Schulverweis Gymnasium hat Eltern nicht informiert

Die Eltern des Todesschützen von Erfurt, Robert Steinhäuser, sind auf dessen Bitte hin nicht informiert worden. Das sei möglich gewesen, weil er volljährig und nicht mehr schulpflichtig war, erklärte Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel heute.


Erfurt - Der Täter habe seine Eltern selbst benachrichtigen wolle. "Das ist von ihm offensichtlich nicht getan worden", sagte Vogel. Steinhäuser habe nach seiner Verweisung vom Gutenberg-Gymnasium Kontakt zu zwei anderen Gymnasien gehabt. Das ergebe sich aus den Schulakten des 19-Jährigen, die seit Dienstag zugänglich sind.

Steinhäuser, der am Freitag 16 Menschen und dann sich selbst erschoss, habe zunächst die elfte Klasse freiwillig wiederholt und sei im Oktober 2001 in der zwölften Klasse wegen Urkundenfälschung und anderer Vorgänge von der Schule verwiesen worden.

Steinhäuser sei vom Gutenberg-Gymnasium an ein anderes Gymnasium in Erfurt verwiesen worden und habe Kontakt zum Schulamt gehabt. An der anderen Schule habe es aber keinen Physik-Leistungskurs gegeben. Darum habe Kontakt zu einem weiteren Gymnasium bestanden. "Ab 1. November 2001 hat er sich nicht mehr gemeldet", sagte Vogel.



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