Schlapphüte statt U-Boote Dänen suchen Agenten per Anzeige

Wenig konspirativ sucht Dänemarks Regierung per Stelleninserat Agenten für den militärischen Geheimdienst. Wer Interesse "an diskreten Treffen und Verhandlungen auf internationalem Niveau" habe, sei richtig für den Job. Einziger Haken: Ein dänischer Spion verdient so viel wie ein Gärtner.


Kopenhagen - Die frisch rekrutierten Schlapphüte des militärischen Geheimdienstes FE sollen künftig Dänemarks außer Dienst gestellte U-Boote ersetzen. Verteidigungsminister Søren Gade begründete in einem Rundfunkinterview die ungewöhnliche Initiative damit, dass durch die Abschaffung aller U-Boote ein Bedarf an zusätzlichen nachrichtendienstlichen Informationen entstanden sei. Es ginge vor allem darum, möglichen Terrorangriffen auf das skandinavische Land zu begegnen.

Die Beschaffung von Informationen über den Terrorismus könne dabei "unter betont risikoreichen Umständen" ablaufen. Obwohl Interessenten auch "Bereitschaft zur Verantwortung für das Leben anderer" sowie "physische Robustheit" und "Interesse an internationaler Sicherheitspolitik" abverlangt wird, können sie keineswegs mit einer üppigen Entlohnung rechnen. Das in der Anzeige genannte Jahreseinkommen von 280.000 Kronen (37.000 Euro) entspricht dem eines dänischen Gärtners im öffentlichen Dienst.



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