Unwetter-Update am Donnerstag Erneut Warnung vor Starkregen in NRW

Bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind mindestens 59 Menschen ums Leben gekommen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor neuen schweren Gewittern in einigen Regionen von NRW. Der Überblick.
Der Wetterdienst warnt erneut vor Starkregen und Gewittern in Wuppertal und Umgebung

Der Wetterdienst warnt erneut vor Starkregen und Gewittern in Wuppertal und Umgebung

Foto: Christopher Neundorf / dpa

Das waren die Unwetter-Updates am 15. Juli.

+++ Erneut Warnung vor Starkregen in NRW +++

Die Zahl der Unwettertoten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist im Verlauf des Donnerstags auf mindestens 59 gestiegen. Die Kölner Polizei meldete am Abend weitere fünf Opfer. Das Innenministerium in Mainz bestätigte den Fund von neun weiteren Leichen. Die Polizei in NRW setzte außerdem die Suche nach neun vermissten Menschen aus dem Raum Bonn und elf aus Euskirchen fort.

Die Bilanz stieg damit auf 31 Tote in Nordrhein-Westfalen und 28 in Rheinland-Pfalz. Besonders stark betroffen waren der Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 19 Toten und das südlich von Köln gelegene Euskirchen mit 15 Toten, wie die zuständigen Polizeistellen am Nachmittag mitteilten.

Die Folgen der Hochwasserkatastrophe blieben im Verlauf des Donnerstags in vielen Orten unübersichtlich, weil Strom- und Telefonleitungen ausgefallen waren.

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Für Wuppertal und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises warnte der DWD am Donnerstagabend allerdings erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen.

Merkel sichert Menschen Hilfe des Bundes zu

Merkel bei ihrem US-Besuch

Merkel bei ihrem US-Besuch

Foto: TOM BRENNER / REUTERS

23.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Menschen in den Hochwassergebieten Hilfe zugesichert. »Ich darf den Menschen sagen: Wir werden sie in schwierigen, schrecklichen Stunden nicht alleine lassen. Wir werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht«, sagt Merkel in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden. »Die Zahl von extraordinären Wetterereignissen hat dramatisch zugenommen«, fügt sie hinzu. Deshalb müsse die Welt handeln.

1300 Vermisste im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler

23.16 Uhr: Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler 1300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt – und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. »Wir hoffen, dass sich das klärt«, sagte sie zu der hohen Zahl. Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

Nach wie vor seien über 1000 Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, THW, DRK und weiterer Katastrophenschutzeinheiten aus weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, dem südlichen NRW sowie dem angrenzenden Baden-Württemberg im Einsatz. »Weitere Einsatzkräfte, unter anderem Sanitäts- und Transporteinheiten sowie Kräfte der Bundeswehr, wurden nachgefordert«.

Es werde intensiv an der Wiederherstellung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung gearbeitet. Das THW beispielsweise bereite den Aufbau von Trinkwasseraufbereitungsanlagen vor.

Rund 3500 Menschen seien aktuell in mehreren Betreuungseinrichtungen im gesamten Kreisgebiet untergebracht. Alle kreiseigenen Schulen bleiben am Freitag geschlossen.

Laschet fordert »nationale Kraftanstrengung«

Ministerpräsident Armin Laschet hat sich in NRW vor Ort ein Bild von der Katastrophe gemacht

Ministerpräsident Armin Laschet hat sich in NRW vor Ort ein Bild von der Katastrophe gemacht

Foto: Martin Meissner / AP

23.10 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt nach der verheerenden Hochwasser-Katastrophe auf eine zügige Instandsetzung zerstörter Einrichtungen. Es müssten Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen, sagte Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow »maybrit illner«. Der Unions-Kanzlerkandidat war aus dem durch das Hochwasser stark zerstörten Stolberg bei Aachen zugeschaltet. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf das dort zerstörte Rathaus.

Das Land werde helfen, kündigte Laschet an. »Ich habe heute auch mit Olaf Scholz und der Bundeskanzlerin gesprochen.« Auch der Bund wolle helfen. »Wir brauchen jetzt hier eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden.«

»Klimaanpassung ist mindestens so wichtig wie Klimaschutz«

23.01 Uhr: Experten halten es angesichts der Flutkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für unumgänglich, dass sich Deutschland besser auf die Folgen des Klimawandels einstellt. »Klimaanpassung ist mindestens so wichtig wie Klimaschutz«, sagte Lamia Messari-Becker, Expertin für Stadtentwicklung an der Universität Siegen, am Donnerstagabend im »heute journal« des ZDF.

»Der heutige Tag ist möglicherweise der Beweis dafür, dass wir die Folgen des Klimawandels tatsächlich unterschätzt haben«, sagte die Bauingenieurin. »Seit mehr als 30 Jahren liegen uns Forschungsergebnisse vor, die das nahelegen – dass Wetterextreme schneller, heftiger, häufiger, konzentrierter vorkommen können.«

Darauf müsse man sich vorbereiten. Zu den Problemen zählten zu starke Zersiedelung und Versiegelung. Wasser müsse versickern und ablaufen können. Kritische Infrastruktur wie Energie-, Wasser- oder Krankenhausversorgung dürfe bei Extremwetter nicht zusammenbrechen, nötig sei ein Frühwarnsystem.

Papst Franziskus kondoliert Opfern der Flut-Katastrophe

23.00 Uhr: Papst Franziskus bekundet den Opfern der Flut-Katastrophe seine Anteilnahme. In einem Telegramn des Vatikans an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heißt es, das Oberhaupt der katholischen Kirche bete »besonders für die zahlreichen Vermissten, für die Verletzten und für alle, die zu Schaden gekommen sind oder durch die Naturgewalten ihre Lebensgrundlage verloren haben.« Auch für die Einsatzkräfte und Helfer erbitte er Gottes Schutz und Beistand.

Wasserstand an Steinbachtalsperre sinkt

22.40 Uhr: An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen sinkt der Wasserstand. Dies teilte Markus Böhm vom Krisenstab am Donnerstagabend mit. Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, sagte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio. Zum anderen pumpe das Technische Hilfswerk Wasser aus der Talsperre nah an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Am Freitagmorgen soll es eine neue Begutachtung des Dammes geben. Weil der Ablass der Talsperre infolge des Unwetters verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden.

Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) ließen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen

Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) ließen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen

Foto: Marius Becker / dpa

Die Brauchwasser-Talsperre, deren Damm tiefe Furchen aufweist, war am Donnerstag von einem Sachverständigen als »sehr instabil« eingestuft worden, wie der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), gesagt hatte. Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Ortschaften evakuiert. Nach Ramers Angaben waren davon 4500 Einwohner betroffen.

BVB will Benefizspiel für Hochwasseropfer organisieren

22.11 Uhr: Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat finanzielle Unterstützung für die Hochwasser-Opfer im Umland angekündigt. »Hagen-Hohenlimburg liegt nur wenige Kilometer vor unserer Haustür«, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem Statement am Donnerstagabend, er sprach von schrecklichen und berührenden Bildern.

»Auch Borussia Dortmund wird seinen Teil dazu beitragen, um den Betroffenen zu helfen, und die Einnahmen eines Benefizspiels, das wir möglichst in Hagen bestreiten möchten, den Opfern zukommen lassen«, sagte Watzke. »Die entsprechenden Gespräche werden wir in den kommenden Tagen aufnehmen.«

Neun Tote und vier Vermisste nach Unwettern in Belgien

Zerstörung in der belgischen Stadt Verviers

Zerstörung in der belgischen Stadt Verviers

Foto: FRANCOIS WALSCHAERTS / AFP

21.50 Uhr: Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Unwettern im östlichen Belgien ist bis zum späten Donnerstagabend auf neun gestiegen. Zudem werden vier Menschen vermisst, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Bereits am Morgen hatte es erste Meldungen über Tote gegeben. Innenministerin Annelies Verlinden hatte den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch genommen, Frankreich, Italien und Österreich hatten Hilfe angeboten. König Philippe von Belgien und Königin Mathilde fuhren den Angaben zufolge in die besonders betroffene Gemeinde Chaudfontaine. Der zentrale Bahnhof der Stadt Lüttich mit knapp 200.000 Einwohnern wurde am Nachmittag geschlossen.

