Schiffsunglück auf der Donau Retter finden zwei weitere Opfer

Bei einem Zusammenstoß zweier Schiffe auf der Donau starben mehrere Menschen. Nun haben Helfer weitere Opfer geborgen. Die Retter sind sich indes offenbar uneins darüber, wie sie weiter vorgehen sollen.

Mitglieder eines ungarischen Suchteams tragen in Budapest Ausrüstung auf ein Militärschiff auf der Donau
DPA

Mitglieder eines ungarischen Suchteams tragen in Budapest Ausrüstung auf ein Militärschiff auf der Donau


Fünf Tage nach dem Schiffsunglück auf der Donau in Budapest sind zwei weitere Tote entdeckt worden. Das bestätigte die ungarische Polizei. Damit steigt die Zahl der Opfer auf neun. Nur sieben der 35 Menschen an Bord konnten gerettet werden, 19 werden noch vermisst.

Am vergangenen Mittwoch stießen das Ausflugsschiff "Hableany" ("Nixe") und das wesentlich größeren Flusskreuzfahrtschiff "Viking Sigyn" zusammen. An Bord waren 33 Touristen aus Südkorea und zwei ungarische Besatzungsmitglieder.

Der ukrainische Kapitän der "Viking Syring" war am letzten Wochenende verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der Gefährdung der Schifffahrt mit Todesfolge.

Über seinen Anwalt bestritt der Mann, gegen Regeln verstoßen oder ein Verbrechen begangen zu haben. Der 64-jährige Kapitän lenke seit 44 Jahren unfallfrei Schiffe auf der Donau und sei sehr erfahren, sagte der Rechtsanwalt. Es sei verfrüht, seinen Mandanten für den Unfall verantwortlich zu machen, bevor Expertengutachten vorlägen.

Schlechte Sicht, starke Strömung

Die Retter sind uneins darüber, ob zuerst das Wrack des Ausflugsschiffs mithilfe eines Krans geborgen oder vorher das Innere durchsucht werden soll. Schlechte Sicht, starke Strömung und ein hoher Wasserstand machen Tauchgänge gefährlich. Allerdings würde es wohl Tage dauern, einen geeigneten Kran an die Unglücksstelle zu bringen.

Janos Hajdu, Leiter des ungarischen Rettungskommandos, sagte: "Bis klar ist, welcher Ansatz besser ist, werden wir beide parallel verfolgen." In das in neun Meter tief liegende Wrack einzudringen sei aber derzeit "strengstens" verboten.

jpz/dpa/AFP



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