Schweres Nachbeben So ist die Lage in Japans Atomkraftwerken

Mit einer Stärke von 7,4 bebte vor Japans Küste erneut die Erde - nicht weit von mehreren Atomkraftwerken entfernt. Im AKW Onagawa fanden die Arbeiter wenig später mehrere Pfützen mit leicht radioaktivem Wasser.
AKW Fukushima: Nach dem Nachbeben keine neuen Schäden festgestellt

AKW Fukushima: Nach dem Nachbeben keine neuen Schäden festgestellt

Foto: AP/ Kyodo News

Tokio - Mehr als tausend Nachbeben soll es schon gegeben haben - doch keines war so schwer wie dieses: Mit einer Stärke von 7,4 erschütterte ein Erdstoß am Donnerstagabend Japans Ostküste. Das Epizentrum lag nur 65 Kilometer östlich der Millionenstadt Sendai und damit nahe an mehreren Atomkraftwerken - darunter das havarierte AKW Fukushima I.

Wie ist die Lage in den einzelnen Kraftwerken? Wo wurden neue Schäden gemeldet? Ein Überblick:

Fukushima I: Keine neuen Schäden gemeldet. Die Arbeiter mussten das Gelände nach dem Beben verlassen, kehrten aber sofort zurück, als die Tsunami-Warnung aufgehoben wurde. AKW-Betreiber Tepco prüft noch, ob die Messgeräte funktionieren. Die Kühlarbeiten an den Reaktoren 1, 2 und 3 werden fortgesetzt, ebenso die Stickstoff-Befüllung des Reaktors 1.

Fukushima II: Keine Schäden festgestellt. Das AKW ist seit dem Beben vom 11. März abgeschaltet.

Onagawa: Folgen des Nachbebens wurden sichtbar: Betreiber Tohoku Electric Power entdeckte leicht radioaktive Wasserpfützen an mehreren Stellen auf dem AKW-Gelände. Kurzfristig habe die Kühlung ausgesetzt, sei aber dann sofort wieder in Betrieb gegangen, meldete der Betreiber. Nur noch eine von drei äußeren Stromversorgungen funktioniert - die übriggebliebene Stromquelle reiche aber aus. Zusätzlich ist den Angaben zufolge ein Notstromgenerator einsatzbereit.

Tomari: Hat die Katastrophe vom 11. März unbeschädigt überstanden und ist normal in Betrieb. Wegen des Nachbebens wurde die Leistung der Reaktoren 1 und 2 kurzfristig auf 90 Prozent gedrosselt, inzwischen sind alle drei Reaktoren wieder bei 100 Prozent.

Higashidori: Wurde schon im Februar zu Wartungsarbeiten abgeschaltet. Musste wegen des Ausfalls äußerer Stromversorgung auf einen Notstromgenerator zurückgreifen, inzwischen ist die Stromversorgung wieder hergestellt.

Kashiwazaki Kariwa: Lief nach dem 11. März unbeschädigt weiter, normaler Betrieb wird nach Angaben des Betreibers Tepco fortgesetzt.

Tokai: Nach dem Beben am 11. März abgeschaltet. Keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, meldet Betreiber Japan Atomic Power.

Trotz des schweren Nachbebens gaben die japanischen Autohersteller am Freitag bekannt, ihre heimische Produktion wieder hochzufahren. Nissan kündigte an, die Bänder würden zwischen dem 11. und 18. April an allen japanischen Standorten wieder anlaufen. Toyota will die Produktion an den heimischen Fahrzeugwerken in der Woche darauf wieder starten. Beide Hersteller wiesen darauf hin, zunächst maximal 50 Prozent der ursprünglichen Stückzahlen zu produzieren.

hut/Reuters/dpa
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