In der Stadt waren Belga zufolge zudem die Strom-, Gas- und Wasserversorgung beeinträchtigt. Wer an der Maas lebt, wurde dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Auch in anderen Provinzen mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Weitere Todesopfer aus Behinderteneinrichtung geborgen

21.40 Uhr: Bei den neun weiteren Menschen, die bei der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, handelte es sich um Bewohner und Bewohnerinnen einer Behinderteneinrichtung in Sinzig. Das sagte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Innenministeriums am Donnerstagabend. Die Fluten seien schneller gekommen, als die Menschen hätten in Sicherheit gebracht werden können.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte im SWR Fernsehen bekannt gegeben, dass sich die Zahl der Toten um neun auf 28 erhöht habe. Der Einsatz an der Einrichtung lief am Abend noch. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

»Da war nicht mehr an Weglaufen zu denken«

21.15 Uhr: Eingestürzte Häuser, Schlamm und überall Trümmer – die 660-Seelengemeinde Schuld wurde schwer vom Hochwasser in der Eifel getroffen. Das Ehepaar Renate und Gottfried Holzen war mittendrin. Sehen Sie hier die Videoreportage.

Maastricht: 10.000 Menschen sollen Wohnungen verlassen

21.05 Uhr: Die südniederländische Stadt Maastricht hat rund 10 000 Bürger und Bürgerinnen aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen. Mehrere Viertel der Stadt in der Provinz Limburg würden evakuiert, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Es wird erwartet, dass in der Nacht die Maas so stark über die Ufer tritt, dass Wohnviertel überschwemmt werden.

Auch die Stadt Roermond evakuierte Viertel, mehrere Hundert Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Wasserstände der Flüsse in den Niederlanden schwellen durch die Wassermassen schnell an. Die Armee schickte mehrere Hundert Soldaten, um zu helfen.

»Eine Treppenstufe nach der anderen verschwand im Wasser, es war gruselig«

Oliver Marquardt: »Gegen 22 Uhr ging es los, das Wasser stieg und stieg«

Oliver Marquardt: »Gegen 22 Uhr ging es los, das Wasser stieg und stieg«

Foto: David Klammer / laif / DER SPIEGEL

20.43 Uhr: Der Landkreis Ahrweiler wurde hart vom Starkregen getroffen. Oliver Marquardt und seine Familie konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen. Im SPIEGEL-Interview erzählt er von der Nacht, in der das Wasser kam. 

Erneut Warnung vor Starkregen in Wuppertal und Schwelm

20.35 Uhr: Für Wuppertal und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises hat der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagabend erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen gewarnt. Innerhalb einer Stunde könnten dabei bis zu 40 Liter Regen fallen. Auch vor Sturmböen wurde gewarnt. Eine amtliche Unwetterwarnung galt zunächst bis 20.45 Uhr. Auch nordöstlich davon in Hagen, Dortmund, im Kreis Unna und in Hamm warnte die Wetterbehörde am Abend vor starkem Gewitter mit kräftigem Regen.

Bundeswehr hat weitere Soldaten in Hochwasser-Einsatz geschickt

Bundeswehr-Soldaten helfen bei der Evakuierung

Bundeswehr-Soldaten helfen bei der Evakuierung

Foto: CONSTANTIN ZINN / EPA

20.32 Uhr: Die Bundeswehr hat nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands weitere Soldaten in den Hilfseinsatz geschickt. Inzwischen seien mindestens 850 Männer und Frauen zur Unterstützung der Rettungsarbeiten eingesetzt, sagte ein Bundeswehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Abend. Am Donnerstag sei in neun Fällen Amtshilfe geleistet worden.

So seien im Raum Hagen 230 Soldaten und Großgerät im Einsatz, darunter zwei 2 Bergepanzer, Lastwagen und Radlader. In Leverkusen helfen 200 Soldaten beim Befüllen von Sandsäcken. In Aachen waren zwei Bergepanzer und ein Rettungshubschrauber »SAR« unterwegs.

Lewentz: Neun weitere Tote durch Hochwasser-Katastrophe

20.02 Uhr: Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) geht von neun weiteren Todesopfern durch die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz aus. »Wir gehen davon aus, dass wir neun weitere Tote bergen konnten durch die Feuerwehr, das ist jedenfalls die Meldung der technischen Einsatzleitung«, sagte Lewentz am Abend im SWR Fernsehen.

Die Zahl der Unwettertoten in Rheinland-Pfalz würde damit auf 28 steigen. Auch mögliche weitere Opfer seien angesichts der großen Zahl von rund 40 bis 60 weiterhin vermissten Menschen zu befürchten, machte der Innenminister deutlich.

Land unter im Westen

20.01 Uhr: Diese Bilder vermitteln einen Eindruck vom Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Fotostrecke

Die Bilder der Flutkatastrophe

Foto: Sebastian Schmitt / dpa

Trauerbeflaggung am Freitag in Rheinland-Pfalz

19.43 Uhr: An allen Behörden in Rheinland-Pfalz werden die Fahnen am Freitag auf halbmast gesetzt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer habe nach der Unwetterkatastrophe im Norden des Landes für die Dienstgebäude Trauerbeflaggung angeordnet, teilte die Staatskanzlei in Mainz mit. Damit werde ein »sichtbares Zeichen der Trauer« gesetzt.

Hunderte Häuser im Kreis Trier-Saarburg durch Wassermassen beschädigt

19.20 Uhr: Der extreme Starkregen hat im Landkreis Trier-Saarburg immense Schäden angerichtet. Hunderte Häuser seien in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte ein Sprecher des Landkreises in Konz. Die Schäden reichten von vollgelaufenen Kellern bis hin zu Totalschäden an Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden wie beispielsweise einer Kläranlage. Schwerpunkte seien die Gemeinde Kordel am Mosel-Nebenfluss Kyll sowie der Trierer Stadtteil Ehrang. In der Südeifel seien zudem am Mosel-Zufluss Sauer vier bis fünf Orte teils überspült worden.

In Kordel hätten Einsatzkräfte bereits rund hundert Menschen in Sicherheit gebracht, weitere 60 Menschen sollten folgen. Der Hochwasserschutz in Kordel, der nach einem Höchststand der Kyll von 4,80 Meter im Jahr 1995 errichtet worden war, sei »gnadenlos abgesoffen«, sagte der Sprecher. Es sei ein Pegelstand von 7,80 Metern erreicht worden. Dank spezieller Fahrzeuge der Bundeswehr habe man die teils bettlägerigen Bewohner eines Altenheims in Sicherheit bringen können, da die Zufahrtsstraßen unpassierbar gewesen seien. Die zwischenzeitlich ausgefallene Trinkwasserversorgung in Kordel habe man mittlerweile wieder herstellen können.

Kordel: Der Ort ist vom Hochwasser der Kyll überflutet

Kordel: Der Ort ist vom Hochwasser der Kyll überflutet

Foto: Sebastian Schmitt / dpa

Auch der Trierer Ortsteil Ehrang musste nach einem Dammbruch zu großen Teilen evakuiert werden. In den Orten an der Sauer hätten sich rund 400 Menschen selbst in Sicherheit gebracht, sagte der Sprecher. »Unter den Umständen ist es fast schon ein Wunder, dass es keine Verletzten und Toten gab.«

E.on: Noch rund 165.000 Menschen ohne Strom

19.16 Uhr: Etwa 165.000 Menschen im Westen Deutschlands waren nach Angaben des Energieversorgers E.on wegen des Unwetters auch am Nachmittag noch ohne Strom. Besonders betroffen seien die Eifel, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und Teile des Bergischen Landes, teilte das Unternehmen in Essen mit.

Im Gebiet der E.on-Tochter Westnetz hatte Starkregen in der Nacht die Pegelstände stark steigen lassen und den Boden aufgeweicht. In Ortsnetzstationen und Umspannanlagen sei es deshalb zu Überflutungen gekommen. Aus Sicherheitsgründen seien die Anlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet worden. Teilweise wurden Anlagen nach Unternehmensangaben schwer beschädigt oder mit den Fluten weggerissen. Alle verfügbaren Mitarbeiter seien vor Ort im Dauereinsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen, hieß es.

Innenministerium: Mindestens 30 Tote in NRW nach Unwetter

19.06 Uhr: Im Zusammenhang mit dem schweren Unwetter sind in Nordrhein-Westfalen mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das NRW-Innenministerium am Abend mit. 57 Personen seien zudem verletzt. Es handele sich bei den Zahlen um den Stand von 18 Uhr.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag Hochwasser und waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Besonders kritisch war die Lage etwa im Kreis Euskirchen.

