Eskalation in Schweinfurt Kind bei Impfgegner-Demo verletzt – Anzeige gegen die Mutter

Im bayerischen Schweinfurt hat es Ausschreitungen bei Protesten gegen Coronamaßnahmen gegeben. Während des Polizeieinsatzes wurde ein Kind verletzt – die Mutter hatte versucht, eine Absperrung zu durchbrechen.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

Polizeieinsatz (Symbolbild)

Foto: Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Auch am Weihnachtswochenende hat es in Deutschland Aktionen gegen die staatlichen Coronamaßnahmen gegeben. Mehrere Hundert Menschen demonstrierten etwa am Sonntagabend in Schweinfurt – teils gewaltsam.

Nach Übergriffen während der Demonstration kam es zu mehreren Festnahmen und Verletzungen unter anderem eines vierjährigen Kindes. Die Polizei nahm acht Personen fest und leitete gegen 44 Personen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, so die Polizei Unterfranken in der Nacht zum Montag.

Das Kind kam mit einer Pfefferspraywolke in Kontakt und musste medizinisch versorgt werden. Die Mutter habe versucht, eine Absperrung zu durchbrechen und ihren Nachwuchs dabei mitgenommen. »Dem Kind geht es jetzt wieder gut«, sagte ein Polizeioberkommissar am Sonntagabend.

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Das Kind sei wegen einer Augenreizung von Rettungskräften versorgt worden und nach einer Augenspülung nach wenigen Minuten wieder beschwerdefrei gewesen. Gegen die Mutter, die laut Polizei aus der sogenannten Querdenkerszene kommt, sei Anzeige erstattet worden.

Zunächst hatten sich mehrere Hundert »friedvolle Protestler« versammelt, teilte die Polizei mit. Über Lautsprecherwagen habe die Polizei auf einzuhaltende Beschränkungen wie die Maskenpflicht hingewiesen. Dann setzten sich Personen zu Marschkolonnen zusammen, die die Beamten durch Polizeiketten und Absperrungen zu durchbrechen versuchten, bis die Einsatzkräfte mit »Faustschlägen und Fußtritten teils mittelschwer verletzt wurden«, hieß es nach Angaben der Polizei. Es sei notwendig gewesen, mit Schlagstöcken weitere Angriffe zu unterbinden.

Aggressives Verhalten zahlreicher Demonstranten

Beamte seien durch Versammlungsteilnehmer »beleidigt und bespuckt« worden, hieß es weiter. »Unsere Einsatzkräfte waren bereits gezwungen, gegen aggressive Versammlungsteilnehmer Schlagstock und Pfefferspray einzusetzen. Wir fordern alle Teilnehmer auf, friedlich von ihrem Grundrecht Gebrauch zu machen und die Regeln einzuhalten«, twitterte die Polizei Unterfranken am Sonntagabend.

Die Polizei bat die Teilnehmer, »sich deutlich von Krawallmachern und Straftätern abzugrenzen«. Die Versammlung sei nicht angemeldet worden, die Polizeiinspektion Schweinfurt war mit zahlreichen Unterstützungskräften im Einsatz. Während der teils chaotischen Szenen habe sich ein 50-jähriger Demonstrant eine Kopfplatzwunde zugezogen, so die Behörden.

Rasche Verfahren für Festgenommene

Bei vier der acht Festnahmen wird bereits am späten Montagnachmittag vor Gericht verhandelt. Es handelt sich um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Angriff auf Polizeibeamte. Zusätzlich wurde gegen vier Personen für das Anstiften eines »unfriedlichen Protestes« eine Anzeige nach dem Versammlungsgesetz erstattet.

Bei einem Aufzug, der sich aus 44 Personen formierte, wurden gegen alle Teilnehmer Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. »Lassen Sie sich nicht von Rechtsextremisten, Reichsbürgern oder Antisemiten vereinnahmen und behindern Sie keine Maßnahmen der Polizei«, hieß es in der Mitteilung der Polizei weiter.

jok/dpa
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