Bayern bis Berlin Unwetter richten schwere Schäden an

Abgesagte Festivals, gesperrte Bahnstrecken und Autobahnen: Mehrere Bundesländer waren in der Nacht von heftigen Unwettern betroffen. In Österreich starben zwei Menschen. Berlin rief den Ausnahmezustand aus.

DPA

S-Bahnen und Züge standen still, mehrere Musikfestivals wurden unterbrochen oder abgesagt, und auch ein Bundesligaspiel verzögerte sich: Schwere Unwetter sind am Freitagabend über mehrere Bundesländer gezogen.

Allein in Bayern rückte die Feuerwehr zu mehr als 1000 Einsätzen aus, mindestens 20 Menschen wurden dort bei den Unwettern verletzt. In München wurde der S-Bahn-Betrieb zeitweise eingestellt, nachdem Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Auch die Bahnstrecke München-Salzburg sowie die Autobahnen 3, 7 und 8 waren vorübergehend gesperrt.

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Unwetter über Deutschland: Abgesagte Festivals, gesperrte Autobahnen

In Sachsen und Brandenburg wurde der Bahnverkehr auf einigen Strecken ebenfalls unterbrochen. Mehrere Bahnstrecken in Bayern waren auch am Samstag noch gesperrt. Auf einigen Strecken in Oberbayern blieben die Fahrgäste zunächst auf Schienenersatzverkehr angewiesen.

In Niedersachsen kam bei einem Unfall während heftiger Regenfälle auf der A2 bei Auental ein Autofahrer ums Leben, die Autobahn musste gesperrt werden. Auch über Teilen von Sachsen-Anhalt gab es wieder Unwetter mit erheblichen Sturmschäden: Es wurden Dächer abgedeckt, Bäume fielen um, Dächer und Garagen wurden beschädigt. In Berlin verhängte die Feuerwehr zum dritten Mal binnen weniger Wochen den Ausnahmezustand.

Stark betroffen war auch Baden-Württemberg. In Freiburg stürzte ein Baum in der Innenstadt auf eine Straßenbahnoberleitung. Der Tramverkehr wurde daraufhin vorübergehend eingestellt. Ein Auto steckte in einer überfluteten Unterführung fest. Ein Mann erlitt einen Schock, als Teile eines Baumes auf seinen Wagen fielen.

In Heidelberg waren wegen starken Windes zeitweise zwei Fensterputzer in einer Gondel in 35 Metern Höhe gefangen, wie die Berufsfeuerwehr mitteilte. Letztlich konnten beide befreit werden.

Das Chiemsee-Summer-Festival im bayerischen Übersee und das Echelon-Festival in Bad Aibling bei Rosenheim mussten vorzeitig abgebrochen werden. "Es wurden 50 Personen medizinisch behandelt, darunter auch viele, die durch die Ereignisse verängstigt waren und eine psychologische Betreuung in Anspruch genommen haben", teilten die Veranstalter des Chiemsee-Summer-Festivals mit.

Zehn Menschen kamen dort ins Krankenhaus. "Es gibt keine lebensbedrohlichen Verletzungen, was uns sehr erleichtert", heißt es in der Mitteilung. Auch beim Echolon wurden mindestens zehn Menschen verletzt und behandelt.

Das Highfield-Festival am Störmthaler See in Sachsen wurde kurz nach Beginn unterbrochen und erst nach einigen Stunden fortgesetzt. Dort war zunächst nichts von Verletzten bekannt.

In Oberösterreich riss der Sturm in der Nacht ein Festzelt mit 650 Gästen um. Zwei Menschen kamen ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Etwa 50 Menschen seien verletzt worden, zehn von ihnen schwer. Das Unglück passierte beim Auftakt eines alljährlichen Sommerfestes der Freiwilligen Feuerwehr in St. Johann am Walde rund 70 Kilometer südlich von Passau.

Im Maingebiet wurden mehrere Campingplätze durch Unwetter verwüstet und mussten geräumt werden. Auch sonst gab es dort erhebliche Sturmschäden: Dächer wurden abgedeckt und Autos durch umstürzende Bäume und abgerissene Äste zerstört oder beschädigt.

Wegen des Unwetters verzögerte sich außerdem der Anpfiff zur zweiten Halbzeit der Bundesliga-Partie zwischen dem deutschen Fußballmeister Bayern München und Bayer Leverkusen.

lov/AFP/dpa



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