Sensationsfund in Schweden Hobbykartograf entdeckt Schatz aus der Bronzezeit

»Das sah aus wie Metallschrott«: Tomas Karlsson dachte sich nicht viel, als er in einem schwedischen Wald seltsame Gegenstände entdeckte. Dann schauten sich Archäologen den Fund genauer an.
Fundstücke in Schweden

Fundstücke in Schweden

Foto: Adam Ihse / EPA

Dieser Waldspaziergang nahm eine unerwartete Wendung. Ein Hobby-Kartograph hat in Schweden zufällig einen mehr als 2500 Jahre alten Schatz aus der Bronzezeit gefunden. Bei den etwa 50 Schmuckstücken und anderen Relikten handle es sich um einen der »spektakulärsten und größten« derartigen Funde aus der Bronzezeit, die jemals in dem nordeuropäischen Land gemacht wurden. Das teilten die Behörden in der Stadt Alingsås im Südwesten Schwedens am Donnerstag mit.

Unter den Fundstücken befinden sich einige »sehr gut erhaltene Halsketten und Spangen« aus Bronze. Die Objekte hätten vor einigen Felsen in einem Wald gelegen, teilten die Behörde mit. Wahrscheinlich hätten Tiere sie zwischen den Felsen ausgegraben.

»Die Stücke sahen so neu aus. Ich dachte, das sind Fälschungen.«

Tomas Karlsson

Tomas Karlsson, der den Schatz entdeckte, hielt die Stücke zunächst für Müll. »Das sah aus wie Metall-Schrott«, sagte er der Zeitung »Dagens Nyheter«. »Ich dachte erst: Liegt da eine Lampe?« Auch bei näherer Betrachtung sei er skeptisch gewesen. »Die Stücke sahen so neu aus. Ich dachte, das sind Fälschungen«, sagte Karlsson. Dennoch wandte er sich an die lokalen Behörden, die daraufhin Archäologen zu der Stelle schickte.

»Die meisten Funde sind aus Bronze und können einer Frau von hoher Stellung in der Gesellschaft zugerechnet werden«, sagte Professor Johan Ling von der Universität Göteborg. Neben Halsketten und Armreifen seien auch Spangen gefunden worden, die offenbar Kleidung aus Wolle zusammengehalten hatten.

Immer wieder kommt es zu vergleichbaren Funden, doch nicht immer sind die Finder so ehrlich. In Großbritannien etwa wurden Ende 2019 zwei Hobby-Schatzsucher verurteilt, weil sie versucht hatten, den Fund eines rund 1100 Jahre alten Wikinger-Schatzes zu verheimlichen.

Zu den Fundstücken, die nun im Britischen Museum aufbewahrt werden, zählen unter anderem Münzen, ein Goldring, Silberbarren sowie eine mit Gold umfasste Kristallkugel aus dem fünften Jahrhundert. Experten schätzen den Wert des Funds auf zwischen umgerechnet 3,5 und 14 Millionen Euro.

jok/AFP
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