Landesinnenminister: Mehrere Tausend Bürger in Sicherheit gebracht

18.55 Uhr: Bei der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind laut Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) mehrere Tausend Bürger vor den Fluten in Sicherheit gebracht worden. Ihre Zahl liege »deutlich im vierstelligen Bereich«, sagte er bei einem Besuch der stark getroffenen Kurstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Allein im Landkreis Ahrweiler seien 13 Helikopter »zusammengezogen worden«.

Mit Blick auf die mindestens 19 Toten in Rheinland-Pfalz fügte Lewentz hinzu: »Die Menschen sind quasi im Bett überrascht worden.« Die Hochwassernacht erinnere ihn an die Flutkatastrophe von Hamburg 1962. Auch damals wurden die Opfer in der Nacht überrascht – mehr als 300 Bürger verloren ihr Leben.

Der Landesinnenminister sagte, viele Häuser seien in Rheinland-Pfalz zerstört worden – das werde die Einsatzkräfte weiterhin sehr beschäftigen: »Wir werden eine lange Lage haben.« Für genaue Bilanzen sei es noch zu früh, ergänzte Lewentz auch mit Blick auf die zahlreichen weiter Vermissten. »Jetzt haben wir nur das Retten im Kopf«, betonte er.

Uno bringt Hochwasserkatastrophe in Zusammenhang mit Klimawandel

18.33 Uhr: Die Vereinten Nationen sehen die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands als Folge des fortschreitenden Klimawandels. »Es ist ein größerer Trend in Bezug auf den Klimawandel, dass er zu größeren Klimaextremen führt«, sagte eine Uno-Sprecherin in New York. Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise seien nötig, um Vorfälle wie jenen in Deutschland künftig zu begrenzen. Die Uno bedauerte die zahlreichen Toten und sprach ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

Aufruf in Bonn – Unterkünfte für Menschen aus Ahrweiler gesucht

18.32 Uhr: Angesichts der großen Unwetterschäden im Kreis Ahrweiler hat die Bonner Oberbürgermeisterin Menschen in ihrer Stadt dazu aufgerufen, Hilfe anzubieten: »Liebe Bonnerinnen und Bonner, bitte stellt Unterkünfte zur Verfügung! Meldet Euch, die Stadt stellt den Kontakt zu Menschen her, die Eure Hilfe brauchen«, schrieb Katja Dörner (Grüne) auf Twitter.

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Viele Menschen hätten in Ahrweiler durch den Starkregen in teils dramatischen Aktionen ihr Zuhause verloren. Melden könnten sich nun Privatpersonen, Hotels und Pensionen in Bonn, die noch Zimmer frei hätten. Die Stadt richtete dafür eine zentrale Koordinierungsstelle ein.

Merkel: Häufung von Extremwetterereignissen fordert zum Handeln auf

18.28 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht mit Sorgen auf die Häufung von Extremwetterereignissen. Merkel sagte am Donnerstag an der Johns-Hopkins-Universität in Washington: »Wir haben zunehmend Extremwetterereignisse. Die Fluten, die einige Teile Deutschlands im Augenblick erleben und die wirklich dramatisch sind mit vielen tragischen Todesfällen auch, sind ein Beispiel dafür.« Merkel nannte als weiteres Beispiel die Feuer in Kalifornien.

»Wenn wir uns über die Jahreszahlen das anschauen, dann hat es immer mal einen Sturm und eine Flut gegeben«, sagte Merkel. »Aber die Häufung macht einfach Sorge und fordert uns zum Handeln auf.«

Malu Dreyer: »Unser Land trauert heute sehr«

18.23 Uhr: Bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Landkreis Ahrweiler hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besorgt über das Schicksal der 50 bis 70 noch vermissten Menschen gezeigt. Diese seien hoffentlich bei guten Freunden und Verwandten, weil ihnen rechtzeitig die Flucht vor den Wassermassen gelungen sei, sagte Dreyer. »Aber wir können im Moment das Schlimmste noch gar nicht ausschließen.«

Landkreis Ahrweiler: Von den Wassermassen mitgerissene Fahrzeuge

Landkreis Ahrweiler: Von den Wassermassen mitgerissene Fahrzeuge

Foto: SASCHA STEINBACH / EPA

Immer noch gebe es Menschen, die auf Bäumen oder Dächern sitzend ausharrten, sagte die Regierungschefin. Bei der Fahrt nach Bad Neuenahr-Ahrweiler habe sie in einem unter Wasser stehenden Wohngebiet die Rettung eines Mannes durch die freiwillige Feuerwehr miterlebt, der sich gestern Abend über das Gerüst eines Rohbaus in Sicherheit gebracht habe.

»Rheinland-Pfalz hat eine Katastrophe dieser Art noch nie erlebt«, sagte Dreyer. »Unser Land trauert heute sehr.« Ihr Mitgefühl sei bei den Angehörigen der Todesopfer – ihre Zahl stieg auf 19.

Zwei Tote in überflutetem Keller in Geilenkirchen

18.16 Uhr: Rettungskräfte haben in einem überfluteten Keller eines Hauses in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen zwei leblose Personen gefunden. Die Wiederbelebungsversuche blieben nach Mitteilung der Polizei erfolglos. Nach ersten Ermittlungen handelte es sich um zwei Bewohner des Hauses im Alter von 74 und 78 Jahren. Sie starben noch am Einsatzort. Die genaue Todesursache ist noch Teil der Ermittlungen, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Unwettertoten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat sich damit auf mindestens 45 erhöht.

Scholz: »Alles dafür tun, den Klimawandel aufzuhalten«

17.48 Uhr: Bei einem Besuch des Katastrophengebiets im nördlichen Rheinland-Pfalz hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zu verstärkten Bemühungen für den Klimaschutz aufgerufen. Der SPD-Kanzlerkandidat zeigte sich in Bad Neuenahr-Ahrweiler betroffen von der »gewaltigen Zerstörung, die die Natur angerichtet hat«.

Aber diese Naturkatastrophe habe »sicher auch etwas damit zu tun«, dass der Klimawandel mit Geschwindigkeit fortschreite. »Und deshalb muss das ein weiterer Ansporn sein – auch als Verpflichtung für all diejenigen, die hier Opfer geworden sind –, dass wir alles dafür tun, den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten«, sagte Scholz.

Der Vizekanzler hatte wegen der Katastrophe seinen Urlaub unterbrochen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler traf er mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Innenminister Roger Lewentz (SPD) zusammen. Der Bundesfinanzminister kündigte im Namen der ganzen Bundesregierung eine solidarische Unterstützung für die betroffenen Regionen an.

Hochwasser trifft Trierer Ortslage Alt-Ehrang

17.47 Uhr: Wegen starken Hochwassers der Kyll sind in Trier Teile der Ortslage Alt-Ehrang sowie ein Krankenhaus und ein Seniorenheim evakuiert worden. »Aus dem Heim wurden etwa 125 Menschen und aus dem Krankenhaus etwa 70 bis 80 Menschen weggebracht – einige frisch operiert«, sagte Stadtsprecher Michael Schmitz. Einige Patienten seien per Hubschrauber zu anderen Kliniken geflogen worden.

In dem Stadtteil selbst lief die Evakuierung der Wohnhäuser. »Es geht um etwa 100 bis 150 Menschen«, sagte Schmitz. »Wir nutzen Boote oder dort, wo die Strömung zu stark ist, eben Radlader.« Rund 200 Rettungskräfte seien im Einsatz. »Plus 60 bis 70 Menschen von der Stadt. Jeder, der laufen und eine Schaufel halten kann, hilft.«

Eine Hochwasserwelle der Kyll habe am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr überraschend den Schutz weggedrückt. »Die Leute liefen vor dem Wasser aus ihren Häusern davon«, schilderte Schmitz. Angesichts der Schäden könnten die Menschen möglicherweise in den nächsten Tagen noch nicht zurückkehren. »Wir bauen Strukturen auf, etwa in einer Turnhalle, wo wir Menschen auch verpflegen können. Aber wir hoffen auch, dass viele bei Bekannten unterkommen.«

20-mal so viel Wasser wie üblich: Rekordhochwasser an der Ruhr

17.41 Uhr: Auch die Ruhr führt nach dem Unwetter der vergangenen Tage an vielen Stellen Rekordhochwasser. So sei etwa bei Hattingen am Mittag mit 1450 Kubikmetern Wasser pro Sekunde etwa 20-mal so viel Wasser durchgeflossen wie im langjährigen Mittel, sagte ein Sprecher des Ruhrverbandes. So ein Hochwasser habe es mindestens seit 1960 nicht gegeben.

