Skandaltruppe Secret Service Obamas gefährliche Beschützer

Beim Secret Service wird eine Sicherheitspanne nach der anderen bekannt. Der Skandal beschädigt nicht nur das Image der legendären Bodyguards. Ist der mächtigste Mann der Welt überhaupt noch sicher?

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Der Secret Service lebt von seinem Mythos. Lange galt die Leibgarde des US-Präsidenten als Synonym für Mut, Diskretion und eiskalte Präzision. Dunkle Sonnenbrille, schwarzer Anzug, Knopf im Ohr: Es gab keine cooleren Jungs. Motto: "Wir sind das Vertrauen wert."

Der Mythos ist nun zerbrochen, das Vertrauen dahin. Eine Reihe haarsträubender Vorfälle, eklatanter Sicherheitsverstöße und Beinahe-Attentate haben die erlesene Schutztruppe diskreditiert. Mehr noch: Drehten sich frühere Skandale noch um Sex und Suff, geht es diesmal um leibhaftige Gefahren für Barack Obama, den meistbedrohten US-Präsidenten.

"Agenten erzählen mir, es sei ein Wunder, dass es noch keinen Mordanschlag gegeben hat", schreibt der Autor Ronald Kessler auf der Website "Politico" - und ergänzt ominös: "Eine solche Katastrophe wäre womöglich der einzige Auslöser für eine Reform des Secret Service."

Kessler, ein Ex-Reporter der "Washington Post", ist zwar ein verlässlich konservativer Obama-Kritiker, seine Expertise zum Secret Service aber unumstritten. Viele der düsteren Vorhersagen, die er schon 2010 in seinem Bestseller-Exposé "Im Secret Service" machte, scheinen dieser Tage wahr zu werden.

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Secret Service: Bodyguards in der Kritik
Denn in der angeblich undurchdringlichen "Sicherheitsblase" um Obama häuft sich ein dramatischer Zwischenfall nach dem anderen. Viele davon wären im Dunkeln geblieben - doch ein paar Whistleblower aus dem präsidialen Bodyguard-Dienst lancieren immer brisantere Details an den Kongress und US-Zeitungen.

  • Am 19. September überwand der Irak-Veteran Omar Gonzalez den Zaun des Weißen Hauses, preschte durch die Vordertür und drang bis tief ins Innere vor. Der Secret Service spielte den Vorgang erst herunter, in Wahrheit aber kam Gonzalez bis in den East Room, einen bekannten Empfangssaal. Nur zufällig lief ihm da ein Secret-Service-Agent über den Weg. "Wer weiß, wie lange der Kerl herumgerannt wäre", sagte ein Insider der "Washington Post". Gonzalez trug ein Klappmesser, die Obamas waren zu der Zeit aber nicht zu Hause.
  • Drei Tage zuvor besuchte Obama die US-Gesundheitsbehörde CDC, um sich über die Ebola-Seuche zu informieren. Dabei fand er sich mit einem bewaffneten Kriminellen im Aufzug wieder. Dass der Mann erstens eine Waffe trug und zweitens mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft war, merkten die Agenten aber erst hinterher. "Wenn der Mann seine Waffe gezückt hätte", entsetzte sich der Republikaner Jason Chaffetz, als Secret-Service-Chefin Julia Pierson am Dienstag vor dem Kongress Rede und Antwort stand, "wäre dieses Land heute eine andere Welt".
  • Zugleich wurde bekannt, dass der Secret Service einen weiteren Vorfall vom November 2011 lange verharmloste: Nachdem ein Rechtsextremist mit einem halbautomatischen Gewehr sieben Schüsse aufs Weiße Haus abgegeben hatte, sprach die Behörde erst von einer Fehlzündung und dann von Gangs, die sich zufällig in der Nähe bekriegt hätten. Erst vier Tage später entdeckte eine Haushälterin Einschusslöcher an den Fenstern der Präsidentenresidenz. Obama und First Lady Michelle waren abermals außer Haus, ihre jüngste Tochter Sasha aber lag im Bett.

Für den Secret Service sind das verheerende Missstände, die ihn nun selbst ins Kreuzfeuer bringen - bei Republikanern wie Demokraten gleichermaßen. "Ich wünschte, dass Sie das Weiße Haus so schützten wie Ihre Reputation", bellte der Demokrat Stephen Lynch am Dienstag Secret-Service-Chefin Pierson an.

Hinter den Kulissen rumort es schon lange. Die Gründe: Budgetkürzungen, Personalmangel, Überlastung - und tief verwurzeltes Misstrauen gegen jegliche Kritik, von innen wie außen. "Zwar sind die meisten Agenten und uniformierten Beamten mutig und hingebungsvoll", schreibt Kessler. "Trotzdem herrscht beim Secret Service eine Kultur, die jene bestraft, die Mängel bekanntmachen."

Und solche Mängel mehren sich. Allein in den vergangenen fünf Jahren kletterten 16 Personen ungehindert über den Zaun des Weißen Hauses - des berühmtesten und angeblich bestgeschützten Präsidentensitzes der Welt.

