mal sehr gespannt, wie lange die Amis Klimaschutzabkommen wie das von Kyoto noch ignorieren, so als ginge es sie das gar nichts an. Aber die Chinesen mit ihrer veralteten Schwerindustrie sind hier ja auch nicht besser, aber die kriegen in der nächsten Regenzeit auch wieder ihr Fett ab..
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