»Wir haben an der Ruhr Wasserstände, die einen Meter höher liegen als das, was bisher aufgetreten ist«, sagte auch Ulrich Windau vom Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Arnsberg. So erreichte der Pegel bei Wetter mit 7,21 Meter einen neuen Höchststand, auch bei Hattingen wurden nie registrierte Hochwasserwerte gemessen.

In der Folge ist die Ruhr an vielen Stellen über die Ufer getreten. In Hattingen wurden mehrere Häuser geräumt, zahlreiche Straßen sind nicht mehr befahrbar. In Mülheim an der Ruhr wurde ein Altenheim vorsichtshalber geräumt.

Städte im Ruhrgebiet sollen Trinkwasser abkochen

17.31 Uhr: In mehreren Städten im Ruhrgebiet sollen Anwohner wegen des Hochwassers ihr Trinkwasser abkochen. »Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen«, hieß es. Betroffen seien die Versorgung von Mülheim an der Ruhr (ohne Mintard), Ratingen-Breitscheid und Teile von Oberhausen und Bottrop.

Durch das Hochwasser sei das Uferfiltrat von Flusswasser beeinträchtigt worden, hieß es in der Mitteilung. Die Wasserwerksgesellschaft desinfiziere das Wasser daher mit Ozon, UV-Licht und Chlor »in extrem hoher Konzentration«.

Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 19

17.14 Uhr: Die Zahl der Todesopfer im nördlichen Rheinland-Pfalz ist auf 19 gestiegen. Ein Sprecher der Polizei in Koblenz teilte mit, dass ein weiterer Mensch in den Fluten ums Leben gekommen sei. Nähere Angaben sind bislang nicht bekannt. Etwa 50 bis 70 Menschen wurden nach Angaben von Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch vermisst.

Schwerpunkt der Katastrophe ist der Kreis Ahrweiler. Allein im 700 Einwohner zählenden Dorf Schuld an der Ahr stürzten sechs Häuser ein, etwa 40 Prozent der weiteren Wohngebäude wurden beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel.

Bahnverkehr in NRW und Rheinland-Pfalz weiterhin stark eingeschränkt

17.04 Uhr: Der Regional- und Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist aufgrund der Unwetterlage nach wie vor stark eingeschränkt. Gleise, Weichen und Signaltechnik seien in vielen Landesteilen stark beschädigt, teilte die Deutsche Bahn mit. Auch Bahnhöfe und Stellwerke seien betroffen.

Auf der Strecke Köln-Düsseldorf-Essen Dortmund kommt es demnach zu Umleitungen, Verspätungen und Zugausfällen.

Die Strecke Köln-Koblenz über den Bonner Hauptbahnhof ist derzeit nicht befahrbar. Über Bonn-Beuel ist die Strecke rechtsrheinisch befahrbar, allerdings komme es auch hier zu Verspätungen und Zugausfällen.

Der internationale Fernverkehr von und nach Brüssel ist laut Bahn unterbrochen. »Die betroffenen Fernverkehrszüge fallen zwischen Köln Hbf und Bruxelles-Midi aus.«

Im Regionalverkehr setzt die Bahn Ersatzbusse ein, sofern es die Straßen zulassen.

Der bundeseigene Konzern bittet die Fahrgäste, Fahrten in die Regionen möglichst zu verschieben. Tickets für den 14., 15. oder 16. Juli behielten ihre Gültigkeit bis eine Woche nach dem Ende der Störungen oder könnten kostenfrei storniert werden.

Menschen in Swisttal bei Bonn von Hochwasser eingeschlossen

16.58 Uhr: In Swisttal im Süden von Nordrhein-Westfalen sind mehrere Menschen wegen der Überschwemmungen seit Mittwochabend eingeschlossen. Wie viele Menschen betroffen seien, sei unklar, teilte der Rhein-Sieg-Kreis am Donnerstagnachmittag mit.

Einsatzkräfte gelangten demnach nur schwer zu den Betroffenen. Die Menschen sollen nach Angaben des Kreises mit Hubschraubern der Bundespolizei und der Bundeswehr aus der Luft gerettet werden. Sollte der Wasserstand zurückgehen, sollen auch Boote zum Einsatz kommen.

»Es liegen zahlreiche Meldungen über einsturzgefährdete Gebäude vor, aber noch keine valide Gesamteinschätzung«, hieß es. Zudem herrsche ein großflächiger Stromausfall. Die Kommunikation mit den Rettungskräften vor Ort sei in der aktuellen Lage schwer. Swisttal liegt zwischen Euskirchen und Bonn.

Steinbachtalsperre »sehr instabil« – mehrere Orte mit Tausenden Einwohnern werden evakuiert

Steinbachtalsperre

Steinbachtalsperre

Foto: Marius Becker / dpa

16.47 Uhr: An der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als »sehr instabil« eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD). Von der Evakuierung seien 4500 Einwohner betroffen.

Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert. Demnach hätte ein Dammbruch der Steinbachtalsperre auch gar keine Auswirkungen auf das Ahrtal. Der Kreis Euskirchen scheint mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen.

Merkel sagt Menschen in Hochwassergebieten Unterstützung zu

16.40 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen in den Hochwassergebieten in Deutschland Unterstützung zugesagt. Wo die Bundesregierung helfen könne, werde sie das tun, sagte Merkel am Rande ihres Besuches in Washington.

»Dies sind für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten entsetzliche Tage. Meine Gedanken sind bei ihnen. Und sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates – von Bund, Ländern und Gemeinden – gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern.«

Belgien stark von Fluten betroffen

15.59 Uhr: Im Zusammenhang mit schweren Unwettern im Osten Belgiens sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Die Leichen seien im Bezirk Verviers gefunden worden. Die Identität der Opfer sei noch nicht geklärt.

Auf Videos in den sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie Polizeiwagen mit Lautsprecherdurchsagen durch die Straßen der Stadt fahren. Lüttich hat rund 200.000 Einwohner, der Fluss Maas, der durch die Innenstadt fließt, ist der längste Nebenfluss des Rheins. Bei Twitter forderte die Stadtverwaltung Menschen in der Nähe der Maas auf, das Gebiet zu verlassen .

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Ministerpräsident Alexander De Croo twitterte: »Belgien steht vor noch nie da gewesenen Regenfällen.« Mithilfe von Innen- und Verteidigungsministerium sollen alle Rettungsdienste mobilisiert werden. Belgien erhalte internationale Unterstützung. Die EU-Kommission teilte mit, dass als Teil einer Sofortreaktion ein Rettungsteam und ein Hubschrauber aus Frankreich mobilisiert worden seien. Auch Italien und Österreich hätten Hilfe angeboten. Der Einsatz werde von der Kommission koordiniert und bis zu 75 Prozent der Transportkosten übernommen.

WDR weist Kritik an Berichterstattung zurück

15.52 Uhr: Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat auf Kritik über seine Berichterstattung über die Hochwasserkatastrophe reagiert und Lücken in der Berichterstattung eingeräumt. »Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab 3 Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte«, sagte eine WDR-Sprecherin in Köln.

»Übernommen haben die Studios in Düsseldorf und Köln, um mit Regionalnachrichten die Bevölkerung im Bergischen Land informieren zu können. Dafür liefern WDR-Reporter, die in Wuppertal unterwegs sind, die Informationen zu. Das Studio Wuppertal wird gerade mithilfe alternativer Übertragungswege wieder livefähig gemacht.« Der größte ARD-Sender hatte sein Nachtprogramm im Fernsehen und auf der Hauptwelle WDR2 trotz sich zuspitzender Lage in Wuppertal und anderen Orten in der Nacht zum Donnerstag nicht unterbrochen.

