Schumacher vs. Raab Post von "Ralle" und Aufregung im Stall

Im Streit um den Vertrieb von T-Shirts mit den Aufschriften "Porno-Ralle" und "Hard-Cora" hat TV-Entertainer Stefan Raab eine Abmahnung von Rennfahrer Ralf Schumacher und seiner Frau Cora erhalten. Die Persönlichkeitsrechte der Prominenten seien verletzt worden, heißt es in dem Schreiben, aus dem Raab in seiner Sendung lang und genüsslich zitierte.

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Raab: "Ich leide auch"
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Raab: "Ich leide auch"

Köln - Bereits vor vier Tagen hatte Schumachers Manager Willi Weber dem umstrittenen Fernsehmoderator mit einer Millionenklage gedroht, sollte er den Formel-1-Piloten und seine Gattin weiter wegen einer unlängst publik gewordenen Beteiligung an einer Beate-Uhse-Tochterfirma aufziehen. Jetzt bestätigte Raab via TV-Bildschirm den Eingang einer schriftlichen Abmahnung von Seiten des prominenten Paares - und weidete sich vor einem Millionenpublikum am Inhalt des Briefes.

Raab habe "die Grenzen der erlaubten Satire nicht gewahrt", zitierte der Berufsberserker gestern Abend in seiner Sendung "TV Total" aus dem Schreiben des Anwalts. "Welche Grenzen?", empörte sich Raab vor laufender Kamera. "Wir fangen doch gerade erst an!" Auch die Behauptung, der pornografische Kontext seiner Aktionen werde "als dubios empfunden", wollte Raab mit Hinweis auf das traditionelle Warensortiment in Beate-Uhse-Shops nicht gelten lassen. Den Vorwurf, das "Team- und Sponsorenumfeld" der Schumachers könne von den Attacken des Showmasters "betroffen sein", konnte Raab indes nur bestärken. "Es ist schon betroffen!"

Ralf Schumacher: Von Raab "humorisiert" worden
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Ralf Schumacher: Von Raab "humorisiert" worden

Sichtlich amüsiert kommentierte der blonde Pro7-Star die Bemerkung des Anwalts, die Schumachers sollten an den Gewinnen aus Raabs T-Shirt-Vertrieb beteiligt werden, weil die "Umsätze nur auf den Bekanntheitsgrad" seiner Mandaten zurückzuführen seien. Es sei vor allem sein guter Geschäftssinn gewesen, der den Verkauf übers Internet angekurbelt hätte, so Raab, der umgehend finanzielle Interessen bei den potenziellen Klägern vermutete. Die Schumachers seien von ihm nicht "kommerzialisiert", sondern "humorisiert" worden, korrigierte Raab.

Auch psychologische Momente prallten an Raab ab wie der Toyota am Reifenstapel. Cora leide unter Stefan Raab, habe es geheißen. "Ich leide auch, wenn Cora in rosa Cowboystiefeln durch die Boxengasse läuft", so der Komiker lakonisch.

Indigniert vernahm Raab folgende Passage des Schreibens: Sollte der Moderator die Unterlassungsklage einschließlich Verpflichtungserklärung nicht fristgerecht unterschrieben zurücksenden, behalte sich der Rennfahrer die "gerichtliche Geltendmachung" vor. "Das haben wir gerne: Seine Steuern nicht in Deutschland zahlen, aber die deutsche Justiz bemühen", schoss Raab zurück.

Wohlwollend stimmte ihn offenbar Schumachers Vorschlag, die Verkaufserlöse nach Erteilung der notwendigen Lizenzen für einen guten Zweck zu spenden. "Gute Idee", freute sich Raab und erklärte auch gleich, wem er das Geld geben wolle: Dem eingetragenen Verein zur Prävention und gegen sexuellen Missbrauch "Cora e.V." Sollte der T-Shirt-Verkauf auf Grund einer Klage verboten werden, habe er inzwischen auch Baseballmützen und Flaggen im Angebot, so der Entertainer. Sprach's und schwenkte ein rot-weißes "Porno-Ralle"-Banner über den Köpfen der Studiogäste. Wenn alle Zuschauer ordentlich bestellen würden, könnten die Schumachers doch nicht im Ernst den Verkauf stoppen und damit den gemeinnützigen Verein um sein Geld bringen, so Raab.



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