Schuldspruch US-Serienmörder Watts bleibt im Gefängnis

Ein Schwurgericht im US-Bundesstaat Michigan hat gestern den geständigen 13-fachen Frauenmörder Coral Watts des Mordes schuldig gesprochen. Mit dem Urteil wird verhindert, dass der lediglich wegen Raubdelikten einsitzende 51-Jährige wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen wird.


Coral Watts mit seinem Anwalt Ronald Kaplovitz
AP

Coral Watts mit seinem Anwalt Ronald Kaplovitz

Fort Worth/Pontiac - Im dem neuen Prozess vor dem Bezirksgericht von Pontiac, Michigan, wurde Watts für schuldig befunden, 1979 in diesem Bundesstaat die 36-jährige Helen Dutcher ermordet zu haben. Die Anklage stützte sich vor allem auf die Zeugenaussage eines Mannes, der den Mord mit ansah.

Statt der für 2006 vorgeschlagenen vorzeitigen Entlassung aus der Haftanstalt droht dem weiterer 23 Morde verdächtigten Schwarzen jetzt lebenslange Haft. Die Möglichkeit einer Begnadigung wäre dann ausgeschlossen. Watts hat bereits 22 Jahre in Texas hinter Gittern gesessen. Die Staatsanwaltschaft in dem US-Bundesstaat hatte 1982 eine Vereinbarung mit Watts geschlossen. Der Täter gestand im Detail 13 brutale Frauenmorde und führte die Polizei zu drei der Leichen. Dafür wurde er lediglich wegen schweren Einbruchs mit Mordabsicht zu 60 Jahren Haft verurteilt.

Sowohl Kronzeuge Joseph Foy als auch die Angehörigen der zahlreichen Opfer des Frauenkillers zeigten sich nach dem Schuldspruch erleichtert. Eine Verwandte der mit zwölf Messerstichen ermordeten Helen Dutcher sagte nach dem Prozess: "Unsere Gebete haben Gehör gefunden. (...) Jetzt können wir endlich trauern", wird Laurelie Jacobi in den "Detroit News" zitiert. Jane Montgomery, Mutter von Elizabeth, deren Mord Watts 1981 gestanden hatte, fügte hinzu: "Niemand wird je wieder durch die Hölle gehen, durch die wir gehen mussten. Dieser Mann ist weniger als ein Mensch. Er ist der Abschaum der Erde."



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