»In der Nacht hat der WDR im Netz auf WDR.de und bei WDRaktuell zur Situation in Wuppertal, Euskirchen und Rhein-Sieg-Kreis aktualisierte Infos gepostet und alle 30 Minuten monothematische Sonderausgaben der Radio-Nachrichten auf allen Wellen gesendet«, teilte der Sender mit. Beim Jugendsender 1Live sei das Thema die ganze Nacht lang mit Beiträgen in der jungen Nacht der ARD für ganz Deutschland begleitet worden. »Die ARD Nacht-Programme, wie die ARD Info Nacht, wurden aus dem WDR Newsroom mit Informationen versorgt.«

Polizei berichtet von Plünderungsversuchen in Stolberg

15.12 Uhr: Einige Menschen versuchen in Stolberg offenbar, die Hochwasserlage für sich auszunutzen – in mehreren Geschäften traf die Polizei mutmaßliche Plünderer an. Es soll sich jedoch um Einzelfälle handeln. Lesen Sie hier mehr.

Polizei Köln meldet 20 Tote nach Unwetter in NRW

14.42 Uhr: Nach dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei Köln von 20 Toten in der Region berichtet. Neben zwei in Köln gefundenen Toten seien bislang aus Euskirchen 15 und aus Rheinbach drei Tote gemeldet worden, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Noch seien nicht alle gesichteten Leichen geborgen. »Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen«, teilten die Beamten mit.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass im Zusammenhang mit dem Unwetter auch in anderen Landesteilen Nordrhein-Westfalens Menschen starben. In Kamen (Kreis Unna) kam ein 77-Jähriger in einem unter Wasser stehenden Keller seines Hauses ums Leben. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz ebenfalls im überfluteten Hauskeller.

Zudem starben zwei Feuerleute. Ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann kollabierte bei einem Unwettereinsatz im sauerländischen Werdohl und starb trotz Reanimationsversuchen. Wenige Stunden zuvor war in Altena im Sauerland ein Feuerwehrmann bei der Rettung eines Mannes ertrunken.

Schulze: Klimawandel ist in Deutschland angekommen

14.37 Uhr: Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich wegen der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dafür ausgesprochen, sich künftig besser auf Extremwetter-Ereignisse einzustellen. Die SPD-Politikerin schrieb auf Twitter: »Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Die Ereignisse zeigen, mit welcher Wucht die Folgen des Klimawandels uns alle treffen können.«

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Schulze schrieb: »Starkregen und Flut haben unser Land hart getroffen. Meine Gedanken sind heute bei den Menschen, die in Not sind, ihr Haus verloren haben oder gar um Angehörige trauern.« Nun sei Zeit für Solidarität und zupackende Hilfe. Die Ereignisse zeigten, wie wichtig es sei, sich künftig noch besser auf solche Extremwetter-Ereignisse einzustellen.

Steinmeier bestürzt über Folgen der verheerenden Überschwemmungen

14.18 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bestürzt über die Folgen der verheerenden Überschwemmungen in vielen Teilen Deutschlands gezeigt. »Mein tiefes Mitgefühl gilt den Verstorbenen und ihren Angehörigen«, erklärte Steinmeier. »In Gedanken bin ich bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die in Not sind, die ihr Hab und Gut und manche von ihnen auch ihr Dach über dem Kopf verloren haben.«

Der Bundespräsident dankte »allen Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern, die unermüdlich im Einsatz sind, die zum Teil ihr Leben riskieren, um den Menschen in dieser gefährlichen Situation zur Seite zu stehen«. Das tat auch Horst Seehofer (CDU). »Ich biete den Ländern jegliche Unterstützung an«, sagte Seehofer der »Bild«-Zeitung. Jetzt sei die Stunde der Einsatzkräfte und der Solidarität. »Sie wachsen derzeit über sich hinaus, und ich danke Ihnen dafür.«

DER SPIEGEL

Dutzende Todesopfer bestätigt

14.08 Uhr: Nach den schweren Unwettern ist die Zahl der Todesopfer im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler von fünf auf 18 gestiegen. Das teilte die Polizei mit .

Über weiterhin vermisste Menschen machte die Polizei zunächst keine Angaben, die ursprüngliche Zahl von 70 vermissten Menschen dürfte mittlerweile niedriger liegen, sagte ein Polizeisprecher. Bereits zuvor war die genaue Anzahl der Vermissten nach dem Einsturz der Häuser in Schuld ungewiss. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte von 50 bis 70 Vermissten in der Katastrophenregion gesprochen.

Unklar sei jedoch, ob es sich dabei um Menschen handle, die vielleicht in Urlaub seien, oder ob sie im Unwetter bei Bekannten untergekommen oder in einer schwierigen Situation seien.

Weitere Todesfälle wurden aus dem nordrhein-westfälischen Landkreis Euskirchen gemeldet, dort starben nach offiziellen Angaben 15 Menschen. Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben, bei einem ging die Polizei von einem internistischen Notfall aus. Auch in Solingen, Rheinbach und Köln kam es der Polizei zufolge zu Todesfällen. Insgesamt wurden bisher 42 Todesfälle bestätigt.

Der gesamte Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist betroffen. Mehrere Orte waren laut Polizei wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. Ungefähr 50 Menschen befanden sich demnach zeitweilig auf Hausdächern. Die Rettungsmaßnahmen halten aktuell noch an.

Baerbock bricht Urlaub ab und zeigt sich erschüttert

13.39 Uhr: Wegen der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kehrt die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vorzeitig aus dem Urlaub zurück.

»Das zerstörerische Ausmaß der Überschwemmungen ist erschütternd«, erklärte die Parteivorsitzende. »Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Menschen, die um Angehörige trauern, sich um Vermisste sorgen und um Verletzte kümmern.«

Als »unglaubliche Leistung« würdigte die Grünenchefin die Arbeit der Rettungskräfte. Gleichzeitig betonte Baerbock, wie wichtig nun die Unterstützung von Bund und Ländern sei. »Den Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, weil ihr Hab und Gut, ihre Häuser einfach weggeschwemmt wurden, muss nun schnell und unbürokratisch geholfen werden«, sagte Baerbock.

Hunderte Menschen vor Hochwasser gerettet

13.27 Uhr: Die Einsatzkräfte im nordrhein-westfälischen Solingen haben in den vergangenen Stunden etwa 130 Menschen im Stadtgebiet aus akuter Not vor dem Hochwasser gerettet. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr. »Wir haben die Menschen über Drehleitern, Boote, Bojen herausgeholt. Es war alles improvisiert.« In zwei Situationen hätten sich Einsatzkräfte zudem auf Tanklöschfahrzeugen in Sicherheit bringen müssen.

Auch in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg sind wegen des Hochwassers mehrere hundert Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht worden. Meldungen über Vermisste, Tote oder Verletzte gebe es aus Kordel nicht, teilte ein Kreissprecher mit.

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Wegen überschwemmter Zufahrtswege war der Ort mit 2000 Einwohnern abgeschnitten. Nach Angaben des Kreises war auch die Bundeswehr im Einsatz, um Menschen zu retten, unter anderem mit Amphibienfahrzeugen. Unter anderem sei ein Altenheim geräumt worden. Kordel liegt an der Kyll, einem Mosel-Zufluss.

Damm von Talsperre droht zu brechen – Ortsteile werden evakuiert

13.01 Uhr: Wegen der Gefahr eines Dammbruchs an der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden zwei Ortsteile von Rheinbach evakuiert. Das teilte die Feuerwehr Rheinbach mit.

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»Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht sicher ist, ob der Damm der Steinbachtalsperre gehalten werden kann«, heißt es in der Mitteilung.

Bei der Evakuierung von Oberdrees und Niederdrees würden auch Lastwagen der Bundeswehr eingesetzt. Wer nicht bei Familienangehörigen oder Bekannten unterkommen könne, finde eine Notunterkunft in der Stadthalle Rheinbach.

Christdemokraten offline wegen Unwetter

12.57 Uhr: Die CDU hat wegen des Unwetters Probleme mit ihren Servern. So ist die Partei-Webseite  zurzeit nicht erreichbar. In einer internen Mail aus dem Konrad-Adenauer-Haus wurden die CDU-Mitglieder bereits informiert. »Von dem schweren Unwetter in NRW ist auch die CDU getroffen: Unser Rechenzentrum in Rheinbach läuft nur noch über Notstromaggregate, die nicht alles abdecken können«, heißt es in der Nachricht, die dem SPIEGEL vorliegt.

