Schifffahrt Frachter sinkt im Elbe-Seitenkanal

Kollision auf der Elbe: Zwei Frachtschiffe sind auf dem Elbe-Seitenkanal frontal zusammengestoßen. In eines der Schiffe wurde ein großes Loch gerissen. Es droht zu sinken.


Osloß - Nach dem Zusammenstoß stauten sich schon in der Nacht die ersten Schiffe an der Unfallstelle auf dem Elbe-Seitenkanal nahe Osloß bei Gifhorn in Niedersachsen. Der havarierte Kies-Frachter namens "Schwaben" lag quer im Kanal und machte ein Vorbeifahren unmöglich. Durch das große Leck am Bug des 80 Meter langen Schiffes strömte Wasser.

Die sinkende "Schwaben" im Elbe-Seitenkanal: Vierter Unfall innerhalb weniger Wochen
DPA

Die sinkende "Schwaben" im Elbe-Seitenkanal: Vierter Unfall innerhalb weniger Wochen

Die Polizei hatte alle Schiffer per Funk gewarnt und gebeten, einen Stopp an Liegestellen einzulegen. Es müsse in den kommenden Tagen mit erheblichen Behinderungen der Schifffahrt gerechnet werden, sagte der Polizeisprecher. "Das kann jetzt ein, zwei Tage sicherlich noch dauern".

Die Gründe für die Schiffskollision waren zunächst unklar. Es hatte gekracht, als der Kiesfrachter und der mehr als 100 Meter lange Kohlefrachter - ein Schubverband aus einem Schiff mit zwei davor liegenden Frachtschuten - sich auf gleicher Höhe begegneten. Am Kohlefrachter wurde lediglich die Außenhaut eingedrückt, hieß es.

Der zweite Havarist war bei dem Unfall nur leicht beschädigt worden. Menschen wurden nicht verletzt, auch Treibstoff strömte nicht aus.

Es war bereits der vierte Unfall an der Stelle in den vergangenen Wochen, sagte der Polizeisprecher. "Das ist ganz merkwürdig." Zuvor sei jahrelang nichts passiert.

Noch in der Nacht versuchten Fachleute, die bestmögliche Strategie für die Bergung festzulegen. Es sollte geprüft werden, ob Taucher am heutigen Morgen das Leck unter Wasser schließen können.

Der gut 115 Kilometer lange Elbe-Seitenkanal ist eine Alternativstrecke für die schlecht befahrbare Elbe zwischen Lauenburg und Magdeburg. Der Elbe-Seitenkanal verbindet die Elbe südlich von Hamburg mit dem Mittellandkanal nahe Wolfsburg. Schiffe benutzten ihn auf dem Weg von Hamburg nach Hannover oder Magdeburg und in die Gegenrichtung.

pad/dpa



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