Schneekatastrophe Notstand in Washington

Es sind angeblich die schwersten Schneestürme an der US-Ostküste seit Menschengedenken. In der Hauptstadt Washington und im Bundesstaat Maryland wurde der Notstand ausgerufen. Innerhalb einer Stunde fiel dort mehr als ein halber Meter Schnee. Mindestens 50.000 Menschen sind ohne Strom.


Schneefräse vor dem Weißen Haus: Ein halber Meter Schnee in einer Stunde
AP

Schneefräse vor dem Weißen Haus: Ein halber Meter Schnee in einer Stunde

Washington - In Maryland, das am stärksten von der Katastrophe betroffen ist, wurden am Abend Schneehöhen von knapp einem Meter gemessen. Die Bürger wurden aufgerufen, ihre Autos stehen zu lassen, um Schneepflüge nicht zu behindern. Die Sturmfront erreichte inzwischen auch New York und den Bundesstaat New Jersey. Nach Voraussagen der Meteorologen müssen sich die Menschen hier auf die heftigsten Schneefälle seit rund 80 Jahren einstellen.

Präsident George W. Bush musste wegen der sich ständig verschlechternden Wetterbedingungen früher als geplant von seinem Wochenendaufenthalt in Camp David (US-Staat Maryland) nach Washington zurückkehren. Er kam mit dem Auto, da die schlechten Sichtverhältnisse den üblichen Hubschrauberflug zu gefährlich machten.

Ski-Langläufer vor dem Capitol
REUTERS

Ski-Langläufer vor dem Capitol

Eine Ende des Schneechaos ist vorerst nicht in Sicht: Wetterexperten erwarteten ein Nachlassen des Flockenwirbels frühestens am Montagvormittag. Damit wurden auch für Washington Schneehöhen von bis zu einem Meter erwartet.

Bereits am Sonntag hatte Washington weitgehend einer Geisterstadt geglichen. Schneepflüge und Räumungsmannschaften kamen trotz massiven Einsatzes nicht gegen den Schnee an. Zwei der drei Hauptflughäfen in der Region mussten ganz schließen, der dritte Airport konnte nur noch eine Start- und Landebahn offen halten.

Einsatz am Flughafen Baltimore-Washington: Der schlimmste Schneesturm seit 80 Jahren
AP

Einsatz am Flughafen Baltimore-Washington: Der schlimmste Schneesturm seit 80 Jahren

Anders als an "normalen" Sonntagen blieben die meisten Geschäfte und Einkaufszentren sowie Museen geschlossen. Schulen und Universitäten im Großraum Washington sagten bis Dienstag alle Aktivitäten ab. Busse verkehrten nur noch auf den Hauptstraßen, im U-Bahnnetz gab es stundenlange Verzögerungen.

Ein Verkehrschaos wurde dennoch für den Montag nicht erwartet. Dann wird in den USA nämlich mit dem Presidents' Day ein Feiertag begangen: Behörden und Schulen haben geschlossen.



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