Rheinbach bei Bonn ist stark von der Flutkatastrophe betroffen. Deswegen gebe es derzeit »Serverdowns«. »Die Webseiten der CDU und der angeschlossenen Netze (KandiNET, CDUplus, Kreativportal) sowie der E-Mail-Dienst des KAH [Konrad-Adenauer-Hauses] sind nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar.« Die Techniker würden unter Hochdruck dran arbeiten, das Problem zu beheben.

Nicht erreichbar: Die CDU-Webseite ist offline

Nicht erreichbar: Die CDU-Webseite ist offline

Foto: cdu.de

Scholz will »alles dafür tun, dass der Bund finanzielle Hilfe leistet«

12.53 Uhr: Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz stellt den Hochwasser-Geschädigten Hilfen in Aussicht und will sich noch am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage machen. »Die Menschen im Katastrophengebiet sind in Not, die Schäden sind immens«, erklärte Scholz. »Da muss der Bund mit anpacken. Ich werde alles dafür tun, dass auch der Bund finanzielle Hilfe leistet.«

Ein Ministeriumssprecher teilte mit, dass Scholz sich noch im Laufe des Tages zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet machen werde.

»Die Schäden in den Kommunen sind immens«, sagte Dreyer am Vormittag. »Das können wir als Land nicht allein auffangen. Deswegen bin ich dankbar, dass Olaf Scholz sich noch heute selbst einen Eindruck machen wird in unserem Katastrophengebiet. Wir brauchen seine Unterstützung.«

Laschet verspricht Hochwasseropfern Hilfe

12.39 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Opfer des Hochwassers und den betroffenen Kommunen versprochen. Ein genaues Lagebild der Flutkatastrophe in den Landesteilen gebe es noch nicht, sagte Laschet in der besonders von den Unwettern betroffenen Stadt Hagen. Die Höhe der notwendigen Hilfen könne er noch nicht genau beziffern.

Für Freitagmorgen habe er eine Sondersitzung des Landeskabinetts einberufen. »Wir werden die Kommunen und Betroffenen nicht allein lassen«, sagte Laschet. Das Land sei in dieser Situation solidarisch.

Armin Laschet in Hagen

Armin Laschet in Hagen

Foto: FRIEDEMANN VOGEL / EPA

Der Unions-Kanzlerkandidat hatte sich in Hagen vom Krisenstab und von Oberbürgermeister Erik O. Schulz (parteilos) über die Lage informieren lassen. Am Morgen hatte Laschet die Stadt Altena im Märkischen Kreis besucht. Der Kanzlerkandidat hatte zuvor seine Reise durch Süddeutschland und den Wahlkampf abgebrochen und war noch in der Nacht nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Er habe in Hagen übernachtet, sagte er. Alle parteipolitischen Fragen müssten in einer solchen Situation in NRW zurückstehen.

Die Häufung von Starkregen- und Hitzeepisoden sei »verbunden mit dem Klimawandel«, sagte Laschet. »Das bedeutet, dass wir bei den Maßnahmen zum Klimaschutz mehr Tempo brauchen – europäisch, bundesweit, weltweit.«

Bundeskanzlerin Merkel »erschüttert über die Katastrophe«

12.28 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich angesichts der schweren Hochwasser-Unglücke in Deutschland betroffen geäußert. »Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwassergebieten durchleiden müssen«, sagte Merkel ihrem Sprecher zufolge: »Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen.«

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Unwetterschäden in diesem Jahr offenbar besonders hoch

12.24 Uhr: Stürme, Überschwemmungen, Starkregen und Hagel dürften aus Sicht der Versicherungsbranche in diesem Jahr besonders hohe Schäden angerichtet haben. Es zeichne sich ab, dass sich 2021 »zu einem der schadensträchtigsten seit 2013 entwickeln könnte«, teilte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, auf Anfrage mit. »Bereits im Juni haben Starkregen und Hagel einen geschätzten versicherten Schaden von 1,7 Milliarden Euro verursacht.«

Zur aktuellen Unwetterlage in der Eifel und Nordrhein-Westfalen lägen derzeit noch keine Zahlen vor, teilte Asmussen weiter mit. Der Verband kündigte aber für die kommenden Wochen eine aktuelle Schadensschätzung an.

Fluss Inde überspült Deich und läuft in Tagebau – ein Vermisster

12.19 Uhr: Der Hochwasser führende Fluss Inde hat einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und läuft seit dem Morgen in den Tagebau. Ein Sprecher des Energieunternehmens RWE sagte, ein Mitarbeiter dort werde vermisst. Nach dem Mann werde mit einem Hubschrauber gesucht. Der Abbaubetrieb sei eingestellt worden. Der Zufluss des Wassers dauere an.

Der Sprecher sagte, der Fluss sei gegen 6.30 Uhr bei Lamerdorf über den Deich geschwappt. Die Inde ist nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen stark angeschwollen. Der Fluss verläuft in der Nähe des Tagebaus. Die oberhalb an der Inde liegenden Städte Eschweiler und Stolberg sowie Aachen-Kornelimünster sind ebenfalls heftig von Hochwasser betroffen.

Unwetter lässt Häuser einstürzen

12.17 Uhr: Nach den schweren Unwettern im Eifelort Schuld werden weiterhin Dutzende Menschen vermisst. Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

DER SPIEGEL

Historisch hohe Mosel-Wasserstände – Entspannung erst am Nachmittag

12.06 Uhr: Der Wasserstand der Mosel wird Vorhersagen zufolge im Laufe des Donnerstags zunächst weiter steigen. Die Hochwasservorhersagezentrale des rheinland-pfälzischen Landesumweltamtes rechnete erst für den späten Nachmittag mit einer Entspannung. »Zahlreiche Zufluss-Pegel verzeichnen bereits jetzt historische Höchststände«, teilte die Behörde mit.

Am Pegel Trier sei die Meldehöhe von sechs Metern am Mittwochabend überschritten worden und der Wasserstand steige weiterhin stark an. »Zum Nachmittag hin ist ein Anstieg der Wasserstände bis in den Bereich um 940 cm möglich«, teilte die Zentrale am Donnerstagvormittag mit. »Anschließend werden die Pegelstände fallen.«

Auch in der Sauer stiegen die Wasserstände am Donnerstag noch an. Die Experten rechneten damit, dass am Mittag ein Höchststand von 6,10 bis 6,20 Meter erreicht wird. »Anschließend werden auch hier fallende Wasserstände vorhergesagt.« An zahlreichen Eifel- sowie Sauer-Zuflüssen seien die Wasserstände in der vergangenen Nacht extrem gestiegen und hätten historische Höchststände erreicht.

Trauer um tote Feuerwehrmänner

12.03 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrband (DFV) trauert um die beiden in Nordrhein-Westfalen durch das Unwetter gestorbenen Feuerwehrmänner. »In Gedanken sind wir bei ihren Familien und den Angehörigen der Feuerwehren«, sagte DFV-Präsident Karl-Heinz Banse. Angesichts der Todesfälle rief der Verband deutschlandweit die Feuerwehren dazu auf, ihre Einsatzfahrzeuge zwei Wochen lang mit Trauerfloren zu versehen. Ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann war am Mittwoch in Altena ertrunken, nachdem er einen Mann gerettet hatte. In Werdohl starb ein 52-jähriger Feuerwehrmann am Mittwochabend – hier geht die Polizei von einem internistischen Notfall aus.

EU bietet Hilfe an

11.51 Uhr: Die Europäische Union springt den vom Hochwasser betroffenen Gemeinden in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden zu Hilfe. »Die EU ist bereit zu helfen«, twitterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Über den Europäischen Zivil- und Katastrophenschutz könnten die Länder Hilfsmaßnahmen anfordern.

Bundesländer schicken Hilfe in Unwetterregion

11.46 Uhr: Bayern und Hessen haben den von den Hochwassern betroffenen Bundesländern Hilfe angeboten. »In dieser schlimmen Situation ist Solidarität gefragt«, twitterte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). »Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Fluten und ihren Angehörigen.« Wie die bayerische Polizei mitteilte, seien zwei Hubschrauber der Bereitschaftspolizei zur Luftrettung nach Rheinland-Pfalz geflogen.

Aus Hessen seien aktuell »vier Höhenrettungsteams der Berufsfeuerwehr Wiesbaden sowie die Bergwacht Hessen und die Polizeifliegerstaffel mit drei Hubschraubern in Rheinland-Pfalz im Einsatz, um Rettungsmaßnahmen in der Region Eifel zu unterstützen«, erklärte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU).