Suff im Hotel, Partys mit Prostituierten, Karambolagen im Rausch

Pierson selbst kam erst vor eineinhalb Jahren ins Amt, nachdem ihr Vorgänger Mark Sullivan nach einer Skandalserie geschasst worden war. So hatten sich während eines Staatsgipfels im kolumbianischen Cartagena zahlreiche Agenten mit Prostituierten verlustiert - oder, wie die "New York Post" damals schrieb: "Eine wilde Nacht mit Sex und Suff, die in einem Streit mit einer Hure über 47 Dollar endete."

Es war kein Einzelfall. Ein Agent brach in einem niederländischen Luxushotel im Suff zusammen. Ein weiterer wurde in Iowa betrunken am Steuer erwischt. Ein dritter ließ nach einer Liebesnacht in Washington eine Revolverkugel auf dem Nachttisch liegen. Und zwei Scharfschützen verursachten, ebenfalls im Rausch, eine Auto-Karambolage in Miami.

Das alles könnte amüsant sein - wenn hier nicht das Leben des mächtigsten Mannes der Welt auf dem Spiel stünde. Seit seinem Amtsantritt 2008 bekommt Obama mehr Morddrohungen, als jeder seiner Vorgänger bekam - ein Umstand, der aber nur gelegentlich an die Öffentlichkeit dringt, etwa bei Obamas letzter Vereidigung. Deshalb gibt es ein elaboriertes "Sicherheitsprotokoll", das ihn und seine Familie bei jedem Schritt schützen soll.

Dieses Protokoll scheint nur noch auf dem Papier zu gelten. Pierson dürfte sich nicht mehr lange halten können, doch das Problem ist damit kaum behoben. Ein Attentäter, sagt der scheidende US-Justizminister Eric Holder, "muss nur ein einziges Mal Erfolg haben".



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ahhcrap 01.10.2014
1. NATO Gipfel Kehl
Im Vorfeld des NATO Gipfels in Süddeutschland mussten zwei Herren in dunklen Anzügen die offensichtlich ein bewaffnete Vorrauskomando waren an einer Tankstelle feststellen das die Zapfpistole nicht in den US-Tankstutzen passte . Kenzeichen DC Government .
Bundeskanzler20XX 01.10.2014
2. So sicher wie man eben sein kann
Egal wie viel Sicherheitspersonal man anheuert oder was für Sicherheitshürden man errichtet; wenn jemand einen Anschlag verüben will und alles richtig macht wird er auch gelingen, nicht zuletzt weil auch terroristische Organisationen über genügend Mittel verfügen um undenkbare Aktionen zu starten. Die Frage müsste eher lauten ob man den Präsidenten auch ausreichend gegen Wirrköpfe, Geisteskranke und stümperhafte Attentäter schützen kann. Man darf auch nicht vergessen, das Attentate gerne auch mal aus den eigenen Reihen begangen werden. Je mehr Sicherheitspersonal eingestellt wird, desso mehr !Bewaffnete! befinden sich auch dauerhaft um den Präsidenten herum von denen jeder ein Attentäter sein könnte.
Chatzi 01.10.2014
3. Na prima!
Wozu Terrorattentate mühsam planen, wenn man ganz einfach den US-Präsidenten erschiessen kann? IS kann ja dank dieser aufgedeckten Misstände nun sein Ziel ändern. Eine erneute Ermordung eines US-Präsidenten hätte fatale Folgen für die Welt. Dessen scheinen sich aber wenigstens einige Verantwortliche bewusst zu sein. Ich glaube, Rassismus ist IMMER NOCH allgegenwärtig und latent. Ohne Grund wird Obama gehasst, Vorwände werden vorgeschoben, im Grunde genommen geht es jedoch immer noch nur um seine Hautfarbe und dass er damit dieses Amt nicht verdient hat. Echt arme Welt!
chagall1985 01.10.2014
4. Es gibt nur zwei relevante Fälle
Und zwar den Mann mit Waffe im Fahrstuhl. Das darf bei einem Präsidenten der USA einfach nicht passieren.... Das ist unfassbar! Und die Tatsache, dass es wirklich jemand schafft über den Zaun und den Rasen ins Weiße Haus einzudringen. Das kann man echt nicht glauben. Alle anderen Fälle sind ein Pressewitz! Der Secret Service hat 6700 Mitarbeiter. Natürlich trinkt auch davon mal einer über den Durst. Natürlich nehmen auch davon Männer Nutten in Anspruch. Das ist doch ein Witz sowas zum Skandal hoch zu stilisieren. Das einzige was Obama ernsthaft gerettet hat ist sowieso nicht der Secret Service sondern seine Fähigkeit alles zu verraten wozu er gewählt wurde.....
schmusel 01.10.2014
5. Viel zu kurz gedacht, Herr Pitzke
"Das alles könnte amüsant sein - wenn hier nicht das Leben des mächtigsten Mannes der Welt auf dem Spiel stünde." Dabei geht es nicht alleine um den Präsidenten. Es geht auch um seine Familie. Den Vizepräsidenten und seine Familie. Sämtliche noch lebende Ex-Präsidenten und deren Frauen werden genau so vom Secret Service beschützt wie ranghohe MinisterInnen zu besonderen Anlässen. Die Führung des Secret Service ist offenbar zu einem Saustall verkommen der nun im Eiltempo ausgemistet werden müsste.
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