Schlammtag in Michigan Auf die Plätze, fertig, einsauen!

200 Tonnen Erde, 76.000 Liter Wasser, fertig ist die Sauerei: Beim "Mud Day" im US-Bundesstaat Michigan stürzten sich Tausende Teilnehmer in den Schlamm - und manche entdeckten das Tier in sich.

DPA

Detroit - Wer sagt denn, dass Kinder heutzutage ohne Videospiele, Fernseher, Handy und Internet schnell gelangweilt sind? Manchmal braucht es nur Erde und Wasser für einen Riesenspaß. Zugegeben, 200 Tonnen Erde und 76.000 Liter Wasser. Aber diese zwei Zutaten reichen, um den "Mud Day" (Schlammtag) im US-Bundesstaat Michigan zu einer Attraktion zu machen.

Das Konzept ist so einfach wie wirksam: Einfach mal die Sau rauslassen, im wörtlichen Sinne - sich im Schlamm suhlen, von oben bis unten beschmieren, andere mit Schlamm bewerfen, und das alles, ohne dafür getadelt zu werden. "Zu Hause müssen die Kinder immer sauber bleiben", sagte Beverly Watts vom Bezirk Wayne, in dem die Veranstaltung stattfand, der Zeitung "Detroit Free Press". "Das ist der eine Tag, an dem sie sich schmutzig machen dürfen."

Ursprünglich war die Veranstaltung für Kinder unter zwölf Jahren gedacht - doch bei der 24. Auflage stürzten sich auch ältere Personen ins Schlamm-Getümmel. Dan Perrone, 48, feierte mit seiner Freundin Candi Bostain sogar seinen Geburtstag im Schlamm. "Das ist mein erstes Mal hier, und ich werde auf jeden Fall wiederkommen." Bostain ergänzte: "Nichts fühlt sich so an wie der Schlamm zwischen den Zehen." Jetzt wisse sie, wie sich Schweine fühlten.

Höhepunkt des Tages war die Krönung des Schlamm-Königspaares. "Der Buckingham-Palast hat Kate und William, und jetzt hat Westland seine eigenen jungen Könige: Cole und Kathryn", schrieb die "Free Press". Der Zehn- und die Sechsjährige hatten sich offenbar gründlicher als alle anderen von Kopf bis Fuß mit Schlamm bedeckt. Ein Pumpenwagen sorgte bei ihnen wie den anderen Teilnehmern dafür, dass die Sauerei nicht in Autos und Häuser getragen wurde.

Dass Schlammbäder für manche viel weniger attraktiv sind, sobald sie nicht mehr verboten sind, bewies ein Fünfjähriger. "Ich hab es mir überlegt. Ich geh nicht rein", sagte er - trotz Überzeugungsversuchen seiner Mutter.

ulz

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