SeaWorld in Florida Orca-Wal tötet seine Dompteurin

Tödlicher Zwischenfall in SeaWorld in Florida: Vor den Augen entsetzter Besucher hat ein Schwertwal eine Tierpflegerin getötet. Der tonnenschwere Orca-Bulle soll bereits für zwei weitere Todesfälle verantwortlich sein.


Orlando - Das tragische Unglück ereignete sich am Mittwoch (Ortszeit) in dem bekannten Meerestierpark SeaWorld in Orlando im US-Bundesstaat Florida: Die Pflegerin Dawn Brancheau befand sich während einer Vorführung zusammen mit dem Orca "Tilikum" auf der Plattform eines Meerwasserbeckens und massierte den 5450 Kilogramm schweren Walbullen. Plötzlich sei das Tier in das Becken gesprungen, berichtete eine Augenzeugin. "Dann kam er zurück, schoss in die Luft hoch, packte die Dompteurin an der Hüfte und begann, sie herumzuwirbeln."

Einer anderen Augenzeugin zufolge schüttelte der Orca-Bulle die Dompteurin hin und her. "Es war richtig wild", sagte die Beobachterin laut dem US-Nachrichtensender CNN, "einer ihrer Schuhe flog durch die Luft". Mitarbeiter der Anlage hätten sie und die anderen Zuschauer in Eile nach draußen geführt.

Die Dompteurin wurde in die Tiefe gerissen und konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Wie der Freizeitpark mitteilte, ist sie ertrunken. Weitere Menschen kamen nicht zu Schaden, SeaWorld wurde vorübergehend geschlossen.

Was zu dem tragischen Ereignis geführt hatte, war zunächst nicht klar. Die 40-Jährige galt als "eine der erfahrensten Trainer in SeaWorlds Shamu-Stadium". Kein anderer Pfleger habe mehr Erfahrung mit "Tilikum" gehabt als Brancheau, sagte der Leiter des Dressurprogramms von SeaWorld, Chuck Tompkins.

"Sie zeigen ein solches Verhalten auch in Freiheit"

Der Walbulle war der Tierschutzorganisation The Humane Society of the United States zufolge bereits an zwei tödlichen Zwischenfällen beteiligt. "Tilicum" war einer von drei Orcas, die 1991 für den Tod eines Dompteurs im Sealand-Zentrum in der kanadischen Stadt Victoria verantwortlich gemacht wurden. Und 1999 soll das mehrere Tonnen schwere Tier in Orlando für den Tod eines Mannes verantwortlich gewesen sein, der sich nach dem Schließen des Parks weiter dort aufgehalten hatte. Aus diesem Grund war es den Pflegern untersagt, sich zusammen mit diesem Wal in einem Becken aufzuhalten.

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Tödlicher Unfall in SeaWolrd: Orca tötet Dompteurin
Vielleicht habe der Wal nur spielen wollen, mutmaßte der Experte Steve McCulloch vom Marine Mammal Research and Conservation Program der Florida Atlantic University. "Das sind sehr große und mächtige Meeressäugetiere. Sie zeigen ein solches Verhalten auch in Freiheit."

Die internationale Wal- und Delfinschutzgesellschaft (WDCS) führt auf ihrer Internetseite ein ähnliches Unglück auf, das sich erst Ende Dezember in einem Orca-Becken auf Teneriffa zutrug. Dabei war ein 29-jähriger Trainer ums Leben gekommen. "Orcas sind wildlebende, starke und oftmals unberechenbare Tiere. Sie sind generell ungeeignet für die Gefangenschaft", weil sie dort unter Stress leiden, warnt die Organisation.

Im November 2006 hatte ein Schwertwal in der SeaWorld von San Diego nach einem Dompteur geschnappt und ihn mehrmals unter Wasser gezogen. Der Tiertrainer überlebte mit einem gebrochenen Fuß.

Schwertwale werden auch als Orcas bezeichnet. Der wissenschaftliche Name der bis zu acht Meter langen Tiere lautet Orcinus orca.

siu/apn/dpa



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Seite 1
toni doppelpack 25.02.2010
1. na und
wenn meine katze mal keine lust hat zu spielen,dann kratzt oder beißt sie halt, bei nem orca sieht das dann etwas anders aus, soll ja angeblich bei tigern und elefanten auch schon vorgekommen sein ich warte ja nur noch drauf, dass einer von diesen typen, die angeblich mit haien reden können, mal innen poppes gebissen werden vielleicht sollte man einfach mit derart von tieren spielen, die man auch unter kontrolle hat, oder auch einfach ganz die fiecher in ruhe lassen
volky 25.02.2010
2. Kein Mitleid
Zitat von sysopTödlicher Zwischenfall in SeaWorld in Florida: Vor den Augen entsetzter Besucher hat ein Schwertwal eine Tierpflegerin getötet. Der tonnenschwere Orca-Bulle soll bereits für zwei weitere Todesfälle verantwortlich sein. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,680179,00.html
Ok, ein bisschen Mitleid schon mit der Dompteurin...aber wie krank muss die Menschheit sein, dass wir Orcas zuerst ausrotten und dann die verbliebenen Exemplare einsperren und sie als Kuscheltiere behandeln? Ich verstehs nicht...
Wavebreaker26 25.02.2010
3. immer noch ein Tier
Ein Orca ist immer noch ein wildes Tier und kein Kuscheltier. Die Zuschauer vergessen so etwas gerne und verniedlichen die Tiere. Man könnte das auch als Berufsrisiko bezeichnen.
doublebass 25.02.2010
4. 1.
Zitat von volkyOk, ein bisschen Mitleid schon mit der Dompteurin...aber wie krank muss die Menschheit sein, dass wir Orcas zuerst ausrotten und dann die verbliebenen Exemplare einsperren und sie als Kuscheltiere behandeln? Ich verstehs nicht...
wie im ersten forenbeitrag schon gesagt, tiere sind launisch. jede Katze beisst und kratzt wenn sie keine lust hat. Die andere Frage ist, müssen/ wollen wir Tiere rein zu unserer Belustigung gefangen halten. ich sehe das vor allem bei größeren Tieren als höchst problematisch an.
donbilbo 25.02.2010
5.
Ich bin eher gespannt, welche Konsequenzen der Zoo daraus zieht. Vielleicht wird der Wal ja jetzt getötet weil er seinen natürlichen Trieben nachgegangen ist.
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