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Schnee und gefrierender Regen Mehrere Tote bei Unfällen auf glatten Straßen

Das Winterwetter hat in Teilen Deutschlands zu gefährlichen Straßenverhältnissen geführt: Auf der A8 in Bayern stieß ein Auto mit einem quer stehenden Lkw zusammen. Im Erzgebirge verunglückte ein Schulbus.
Sehmatal in Sachsen: Verunglückter Schulbus

Sehmatal in Sachsen: Verunglückter Schulbus

Foto: Mike Jentsch / dpa

Erst Schneemassen, nun gefrierender Regen: Auch am Dienstag läuft in Bayern noch nicht alles wie gewohnt. Auf den Straßen sorgte das Glatteis zum Teil für chaotische Verhältnisse. Der Deutsche Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung für einige Regionen heraus.

Zwei Menschen sind beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Sattelzug auf der Autobahn 8 in Oberbayern gestorben. Das Auto sei in der Nacht unter das Heck des Lkw geraten, der bei Odelzhausen im Landkreis Dachau quer auf der Autobahn stand, teilte die Polizei mit. »Zum Unfallzeitpunkt war die Teerdecke der Fahrbahn durch überfrierende Nässe spiegelglatt.«

Der Fahrer und der Beifahrer in dem Auto erlitten tödliche Verletzungen. Ihre Identität wurde nicht bekannt. Der 64-jährige Lkw-Fahrer wurde den Angaben zufolge leicht verletzt. Die Autobahn war demnach in Fahrtrichtung München mehrere Stunden gesperrt.

Auf der Autobahn 99 kam es nach Angaben eines Polizeisprechers zu mehreren Unfällen zwischen den Anschlussstellen München-Nord und München-Süd. In Richtung Norden waren an einem Massenunfall 13 Fahrzeuge beteiligt, in der Gegenrichtung waren es drei Verkehrsunfälle. Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt.

Ein Toter bei Unfall mit Schulbus im Erzgebirge

Auch andere Bundesländer waren betroffen: Beim Unfall eines Schulbusses im Erzgebirge in Sachsen kam am Morgen ein Kind ums Leben. Es handelt sich bei dem Opfer um einen Schüler, wie die Polizei mitteilte. Zudem seien zwei Erwachsene, darunter der Busfahrer, schwer verletzt worden. Mindestens zehn weitere Schulkinder wurden den Angaben zufolge verletzt und vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Der Bus war in Sehmatal seitlich mit einem Fahrzeug des Winterdienstes zusammengestoßen, wie ein Polizeisprecher sagte. Anschließend prallte der Bus frontal gegen einen Baum. Der Aufprall war derart heftig, dass das Fahrzeug auf den vorderen zwei Metern komplett zerstört wurde. Zuvor hatte die »Freie Presse«  über den Unfall berichtet. Noch ist die Unfallursache nicht geklärt. Nach erster Einschätzung der Polizei war es zum Unfallzeitpunkt auf der Straße glatt.

In Baden-Württemberg ist bei Schneeglätte ein Gefahrgutlaster auf der Autobahn 7 bei Heidenheim ins Schleudern geraten und umgekippt. Die Autobahn in Fahrtrichtung Ulm war stundenlang voll gesperrt, es bildete sich ein bis zu elf Kilometer langer Stau, wie die Polizei mitteilte. Am Vormittag wurde die Strecke wieder freigegeben.

Der Lkw war laut Polizei in der Nacht nach rechts von der Straße abgekommen, gekippt und in der Böschung liegen geblieben. Der Anhänger hatte sich demnach vom Zugfahrzeug gelöst und blieb quer auf der Fahrbahn stehen. Die Feuerwehr stufte die in geringer Menge ausgetretene Flüssigkeit als ungefährlich ein. Laster und Anhänger wurden abgeschleppt, in einer Spezialfirma soll das Gefahrgut umgeladen werden. Der 55 Jahre alte Fahrer wurde wohl leicht verletzt.

Auf der A7 in Hessen kam es am frühen Morgen zwischen Homberg (Efze) und Bad Hersfeld West zu einem Unfall mit vier Lastwagen. Nach ersten Erkenntnissen gab es laut Polizei zunächst einen Auffahrunfall zwischen zwei Lkw auf der glatten Fahrbahn. Zwei weitere Lastwagen seien daraufhin über Trümmerteile gefahren und beschädigt worden. Ein Insasse wurde den Angaben zufolge leicht verletzt.

Glätte und Schneeverwehungen haben auch in Teilen Thüringens seit der Nacht zum Dienstag zu Unfällen und Beeinträchtigungen geführt. So war am Morgen die Autobahn im Bereich Suhl komplett mit Schnee bedeckt, wie die Polizei mitteilte. Außerdem blieben in Etterwinden und Dreißigacker in Meiningen mehrere Lkw stecken. Auch im Bereich Saalfeld kam es laut Polizei seit Montagabend zur Beeinträchtigung des Verkehrs aufgrund der Witterung.

Einschränkungen für Zug- und Flugreisende in Bayern

Flugreisende und Pendler müssen sich im Süden Bayerns nach dem heftigen Wintereinbruch zudem noch immer auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. Der Flugbetrieb in München wurde am Dienstagmorgen für mehrere Stunden eingestellt. Alle Flächen seien wegen des Eisregens vereist, sagte ein Sprecher des Flughafens. Am Mittag nahm der Flughafen seinen Betrieb wieder auf. Der Luftverkehr soll einem Sprecher zufolge nun nach und nach wieder anlaufen.

»In der ersten Tageshälfte werden die Betriebsflächen enteist. Geplant ist, den Flugverkehr ab Mittag wieder anlaufen zu lassen«, schrieb der Flughafen auf seiner Homepage . »Allerdings ist davon auszugehen, dass auch im weiteren Verlauf des Tages ein Großteil der Flüge aus Sicherheitsgründen entfallen muss.«

Auch bei der Deutschen Bahn (DB) werden die Auswirkungen voraussichtlich noch die nächsten Tage spürbar sein. »Gegenwärtig ist der Großraum München Hbf nur stark eingeschränkt anfahrbar. Es verkehren daher nur wenige Fernverkehrszüge von und nach München«, hieß es auf der Homepage .

Der Bahnverkehr in Richtung Salzburg, Innsbruck und Zürich blieb eingestellt. Auch in anderen Teilen von Süddeutschland könne es zu Zugausfällen und Verspätungen kommen, hieß es von der DB. Reisende wurden aufgerufen, nicht notwendige Fahrten auf die Zeit ab dem 6. Dezember zu verschieben.

wit/dpa/AFP