»Nach einem Hilfsersuchen des Landes Nordrhein-Westfalen bereiten sich aktuell 600 Spezialisten aus Dutzenden hessischen Katastrophenschutzzügen für schnelle Hilfe im Nachbarland vor. Bereits heute werden erste Züge in den Unwetterregionen eintreffen«, erklärte Beuth.

Gaffer behindern Rettungseinsatz in Schuld

11.34 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe im Eifel-Ort Schuld im Norden von Rheinland-Pfalz haben Schaulustige nach Angaben der Polizei den Rettungseinsatz behindert. »Bitte haltet die Rettungswege frei!!!!!«, twitterte das Polizeipräsidium Koblenz. Die Beamten riefen auch dazu auf, Straßensperren zu beachten und in Sicherheit zu bleiben. In überfluteten Gebieten seien die Gefahren unkalkulierbar.

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»Akut kämpfen wir darum, die Menschen zu retten«

11.31 Uhr: »Wir erleben gerade in RLP eine Hochwasserkatastrophe ungeahnten Ausmaßes. Wir sind ein Land, das Hochwasser gewohnt ist, gerade erleben wir aber eine Katastrophe«, teilte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit. »Akut kämpfen wir darum, die Menschen zu retten. Die Schäden in den Kommunen sind immens.«

»Der Wendepunkt ist noch nicht erreicht, aus allen Teilen des Landes sind Rettungskräfte im Einsatz. Wir werden jetzt Hilfskräfte auswechseln, die schon die ganze Nacht im Einsatz waren.« Weil der Mobilfunk ausgefallen sei, habe man eine Vermisstenhotline und auch eine Hotline für psychosoziale Beratung geschaltet, erklärte Dreyer.

Starkregen lässt laut Wetterdienst nach

11.22 Uhr: Der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete »eine Entspannung der Wetterlage«. Zwar könne es weiterhin »punktuellen Starkregen« geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta. »Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich.«

Die größten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Großraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg.

Mehrere Menschen in der Eifel aus eingeschlossenen Häusern gerettet

11.07 Uhr: Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind wegen der Hochwasserlage mehrere Menschen in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen worden, unter anderem in Waxweiler. Das sagte der Kreissprecher. Menschen mussten gerettet werden – Meldungen über Tote, Verletzte oder Vermisste gebe es jedoch bislang nicht. Der Kreissprecher berichtete auch von mindestens einem eingestürzten Haus.

Nach den heftigen Regenfällen kommt es in mehreren Gemeinden des Kreises Bitburg-Prüm zu Einschränkungen in der Trinkwasserversorgung. Grund seien Stromausfälle, teilte der Katastrophenschutz des Kreises über Facebook mit. Die Versorgung sei voraussichtlich »auf Tage eingeschränkt«. Die Bewohner wurden aufgerufen, mit dem vorhandenen Wasser sparsam umzugehen und auf Reinigungsarbeiten zu verzichten.

Mindestens 200.000 Menschen ohne Strom

10.44 Uhr: In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind nach Angaben des Strom-Verteilnetzbetreibers Westnetz mindestens 200.000 Menschen ohne Strom. Aus Sicherheitsgründen würden Umspannanlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet, teilte das Unternehmen mit. Wegen überfluteten Straßen könnten die Anlagen teilweise nicht erreicht werden, erläutert eine Sprecherin. »Wir sind mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz.« Das Unternehmen versorgt weite Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit Strom, besonders ländliche Gebiete wie die Eifel.

Das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium teilte derweil mit, dass bei den Unwettern im Norden von Rheinland-Pfalz bis zu 148 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sind. Für den Hochsommer sei das »ein neues Phänomen«, erklärte Ministerin Anne Spiegel (Grüne). »Die aktuellen Extremwetterereignisse in Form von Starkregen sind dramatisch.« Aus kleinen Bächen seien unberechenbare Fluten geworden. Am stärksten betroffen seien die Landkreise Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Trier-Saarburg.

Kreis Euskirchen berichtet nach Unwetter von acht Toten

10.35 Uhr: Bei dem schweren Unwetter im Kreis Euskirchen im Süden von Nordrhein-Westfalen sind nach ersten Erkenntnissen der Behörden mehrere Menschen ums Leben gekommen. »Derzeit sind uns acht Todesfälle bekannt«, hieß es auf der Facebook-Seite des Kreises. Genauere Angaben – etwa weshalb genau die Menschen im Zusammenhang mit dem Unwetter starben – machte der Kreis zunächst nicht.

In mehreren Orten sei die Lage sehr kritisch. »Es finden Menschenrettungen statt«, hieß es weiter. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen. Auch der Feuerwehr-Notruf 112 und die Kreisverwaltung seien nicht zu erreichen. Wegen der Verbindungsprobleme könne der Kreis derzeit nur unregelmäßig informieren.

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In Rheinbach bei Bonn wurde am frühen Donnerstagmorgen eine tote Frau auf einer Straße entdeckt. Ein Zusammenhang mit dem Unwetter, von dem auch Rheinbach mit überfluteten Straßen stark betroffen war, sei wahrscheinlich, erklärte die Bonner Polizei. Die Tote habe noch nicht identifiziert werden können. Weitere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Bundeswehr unterstützt auch in Nordrhein-Westfalen

10.23 Uhr: Zur Unterstützung der Feuerwehr im Unwetter-Krisengebiet in Hagen sind auch etwa hundert Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Die Stadt habe einen entsprechenden Antrag gestellt, sagte ein Bundeswehr-Sprecher.

Kräfte aus Unna und Minden seien vor Ort. Unter anderem würden Bergepanzer, Tieflader und Kettensägen eingesetzt. Auch der Kreis Mettmann habe einen Hilfeleistungsantrag gestellt, über den aber noch nicht entschieden sei.

Die Polizei in der vom Hochwasser stark betroffenen Stadt Hagen berichtete, mit Hilfe der Bundeswehr seien im Bereich Hohenlimburg unbefahrbare Zuwege geräumt worden, um eingeschlossenen Anwohnern helfen zu können.

Feuerwehr in Köln findet zwei Tote in vollgelaufenen Kellern

10.13 Uhr: Nach schweren Unwettern mit Starkregen hat die Feuerwehr in Köln zwei Tote in überfluteten Kellern gefunden. Dabei handelte es sich um eine 72-jährige Frau sowie einen 54-jährigen Mann, wie die Staatsanwaltschaft Köln und die Polizei gemeinsam mitteilten.

Demnach entdeckten Feuerwehrleute die Leiche der Frau am Abend im Stadtteil Bocklemünd-Mengenich. Etwa zwei Stunden später fanden sie den Angaben zufolge den 54-jährigen Bewohner eines Einfamilienhauses im Stadtteil Lövenich. In beiden Fällen nahm die Polizei Ermittlungen zur genauen Todesursache auf. Ein Notfallseelsorger betreute die Angehörigen vor Ort.

Dreyer schildert Lage mit dramatischen Worten

10.01 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Lage in den Hochwassergebieten des Landes mit dramatischen Worten als bisher noch nie erlebte Katastrophe geschildert. »Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind«, sagte Dreyer zu Beginn der Landtagsplenarsitzung in Mainz. Das Land habe zwar schon einige Hochwasser erlebt. »So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend.« Ganze Orte seien überflutet, Häuser seien einfach weggeschwommen.

Polizeihubschrauber seien unterwegs, um Menschen von Hausdächern oder aus Bäumen zu retten, sagte Dreyer. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 200 Soldaten. Es gebe sehr viele Vermisste. Es sei unklar, ob sie sich selbst hatten retten können. Sie zu erreichen sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

Im Eifelort Schuld in Rheinland-Pfalz stürzten nach schweren Regenfällen mehrere Häuser ein, weitere seien instabil und drohten ebenfalls einzustürzen, wie die Polizei mitteilte. Demnach werden Dutzende Menschen vermisst. Zunächst waren die Behörden von 30 ausgegangen, später berichtete die Polizei von 70 Vermissten. Einige der Fälle hätten sich zwischenzeitlich wohl aufgeklärt, sagte ein Sprecher. Die Polizei Koblenz richtete eine Personenauskunftsstelle ein .

