Winterwetter im Norden Hunderte Unfälle auf eisglatten Straßen

Blockierte Autobahnen, geschlossene Schulen: Schnee und Eis behindern in großen Teilen Nord- und Mitteldeutschlands das öffentliche Leben. Die Räumdienste sind im Dauereinsatz, die Polizei registriert Hunderte Unfälle.

DPA

Offenbach - Schnee und Eis haben Norddeutschland fest im Griff. Vielerorts behinderte das winterliche Wetter den Straßenverkehr. In Schleswig-Holstein und Hamburg kam es zu mehr als hundert Unfällen. Meist blieb es bei Blechschäden, wie der NDR berichtete.

Auf vielen Autobahnen im Norden staute sich nach Unfällen der Verkehr. Am frühen Morgen steckten laut Polizei sieben Autos, ein Bus und ein Lastwagen im Bereich der Autobahnbrücke nahe Ratekau in einer Schneewehe fest. Auf der Autobahn 1 bei Ratekau fuhren mehrere Lkw in die Mittelleitplanke. Die Polizei forderte einen Kran an, um die Fahrzeuge bergen zu lassen. Weiter nördlich auf der A1, bei Lensahn, drehte sich ein Auto. Im Raum Travemünde schlitterten mehrere Fahrzeuge in den Straßengraben.

Wegen des Winterwetters blieben öffentliche Schulen in den schleswig-holsteinischen Kreisen Plön, Ostholstein und Segeberg geschlossen. Auch im Kreis Harburg (Niedersachsen) blieben die Schüler zu Hause.

In Teilen Mecklenburg-Vorpommerns waren manche Straßen vorübergehend gesperrt. Durch den Schneefall und den starken Wind sei es im gesamten Bundesland, besonders im Küstenbereich und auf Rügen, zu hefigen Schneeverwehungen gekommen, teilte das Landesamt für Verkehr und Straßenbau mit. Die örtlichen Straßenmeistereien registrierten vermehrt Unfälle, in den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden. Bereits in der Nacht kam es in der Region Hannover laut Polizei zu mehr als hundert Unfällen. Sechs Menschen wurden verletzt, berichtete der NDR.

Zu Verkehrsbehinderungen kam es auch in Mitteldeutschland. Auf der A9 gab es laut MDR Info am Kreuz Rippachtal mehrere Unfälle mit Blechschäden. Dem Sender zufolge blockierte ein Sattelzug bei Nossen zwei Fahrspuren der A4. Auf eisglatter Straße rutschte ein Lastwagen auf der A3 nahe dem rheinland-pfälzischen Dierdorf eine Böschung hinunter, wie die Polizei mitteilte. Während der Bergungsarbeiten stand der Verkehr auf mehreren Kilometern still. Im Flugverkehr macht sich das Winterwetter bislang nicht bemerkbar.

Starker Wind türmt Schneeverwehungen auf

Nach einem kurzen Frühlingsintermezzo hatte der Winter Teile Deutschlands seit Ende vergangener Woche voll erfasst. Am meisten Schnee fiel in Norddeutschland - seit der Rückkehr des Winterwetters bis zu 26 Zentimeter.

An der Ostsee pfeift der Wind mit bis zu 75 Kilometern in der Stunde. Im Laufe des Tages lässt der Schneefall im Norden nach, dafür wird er in Mitteldeutschland stärker.

Vorerst bleibt es in Norddeutschland frostig, Temperaturen im einstelligen Minusbereich sind die Regel. Ganz Deutschland hat das frostige Wetter allerdings nicht erfasst. Die kalte Luft drang nur bis Südrheinhessen, zum Odenwald und nach Franken vor. "In Süddeutschland ist Frühling", sagt Sabine Paetzold, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst - auch wenn es dort bei Höchstwerten von 7 Grad alles andere als gemütlich ist.

