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08. September 2016, 23:10 Uhr

Seilbahn-Drama in den Alpen

Dutzende Menschen harren über Nacht in Gondeln aus

In den französischen Alpen stecken noch immer 45 Menschen in Seilbahngondeln fest. "Es besteht aber kein Risiko für sie", sagte der Bürgermeister von Chamonix.

Insgesamt 110 Menschen waren am Donnerstagnachmittag in mehreren Seilbahngondeln in den französischen Alpen steckengeblieben. Rettungskräfte haben inzwischen 65 Passagiere mit Hubschraubern ins Tal geflogen - doch die anderen müssen die Nacht in 3800 Metern Höhe verbringen.

In den Kabinen befänden sich Sicherheitskräfte, sagte der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Chamonix, Eric Fournier. "Es gibt kein Risiko für die Zurückgebliebenen." An der Bergungsaktion waren vier Hubschrauber aus Frankreich und Italien beteiligt.

Wenn das Wetter es zulasse, sollten die Arbeiten zur Rettung der übrigen Gäste am Freitagmorgen gegen 6.30 Uhr wieder aufgenommen werden, sagte der Präfekt des Départements Haute-Savoie, Georges François Leclerc. "Wir haben alles getan, was uns möglich ist." Die sehr aufwendige Bergungsaktion per Hubschrauber habe aus Sicherheitsgründen in den Nachtstunden unterbrochen werden müssen.

Den Eingeschlossenen wurden Decken, Wasser und Energienahrung zur Verfügung gestellt. In einer der festsitzenden Kabinen war nach Behördenangaben ein zehnjähriges Kind.

Die Seilbahnfahrer sind auf der Aiguille du Midi gefangen. Ihre Gondeln seien am Nachmittag angehalten worden, nachdem sich zwei Kabel der Seilbahn über den Gletschern des Mont-Blanc-Massivs verheddert hatten, sagte Leclerc. Die Ursache der Panne ist nach Angaben der Betreiber bisher unklar.

Die Seilbahnroute verbindet Frankreich und Italien in der Nähe des Mont Blanc, Europas höchstem Berg. Normalerweise dauert die Fahrt, bei der man eine Strecke von fünf Kilometern zurücklegt, 35 Minuten.

mja/dpa/AFP

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