Laschet sagt Besuch bei CSU-Klausur ab

09.35 Uhr: CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet hat seinen mit Spannung erwarteten Besuch bei der CSU-Landesgruppe in Kloster Seeon an diesem Donnerstag abgesagt. Angesichts der Unwetterlage in Nordrhein-Westfalen sei die Absage des Ministerpräsidenten eine gemeinsame Entscheidung von CDU und CSU, teilte die CSU-Landesgruppe mit. Laschet hatte sich in Seeon mit den CSU-Bundestagsabgeordneten über den Wahlkampf austauschen wollen.

77-Jähriger stirbt in überflutetem Keller in Kreis Unna

09.14 Uhr: Während des schweren Unwetters ist am Mittwoch ein 77-Jähriger im nordrhein-westfälischen Kreis Unna im unter Wasser stehenden Keller seines Hauses ums Leben gekommen. Die Kriminalpolizei ermittle zu den Todesumständen des Manns aus Kamen, wie die Beamten mitteilten. Hinweise auf Fremdverschulden gebe es aber nicht.

Die Polizei erreichten demnach hunderte Notrufe. Zumeist seien vollgelaufene Keller und überflutete Straßen gemeldet worden. Die Polizei im Kreis Unna rückte zu mehr als hundert Einsätzen aus.

In Schuld im Landkreis Ahrweiler in der Eifel wurden von den Behörden bereits vier Todesopfer bestätigt, in Nordrhein-Westfalen starben zwei Feuerwehrleute, bei einem der Feuerwehrleute ging die Polizei in der Nacht von einem internistischen Notfall aus. Auch in Solingen und Rheinbach kam es der Polizei zufolge zu jeweils einem Todesfall.

Klinik in Leverkusen nach Kurzschluss geräumt

08.56 Uhr: Wegen einer Störung der Stromversorgung muss in Leverkusen ein Krankenhaus komplett evakuiert werden. Betroffen seien 468 Menschen, wie das Klinikum Leverkusen mitteilte. Die Maßnahme sei mit der Feuerwehr abgesprochen. Alle Operationen, Termine und Eingriffe seien abgesagt.

Bereits in der Nacht sei der Notstrom ausgefallen, einige Stationen seien ohne Licht gewesen. »Die medizinischen Geräte der Intensivstationen mussten teilweise mit Akkus betrieben werden«, teilte das Klinikum mit. Bereits in der Nacht seien 12 Kinder und 15 erwachsene Patienten in umliegende Krankenhäuser verlegt worden.

Auslöser des Stromausfalls war das Hochwasser des Flüsschens Dhünn. Dadurch wurde ein Kurzschluss an zwei Trafos ausgelöst, der Strom fiel aus. Es sei nicht abzusehen, wann die Stromversorgung wieder zuverlässig funktionieren werde, erklärte das Klinikum.

Ministerpräsidentin Dreyer bangt »mit allen, die in Gefahr sind«

08.43 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat nach der Hochwasserkatastrophe in der Eifel ihre Betroffenheit geäußert. »Das Unwetter hat unser Land hart getroffen. Ich bange mit allen, die in Gefahr sind«, twitterte der Account der Landesregierung. Sie danke allen Helfern und Einsatzkräften, die unermüdlich mit großem Einsatz gegen die Wassermassen ankämpften.

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Ortschaft bei Bevertalsperre in NRW mit Boot evakuiert

08.30 Uhr: Nach massiven Regenfällen müssen etwa 1500 Menschen in Hückeswagen im Bergischen Land ihre Wohnungen verlassen. »Bei den Evakuierungsmaßnahmen muss viel mit dem Boot gemacht werden, weil die Straßen nicht mehr befahrbar sind«, sagte ein Polizeisprecher. Betroffen sei vor allem der Stadtteil Kleineichen unterhalb der Bevertalsperre. Bei den Rettungsmaßnahmen seien zwei DLRG-Helfer verletzt worden.

Die Lage scheint allerdings nicht mehr ganz so angespannt wie noch in der Nacht. »Der Damm, der zu brechen drohte, ist soweit sicher«, sagte der Polizeisprecher. In dem Bereich rund um die Talsperre gebe es aber großflächige Überschwemmungen. In der Nacht waren im Oberbergischen Kreis nach Angaben des Polizeisprechers etwa 1000 Kräfte im Einsatz.

An der Wuppertalsperre werde unterdessen das Wasser weiter abgelassen. Dort war ein unkontrollierter Überlauf befürchtet worden. Der Feuerwehr gelang es jedoch, das Wasser kontrolliert ablaufen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen waren die Anwohner der Wupper in Radevormwald bereits seit dem späten Mittwochabend aufgefordert worden, ihre Wohnungen zu verlassen.

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Tief »Bernd« richtet Chaos an

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Mann nach Sturz in überflutetem Keller gestorben

08.16 Uhr: In Solingen ist ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz im überfluteten Keller seines Hauses gestorben. Bei dem Sturz sei er mit dem Kopf unter Wasser geraten, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Polizei. Nach Angaben der Stadt Solingen war der Mann aus einem Kellerschacht gerettet und wiederbelebt worden. Er sei nach dem Transport ins Krankenhaus gestorben.

Landkreis Ahrweiler: Vier Tote nach Unwettern

07.51 Uhr: Im Zusammenhang mit den schweren Unwettern sind im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler in der Eifel mindestens vier Menschen gestorben. Das sagte ein Sprecher der Polizei dem SPIEGEL. Im Landkreis Ahrweiler befindet sich auch der Ort Schuld, in dem sechs Häuser eingestürzt sind. Ob die Todesfälle mit den zerstörten Gebäuden in Verbindung stehen, war zunächst unklar.

Die Rettungsmaßnahmen im Landkreis dauerten an. Zahlreiche Menschen sollen sich vor dem Hochwasser auf Hausdächer gerettet haben.

Großeinsatz für Feuerwehr nach Gewitter in Schleswig-Holstein

07.21 Uhr: Nach einem starken Gewitterschauer sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Uetersen in Schleswig-Holstein zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. In rund 60 Fällen wurden am Mittwochabend überflutete Keller, Straßen und Grundstücke leergepumpt, wie der Kreisfeuerwehrverband mitteilte.

Besonders heftig trafen demnach die Wassermassen die Fußgängerzone, vier Wohnblocks und das Gelände einer Chemiefirma, bei der die Produktionshallen vollzulaufen drohten. Als die Einsatzkräfte bei der Firma eintrafen, hätten Mitarbeiter des Betriebs die Hallen bereits mit dafür vorgesehenen Barrieren gegen das Wasser geschützt. Die Gefahr eines Gefahrgutaustritts habe zu keiner Zeit bestanden, hieß es.

Damm der Steinbachtalsperre droht zu brechen – A61 vollgesperrt

06.51 Uhr: Der Damm der Steinbachtalsperre in Euskirchen droht aufgrund des Unwetters zu brechen. Daher sei am Donnerstag die Autobahn 61 zwischen Bliesheim und Meckenheim vollgesperrt worden, teilte die Polizei mit. Zuvor war die A61 bereits gesperrt worden, weil die Autobahn von Wasser überflutet worden sei. Zur Beobachtung des Dammes seien das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei vor Ort. Der Verkehr wird auf die A565 umgeleitet.

Zwei Feuerwehrmänner bei Unwettereinsätzen ums Leben gekommen

06.30 Uhr: Heftiger Regen hat in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens für Überschwemmungen und Hochwasser gesorgt – bei Einsätzen im Märkischen Kreis sind dabei zwei Feuerwehrmänner gestorben. In Altena im Sauerland kam bei der Rettung eines Mannes nach dem Starkregen ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis am Mittwoch. Nur zwei Stunden später kollabierte ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen.

Der 46-Jährige war nach Angaben der Polizei im Märkischen Kreis nach einer erfolgreichen Bergung beim Einsteigen ins Feuerwehrfahrzeug ins Wasser gefallen und abgetrieben. Kurze Zeit später habe man ihn nur noch tot bergen können. Er sei ertrunken.

Der 52-jährige Feuerwehrmann sei am Mittwochabend trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen gestorben, teilte die Polizei mit. Zuvor war er im Rahmen eines unwetterbedingten Einsatzes im Bereich des Kraftwerks kollabiert. Die Polizei gehe von einem gesundheitlichen Notfall aus.

ptz/hba/til/wit/mjm/dpa/AFP/Reuters
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