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05. Oktober 2004, 19:02 Uhr

Schiffsunglück

Mindestens 28 Flüchtlinge ertrunken

Beim Versuch, illegal nach Italien einzureisen, sind mindestens 28 Nordafrikaner mit ihrem Boot vor der tunesischen Küste untergegangen und gestorben. 36 Menschen werden noch vermisst.

Bootsflüchtlinge bei ihrer Ankunft auf der italienischen Insel Lampedusa (Archiv-Bild)
DPA

Bootsflüchtlinge bei ihrer Ankunft auf der italienischen Insel Lampedusa (Archiv-Bild)

Tunis - Wie tunesische Behörden heute mitteilten, war das Boot mit 70 Marokkanern und fünf Tunesiern besetzt, als es am Sonntag vor der tunesischen Küste auseinanderbrach und sank. Die Bootsflüchtlinge waren erst wenige Stunden zuvor in Richtung Italien losgesegelt. Das Unglück ereignete sich vor der tunesischen Stadt Chott Meriem, 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tunis.

"Wir haben bisher 28 Leichen entdeckt, sieben von ihnen heute früh und 21 am Sonntag und Montag", sagte ein hochrangiger Beamter. "Wir haben elf Leute gerettet, 36 andere werden noch vermisst." Die Toten sind nach Behördenangaben noch nicht identifiziert. Für die Suche nach den Vermissten werden acht Schiffe und ein Militärhelikopter eingesetzt.

Als Zielland zahlreicher Bootsflüchtlinge hat Tunesien erst kürzlich Hunderte von illegalen Immigranten nach Libyen deportiert. Tunesien, das sich um gute Beziehungen zu dem Appenin-Staat bemüht, hat seinen Kampf gegen organisierte Menschenschleuser verstärkt und mehr als hundert Personen festgenommen.

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