Zur Ausgabe
Artikel 24 / 66

Friesland Schlechtes Arbeitszeugnis für Informantin zu Impfskandal

aus DER SPIEGEL 43/2021

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat einer Schlüsselfigur im Skandal um mit Kochsalzlösung  befüllte Spritzen im Impfzentrum Friesland nur ein mäßiges Zeugnis ausgestellt. Die Mitarbeiterin hatte ihre Vorgesetzten auf eine Impfskeptikerin und Anhängerin von Verschwörungsfantasien hingewiesen, die sechs wirkungslose Spritzen aufgezogen habe. Im Arbeitszeugnis der ausgeschiedenen Mitarbeiterin heißt es, sie habe die Heraus­forderungen »zu unserer vollen Zufriedenheit« gelöst, die Aufgaben seien mit »Sorgfalt und Genauigkeit er­ledigt« worden.

Aus: DER SPIEGEL 43/2021

»Bild«-Ausfall

»Bild« sieht sich gern als Deutschlands Leitmedium. Nun wurde Chefredakteur Julian Reichelt wegen sexueller Beziehungen mit Mitarbeiterinnen geschasst. Die Affäre wirft ein Licht auf die rückständige Unternehmenskultur und bringt Springer-Chef Mathias Döpfner in Not.

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Zur Ausgabe

Diese Formulierungen entsprechen ungefähr den Schulnoten 3 und 4. Unter dem Zeugnis vom 12. Oktober steht der Name jenes örtlichen DRK-Geschäftsführers, der nach den Enthüllungen beurlaubt worden war. Unterzeichnet hat es seine Stellvertreterin.

Der DRK-Kreisverband Jeverland er­klärte, er habe das Zeugnis »nach bestem Wissen und Gewissen« ausgestellt. Die Verantwortlichen stehen zudem unter Druck, weil sie mit dem Landkreis ausgehandelte Personalkosten nur zum Teil an die Beschäftigten ausgezahlt haben. Für freiwillige Mitarbeiter in den Impfzentren will das Sozialministerium Niedersachsen die in Rechnung gestellten Kosten allerdings nicht übernehmen: Für die »Erstattung von Aufwandsentschädigungen von Ehrenamtlichen« bestehe keine rechtliche Grundlage, teilt das Ministerium mit.

gud
Zur Ausgabe
Artikel 24 / 66
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.