Schneechaos Der Winter macht den Briten zu schaffen

Regen sind sie gewohnt, Schnee nicht: Der Winter sorgt in weiten Teilen Großbritanniens für Chaos. Mehr als 300 Schulen blieben geschlossen, Tausende Haushalte waren ohne Strom - und inzwischen wird das Streusalz knapp.


London - Ein Ende der Kälte ist nicht in Sicht - doch die Vorräte an Streusalz schrumpfen merklich: Schnee hat weite Teile des Königreichs am Freitag lahm gelegt. Auf vielen Straßen ging nichts mehr, Brücken mussten gesperrt werden, auf mehreren Flughäfen fielen Flüge aus und auch die Reise mit der Bahn wurde zur Geduldsprobe.

Viele Schulkinder hatten erneut einen freien Tag, weil über 3000 Schulen geschlossen blieben. Mehr als 20.000 Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom. Am schlimmsten betroffen war der Südwesten von England und Teile von Südwales. Die Hauptstadt London, die am Montag durch die heftigsten Schneefälle seit 18 Jahren lahmgelegt worden war, blieb dagegen diesmal weitgehend verschont.

Das Chaos hatte sich bereits am späten Donnerstagabend angekündigt, als bei einem heftigen Schneesturm im Südwesten Englands mehr als 200 Menschen mit ihren Autos liegengeblieben waren und von Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden mussten. Viele haben die Nacht in öffentlichen Gebäuden verbracht, während die Rettungskräfte ihre Fahrzeuge bargen.

In den Grafschaften Devon und Somerset meldeten einige Dörfer 30 Zentimeter Schnee, was für diese Gegenden absolut ungewöhnlich ist.

Allein in Devon mussten 12.000 Menschen am Freitag ohne Strom auskommen. Am Flughafen Bristol waren Flüge bis zum Nachmittag ausgesetzt, auch am Airport Luton nördlich der Hauptstadt ging zwischenzeitlich nichts mehr.

Seit Sonntagabend leidet Großbritannien unter einem Wintereinbruch mit für dortige Verhältnisse ungewöhnlich viel Schnee. Am Montag waren die Pendler von den zugeschneiten Straßen überrascht worden, viele Menschen konnten nicht zur Arbeit gelangen.

han/dpa/AP



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