Am Dienstag wird auch in Westdeutschland starker Schneefall erwartet. "Zum Beginn des Berufsverkehrs im Ruhrgebiet sind zehn Zentimeter möglich", sagt Paetzold. Auch im Rheinland sei dann Schneefall zu erwarten. "Es kann sogar sein, dass es in der Mitte am Dienstag zu Schneeunwettern kommt", so Paetzold.

ulz/wit/dpa



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picard95 11.03.2013
1. Das Wetter war kein Problem...
30cm Schnee, Bundesstrassen ungeräumt und ungesalzen. Trotzdem fuhr es sich gut in Meck-Pomm Richtung S-H. Wären da nicht die anderen Autofahrer gewesen, die bei etwas Schneematsch auf der Bundesstrasse Tacho 20 fahren und in der Stadt zu blöd zum Anfahren waren und alle Ampeln verstopften. Wie gesagt, bei etwas Schneematsch: Seitenführung gut, Bremsen ohne Probleme und Anfahren auch kein Problem. Und mein Wagen hat noch nichtmal ESP oder ASR.
Snoozel 11.03.2013
2.
Immer wieder peinlich das wegen so ein bisserl Schnee gleich Chaos ausbricht. Man muss sich halt an das Wetter anpassen, da gibt es keinen Thermostaten. Autofahren bei dem Wetter ist auch kein Problem, dabei fahre ich sogar lieber auf Schnee als in diesem Salzmatsch der Nachts wieder schön fest friert.
LH526 11.03.2013
3.
Es mangelt in Deutschland einfach flächendeckend an Schneefahrkompetenz. Keiner soll übertrieben, waghalsig und Riskant fahren, aber die Grenzen zwischen übertriebener Vorsicht und Nötigung durch Unwille / Unkönnen sind fliesend! Die Sünden umfassen dabei: - Mit 20 durch die Stadt schleichen, weil Sommerreifen drauf sin. - An der Ampel mit durchdrehenden Rädern panisch werden. - "Weil's der Vordermann auch so macht" an zweispurigen Ausfallstrassen Mittellinie fahren. Auf der leicht angeschneiten und teilgeräumten Bundesstrasse mit 50 und Nebelscheinwerfern den Weg suchen, wo auch ein beherztes sicheres Vorankommen mit 80km/h problemlos möglich ist. Und wenn einer auf der vierspurigen, ungeräumten A5 nachts eben die dritte Spur benutzt, weil andere auf der ersten und zweiten mit 60km/h im Matsch fahren, und ebendieser auf der dritten Spur im frischen Schnee sicher mit 100 eine frische Furche zieht, dann von wütenden Fahrern ein lichtgehuptes "Wie können Sie nur, sie Spinner" zugeworfen bekommt, verkommt das alles irgendwie zu einer Allegorie auf Gesamtdeutschland :)
juleswdd 11.03.2013
4.
Zitat von picard9530cm Schnee, Bundesstrassen ungeräumt und ungesalzen. Trotzdem fuhr es sich gut in Meck-Pomm Richtung S-H. Wären da nicht die anderen Autofahrer gewesen, die bei etwas Schneematsch auf der Bundesstrasse Tacho 20 fahren und in der Stadt zu blöd zum Anfahren waren und alle Ampeln verstopften. Wie gesagt, bei etwas Schneematsch: Seitenführung gut, Bremsen ohne Probleme und Anfahren auch kein Problem. Und mein Wagen hat noch nichtmal ESP oder ASR.
Schon klar, Sie sind der Held und die anderen alles Deppen .... !?
juleswdd 11.03.2013
5.
Zitat von LH526Es mangelt in Deutschland einfach flächendeckend an Schneefahrkompetenz. Keiner soll übertrieben, waghalsig und Riskant fahren, aber die Grenzen zwischen übertriebener Vorsicht und Nötigung durch Unwille / Unkönnen sind fliesend! Die Sünden umfassen dabei: - Mit 20 durch die Stadt schleichen, weil Sommerreifen drauf sin. - An der Ampel mit durchdrehenden Rädern panisch werden. - "Weil's der Vordermann auch so macht" an zweispurigen Ausfallstrassen Mittellinie fahren. Auf der leicht angeschneiten und teilgeräumten Bundesstrasse mit 50 und Nebelscheinwerfern den Weg suchen, wo auch ein beherztes sicheres Vorankommen mit 80km/h problemlos möglich ist. Und wenn einer auf der vierspurigen, ungeräumten A5 nachts eben die dritte Spur benutzt, weil andere auf der ersten und zweiten mit 60km/h im Matsch fahren, und ebendieser auf der dritten Spur im frischen Schnee sicher mit 100 eine frische Furche zieht, dann von wütenden Fahrern ein lichtgehuptes "Wie können Sie nur, sie Spinner" zugeworfen bekommt, verkommt das alles irgendwie zu einer Allegorie auf Gesamtdeutschland :)
Genau .... !! Was ist das denn? Das Blödwort des Jahres? Am besten einen Schneefahrkompetenzgipfel veranstalten ...
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