Schutz gegen Fluch Eltern verheiraten Kleinkind mit Hündin

Aberglaube in Indien: Die Eltern des eineinhalb Jahre alten Sangula waren überzeugt, auf ihrem Sohn laste ein böser Fluch - der erste Zahn war dem Jungen aus dem Oberkiefer gewachsen. Um das Schicksal abzuwenden, verheirateten sie ihn mit einer Hündin.


Neu-Delhi - Die Dorfältesten sagten voraus, Sangula drohe ein böses Schicksal. Um ihren Sohn vor dem Fluch zu bewahren, verheirateten die Mundas ihn mit einer Hündin. In der Region im östlichen Bundesstaat Orissa gilt es als böses Omen, wenn der erste Zahn im Oberkiefer wächst.

Dorfälteste sagten voraus, der Zahnwuchs werde dazu führen, dass Sangula eines Tages durch einen Tiger getötet würde. Die Heirat mit einer Hündin könne dieses finstere Ende jedoch abwenden. Die Hochzeit wurde in einem Hindu-Tempel gemäß den Traditionen gefeiert, die "Braut" trug zwei Silberringe und eine silberne Kette, wie die Nachrichtenagentur UNI berichtete.

Nach Angaben von Sangulas Vater Sanrumula Munda hindert die Ehe mit der Hündin seinen Sohn nicht daran, eines Tages ganz normal zu heiraten. Aberglaube ist in Indien vor allem in ländlichen Gebieten weit verbreitet.

Protest der Schlangenbeschwörer

Am Dienstag hatten fast 1000 Schlangenbeschwörer gegen ein Verbot protestiert, mit lebenden Schlangen aufzutreten. Sie zogen Flöte spielend durch die Innenstadt von Kalkutta und forderten die Regierung auf, das traditionsreiche Gewerbe wieder zu legalisieren.

Auftritte mit Kobras und anderen Schlangen sind in Indien seit 1991 verboten. Vor allem in Urlaubsgebieten und auf dem Land sind Schlangenbeschwörer aber nach wie vor aktiv.

Nach Angaben des Verbands der Schlangenbeschwörer üben in ganz Indien noch etwa 800.000 Menschen das Gewerbe aus. Tierschützer kritisieren die Praxis als grausam. Den Reptilien würden häufig die Münder zugenäht oder Zähne gezogen. Schlangen sind taub und ihre tänzelnden Bewegungen eine Reaktion der Selbstverteidigung, wenn sie Vibrationen wahrnehmen, die sie als Bedrohung empfinden.

han/AFP



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