Schnee auf dem Brocken Erster!

Vor wenigen Tagen herrschten in ganz Deutschland noch überraschend sommerliche Temperaturen, jetzt wird es umso heftiger Herbst: Auf dem Brocken im Harz fiel bereits der erste Schnee, in Bayern und der Schweiz mussten wegen des Kälteeinbruchs Gebirgspässe gesperrt werden.

DPA

Schierke/München/Bern - Das dürfte sogar die Experten in der Wetterwarte auf dem Brocken überrascht haben: Auf dem höchsten Berg Norddeutschlands sei in der Nacht zu Samstag bis zu vier Zentimeter Schnee gefallen, teilte die Warte mit, die Schneedecke sei geschlossen, im Verlauf des Tages rechnen die Meteorologen außerdem mit Schneeschauern.

Bei Windstärke sechs habe die gefühlte Temperatur morgens bei minus 15 Grad gelegen. Gemessen wurden minus drei Grad. So viel Schnee und Kälte, und das Anfang Oktober? Nach Angaben der Wetterwarte eine äußerst seltene Angelegenheit. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung sei nur in den Jahren 1956 und 1994 eine entsprechende Schneemenge zu diesem Zeitpunkt runtergekommen.

Erst der Spätsommer, dann der Kälteeinbruch

Noch am vergangenen Feiertagswochenende herrschten in ganz Deutschland Temperaturen, die eher an Spätsommer, als an Oktober-Anfang erinnerten. Kaum ein paar Tage später ist ans Draußensitzen in der wärmenden Sonne nicht mehr zu denken. Erst Anfang des Monats wurde mit 21,9 Grad auf dem Brocken der bislang wärmste Oktobertag seit der Wetteraufzeichnung registriert.

Auch auf dem Feldberg im Schwarzwald fiel erstmals in diesem Herbst Schnee. Auf der höchsten Erhebung der deutschen Mittelgebirge wurden laut einer Mitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag sieben Zentimeter Schnee gemessen. Die Temperaturen lagen dort um den Gefrierpunkt. In der Nacht zu Sonntag muss nach DWD-Angaben auf der Alb und im Schwarzwald oberhalb von 800 bis 1.000 Meter mit Schneeschauern gerechnet werden. Dabei können die Straßen gefährlich glatt werden.

Vor allem in Bayern sind die Temperaturen zum Wochenende abgestürzt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sanken die Werte in München innerhalb von zwölf Stunden um mehr als 15 Grad. Ab 500 Metern Höhe gab es am Samstag erste Graupelschauer - auch in der Landeshauptstadt.

Während noch am Donnerstag sommerliche 23 Grad und strahlender Sonnenschein herrschten, froren die Münchner am Freitag bei etwas über sieben Grad. In Wendelstein im mittelfränkischen Landkreis Roth war es am Freitag sogar mehr als 16 Grad kälter als am Vortag. Der Kälteeinbruch brachte auch hier den ersten Schnee: Auf der Zugspitze lagen bereits 35 Zentimeter.

In den Schweizer Alpen mussten nach dem Schneefall bereits zahlreiche Hauptpässe gesperrt werden, was sich auch auf den Verkehr am Gotthardtunnel auswirkte, nachdem der Gotthardpass als Route ausfiel: Am Samstagmorgen bildete sich dort ein elf Kilometer langer Stau in Richtung Süden.

Verantwortlich für das winterliche Wetter ist ein Sturmtief über Skandinavien, das kalte Luft nach Deutschland bringt. Auf der Zugspitze in den Alpen wurden in der Nacht zu Samstag minus elf Grad gemessen. Nach Angaben des DWD soll sich das wechselhafte Wetter in den nächsten Tagen fortsetzen. In der Nacht zu Sonntag kann es im Westen und Nordwesten bei längerem Aufklaren Bodenfrost geben, zum Wochenbeginn sollen die Temperaturen jedoch wieder ansteigen.

bor/dpa/dapd

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.